Osnabrück Wann wird es richtig Sommer? Die schönsten Wörter zur sonnigen Jahreszeit
Jetzt kommt der Sommer. Diese wundervolle Jahreszeit entfaltet auch sprachlich ihren besonderen Zauber. Welche Wörter und Wendungen vermitteln die Faszination dieser Jahreszeit besonders?
Warum hat er sein Stück nicht „Herbstglück“ genannt? Oder „Wintervergnügen“? Weil „Sommernachtstraum“ einfach unfassbar gut klingt, nach Luft und Liebe und Leichtigkeit. William Shakespeares Bühnenklassiker erzählt von drei tollen Tagen der Liebeswirren zwischen Zauber und Verwirrtheit. Das Stück ist ein einziger tiefsinniger Spaß und ein kunstreiches Luftgebilde zugleich. Es schwebt leicht dahin – wie eine weiße Wolke am blauen Sommerhimmel.
„Wann wird´s mal wieder richtig Sommer“, fragte Rudi Carrell 1975 in seinem Schlager so unverblümt, wie man es sich heute mit Blick auf die Erwärmung des Klimas nicht mehr trauen würde. Trotzdem plädiere ich dafür, sich auf den Sommer zu freuen und die ersten richtig warmen Tage zu begrüßen – auch mit schönen Wörtern und Wendungen.
Dabei gehört der in meinen Augen dämliche Ausdruck der Affenhitze nicht unbedingt dazu. Ich finde es umgekehrt im Winter auch nicht schweinekalt. Was können die Tiere für Hitze oder Kälte? Da sinne ich eher dem Wort Sommerfaden nach, einem wirklich poetischen Ausdruck für hauchfeine Spinnweben. Sie sind sommerfadenfein. Haben Sie das Wort schon einmal gehört?
Überhaupt der Sommer. Man muss gar nicht auf William Shakespeare und seinen „Sommernachtstraum“ verfallen, um einem ganzen Katalog schönster Wortfindungen zu dieser Jahreszeit zu begegnen. Erinnern Sie sich noch an das Sommermärchen von 2006? Als bei der Fußball-WM deutsche Fans so fröhlich die deutsche Fahne schwenkten, als sei das zum ersten Mal ganz unbelastet möglich? Schöne Sommerbilder gingen damals um die Welt.
Ich lasse mich gern an einem Sommerabend innerlich treiben und erlebe mit Staunen, wie lange es noch hell bleibt. Ich finde Sommerfeste ebenso schön wie das alte Wort der Sommerfrische, mit dem die Leute früher die großen Ferien bezeichneten. Als Journalist weiß ich, was ein Sommerloch ist – und dass es das so eigentlich gar nicht mehr gibt.
Angenehm kühl und lind weht der Sommerwind und schon das Wort Sommerszeit versetzt mich in gehobene Stimmung. Wissen Sie, was eine Sommerpause ist? Ich wünsche mir, dass alle Kriege und Krisen einfach einmal Sommerpause haben. Und alle Populisten gleich mit. So ein Sommer könnte gar nicht lang genug dauern.
Genießen Sie den Sommer und jene alten und wunderschönen Wörter, die dieser Jahreszeit ihre besondere Aura geben. Ein wenig sommerträumen, das wünsche ich allen, ob im Theater oder auch nicht.