Berlin  Merz’ Männerclub - und dann ist da noch Saskia Esken

Rena Lehmann
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Von Rena Lehmann
| 31.05.2025 12:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ein Farbtupfer im Männerladen: Saskia Esken ist die einzige Frau im Koalitionsausschuss - und wird bald nicht mehr dabei sein. Foto: Kay Nietfeld
Ein Farbtupfer im Männerladen: Saskia Esken ist die einzige Frau im Koalitionsausschuss - und wird bald nicht mehr dabei sein. Foto: Kay Nietfeld
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Friedrich Merz und seine Männer: Im wichtigsten Gremium der neuen Bundesregierung sitzen zehn Männer - und Saskia Esken.

Saskia Esken war die einzige Frau am Tisch, als Union und SPD sich in Sondierungsgesprächen annäherten. Sie war die einzige Frau auf der Bühne, als Friedrich Merz, Markus Söder und Lars Klingbeil den Koalitionsvertrag vorstellten. Und sie war auch beim ersten Koalitionsausschuss an diesem Mittwoch die einzige Dame am Tisch der exklusiven Runde, die künftig einmal im Monat die wichtigsten Vorhaben besprechen will. Ausgerechnet Saskia Esken. Lars Klingbeil wurde erst Fraktionschef, dann Finanzminister und Vizekanzler. Saskia Esken wird beim Parteitag im Juni den Parteivorsitz abgeben müssen. Die einzige Frau in der Runde der Wichtigen war seit Langem eine Frau auf Abruf. 

Künftig wird ihre Nachfolgerin, SPD-Frau Bärbel Bas, im Koalitionsausschuss die einzige Frau sein. Es kann vorkommen, dass gelegentlich eine Ministerin dazukommt, wenn es um ihre Themen geht. Zwei Plätze im Koalitionsausschuss werden je nach Themenlage vergeben. Fakt ist: Wenn diese Runde als das wichtige Entscheidungsgremium der Regierung gilt und Frauen (fast) nicht dabei sind, haben sie ganz offensichtlich keine allzu wichtigen Posten erhalten. Innen und Außen, Finanzen und Verteidigung, Kanzleramt und Kanzler, Partei-, Fraktionschefs und Generalsekretäre - alles Männer außer Bas. 

Darauf von Caren Miosga in ihrer Talkrunde angesprochen, sagte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann, er könne sich sehr gut vorstellen, dass es demnächst erstmals eine Frau als Bundespräsidentin geben könnte. Es klang etwas gönnerhaft - und Namen wollte er noch keine nennen. Das müssen die Männer wahrscheinlich erstmal in Ruhe unter sich besprechen. Bis zum Wahltermin 2027 ist ja noch Zeit. 

Friedrich Merz hat selbst einmal die Überzeugung geäußert, man tue “den Frauen ja auch keinen Gefallen” mit der paritätischen Besetzung eines Bundeskabinetts. Damals spielte er auf die gescheiterte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht an. Wir greifen da Merz Gedanken gerne auf, wenn sein erster Minister ins Straucheln gerät. Und werden ihm dann die Frage stellen, ob er den Männern im Land mit der Besetzung von Mr. X möglicherweise keinen Gefallen getan hat? Wir sind jetzt schon gespannt auf seine Antwort. Das kommt unbedingt auf Wiedervorlage.

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