Nach Verletzung zurückgekämpft  Ostfriesisches Diskus-Talent Wolzenburg peilt die EM an

Ben Janssen
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Von Ben Janssen
| 11.06.2025 08:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Motivierende Begegnung in Halle: William Wolzenburg (links) traf einen der ganz Großen in der Leichtathletik, den australischen Weltklassewerfer Matthew Denny, der bei den Olympischen Spielen in Paris Dritter mit dem Diskus geworden war. Foto: Privat
Motivierende Begegnung in Halle: William Wolzenburg (links) traf einen der ganz Großen in der Leichtathletik, den australischen Weltklassewerfer Matthew Denny, der bei den Olympischen Spielen in Paris Dritter mit dem Diskus geworden war. Foto: Privat
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Der 19-Jährige, der für den TV Wattenscheid an den Start geht, erwischte einen hervorragenden Start in die Freiluftsaison. Er gewann den Wettkampf in Halle, hat die DM vor Augen und die EM als Ziel.

Wattenscheid - Bei den Werfertagen in Halle und Wiesbaden hat Diskustalent William Wolzenburg vom TV Wattenscheid einen hervorragenden Start in die Freiluftsaison hingelegt. Mit einer persönlichen Bestleistung von 57,31 Metern beim Wurfmeeting in Halle, warf sich der Ostfriese auf den fünften Platz und setzte sich gegen starke internationale Konkurrenten durch. Beim Werfertag in Wiesbaden „Sky is the limit“ lief es sogar noch besser: Sein Wurf von 59,40 Metern sicherte ihm den ersten Platz und einen Ein-Meter-Vorsprung vor seinem ewigen Kontrahenten Kelson de Carvalho (LG Steinach-Zollern, Württemberg).

Für Wolzenburg, den ehemaligen Diskuswerfer vom SV Georgsheil, für den er zwei deutsche Meistertitel gewann, sind dies zwei ganz wichtige Ergebnisse. Sie zählen sowohl für die Qualifikationsleistungen für internationale Aufgaben (56,00 Meter) als auch für die Förderung in den Spitzenkadern des Deutschen Leichtathletik-Verbands (59,00 Meter). Der 19-Jährige macht sich Hoffnungen auf die U20-Europameisterschaft in Tampere (Finnland) vom 7. bis 10. August. Dafür muss er allerdings zunächst einen der ersten drei Plätze bei den deutschen U20-Meisterschaften in Wattenscheid vom 11. bis 13. Juli belegen. „Ein Heimspiel für mich – ich denke nicht, dass noch jemand außer Kelson soweit werfen kann“, äußert sich Wolzenburg gelassen. Dazu ergänzt er: „Die Normen habe ich erreicht – natürlich wäre es schön, unter optimalen Bedingungen 60 bis 61 Meter zu werfen, aber mir ist es wichtiger, meine Leistungen zu stabilisieren, gerade nach der langen Pause.“

Neuer Trainer war ebenfalls beim SV Georgsheil

Im Dezember 2023 erlitt der Ostfriese nämlich einen Mittelfußbruch im linken Fuß, weshalb er ein halbes Jahr mit Krücken laufen musste. „Vor allem die Unklarheit, wie lange die Pause dauern wird, hat mir sehr zu schaffen gemacht“, betont Wolzenburg. Zu Beginn hieß es für das Diskustalent, dass es nur sechs Wochen dauern würde. Doch dann kam die Diagnose – Mittelfußbruch. „Mit so einer Verletzung war es nicht möglich an den Start zu gehen“, blickt der 19-Jährige zurück. Die wenigen Starts, die er 2024 machen konnte, blieben weit hinter seinen Erwartungen zurück. „Die Routine hat einfach gefehlt – erst im Winter konnte ich meine Leistungen verbessern, sodass ich jetzt wieder da bin, wo ich sein möchte“, erklärt Wolzenburg.

Momentan wartet das Talent noch auf seine Abiturergebnisse. Danach möchte er einen Bundesfreiwilligendienst am Olympiastützpunkt in Hannover leisten, wo er in Zukunft auch trainieren wird. Sein neuer Trainer ist kurioserweise auch ein Ex-Leichtathlet vom SV Georgsheil: Wilko Schaa, gebürtiger Ostfriese und Bundestrainer für Wurf/Stoß, arbeitet am Olympiastützpunkt und wird in Zukunft dort auch den jungen Ostfriesen vom TV Wattenscheid trainieren. Wolzenburg selber wirkt voller Vorfreude, wenn er von seiner Zukunft spricht: „Ich habe mich schon vorher mit Wilko gut verstanden – dass er als Ostfriese jetzt mein Trainer wird, ist natürlich super.“

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