Transfer-Fazit und Saisonziel „Nicht ‚All in‘ gegangen“ – was Rießelmann zum Kickers-Kader sagt
Kickers Emdens Sportlicher Leiter ist „sehr zufrieden“ mit der Zusammenstellung der neuen Mannschaft. Von „Transferoffensive“ und „Topfavorit“ will Rießelmann aber nichts wissen.
Emden - Henning Rießelmann ist ambitioniert. Daraus macht er keinen Hehl. „Wir sind Sportler, um am Ende zu gewinnen“, sagt der Sportliche Leiter des BSV Kickers Emden in einem fast siebenminütigen Video, das der Verein am Dienstag – zehn Tage vor dem Vorbereitungsstart – hochgeladen hat. Darin geht der Kaderplaner vor allem auf die nun abgeschlossene Zusammenstellung der neuen Mannschaft ein. 15, 16 Spieler – abhängig davon, ob Joshua Dudock noch geht, um mehr Spielzeit zu erhalten – sind geblieben, neun Neuzugänge wurden geholt. Den Begriff „Transferoffensive“ findet Rießelmann aber fehl am Platz, wie er in dem Video betont. Denn bei der Kaderplanung sei man „nicht ‚All in‘“ gegangen oder habe „alles auf eine Karte“ gesetzt. „Wir haben seriös gewirtschaftet und geguckt, was wir für ein Budget haben und was wir uns erlauben können“, sagt Rießelmann.
Als Aufsteiger ist Kickers Emden in der Vorsaison direkt Vize-Meister geworden. Jetzt sei es gelungen, die Qualität im Kader „nochmal deutlich“ zu steigern. Dass da auch die Erwartungen steigen, ist auch Rießelmann klar. „Wir haben Bock, oben mitzuspielen“, so Rießelmann. Aber: „Ich sehe uns nicht als Aufstiegsfavoriten oder Topfavoriten an. Weil da gibt es Traditionsvereine, die ein anderes Budget haben, trotzdem haben wir versucht, mit unseren Mitteln kreativ zu sein, das bestmögliche für unsere Kader zu erreichen und rauszuholen.“
Warum sich die Neuen für Kickers entscheiden
Das Transfer-Fazit von Henning Rießelmann fällt positiv aus. „Ich glaube, wir können schon sehr zufrieden sein. Wir haben versucht, junge, interessante und entwicklungsfähige Spieler zu uns zu holen, die zu Emden passen, die zu unserer Region passen, die zum Klub passen, aber auch zu den Spielern passen, die wir jetzt schon in unserem Kader hatten“, sagt Rießelmann. „Wir haben darauf geachtet, dass wir nochmal Tempo dazu gewonnen haben.“
Mit mehreren Aspekten konnte Emdens Kaderplaner die Neuzugänge überzeugen. Ein Argument ist der sehr erfolgreiche Weg in den vergangenen zwei Jahren von der Oberliga in die Regionalliga-Spitzengruppe. „Die Spieler und auch Berater sehen das. Also ich glaube, dass wir eine authentische Fußball-Marke sind. Ein Traditionsverein, der seriös arbeitet. Die Zuschauer bei uns im Stadion sind sicherlich auch ein Faustpfand, mit denen ich auch in die Gespräche reingehe“, sagt Rießelmann. Zudem sind auch die Ziele ein Faktor. „Die Jungs, die wir jetzt geholt haben als auch die, die schon da sind, haben Ambitionen. Ich habe auch Ambitionen. Alle haben Bock auf Erfolg.“
Wie der Emder Kader verstärkt wurde
So wurden für alle Mannschaftsteile neue Spieler verpflichtet. Norman Quindt (zuvor Hannover 96 II) wird mit Isaak Djokovic das Torwart-Duo bilden. Jarno Janssen (zuvor 1. FC Bocholt) soll die Abwehr-Lücke schließen, die Tim Dietrich (Ziel noch unbekannt) hinterlassen hat. Auch der robuste Peer Mahncke (zuvor FC St. Pauli II) kann in der Innenverteidigung spielen, aber auch auf der Sechs. Auf der linken defensiven Seite wird sich Bent Andresen (zuvor VfB Lübeck) ein „gutes Duell“ mit Julian Stöhr liefern, so Rießelmann. Vom System her sei man flexibel, Dreier- und Viererkette sind Optionen.
Im Mittelfeld hat Kickers mit Noah Gumpert „nochmal jemanden geholt, der auch eine gute Technik hat, der das Spiel lesen kann, der die Bälle verteilen kann“, so Rießelmann. Der Schwerpunkt der anderen neuen Spieler liegt auf dem Tempo und in der Offensive. „Du brauchst Eins-gegen-Eins-Zocker, du brauchst Spieler, die hungrig auf Tore sind“, so der Sportliche Leiter. So erweitern Emeka Oduah (zuvor, VfL Osnabrück), Nick Stepantsev (zuvor Hannover 96 II), Theo Schröder (zuvor FC St. Pauli II) und Michel Eickschläger (zuvor TuS Bersenbrück) die Optionen im vorderen Mannschaftsteil. Der Konkurrenzkampf ist nochmals gestiegen.
Qualität, Kadergröße, Altersdurchschnitt, die Identifikation, das Menschliche – alles passe, so Kaderplaner Henning Rießelmann. „Jetzt müssen wir sehen, dass wir die PS auch auf die Straße bringen.“