Legendär in Klein-Remels  DJs feiern Diskothek Black Jack

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 27.05.2025 19:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Den Plattenteller von damals tauscht Uwe Dirks gegen ein digitales DJ-Pult – aber die Musik wird die von früher sein. Foto: Ulrich de Buhr
Den Plattenteller von damals tauscht Uwe Dirks gegen ein digitales DJ-Pult – aber die Musik wird die von früher sein. Foto: Ulrich de Buhr
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Die Revival-Partys für die Diskothek Black Jack in Klein-Remels sind schon selbst legendär geworden. Und: Es gibt sie mittlerweile länger als die Disko selbst. Drei DJs erzählen.

Remels - Über eines lassen die Drei keinen Zweifel zu: „Es wird eine lange Nacht werden.“ Aber was sonst alles bei der zehnten Black-Jack-Revival-Party am 31. Mai 2025 passieren wird, ist offen. Allerdings sind sich Gerhard Oltmanns, Uwe Dirks und Ulrich de Buhr einig: Die Stimmung wird super und friedlich sein. Das ist ihre Erfahrung aus den nun schon 20 Jahren, in denen sie die Party veranstalten.

Ulrich de Buhr, Uwe Dirks und Gerhard Oltmanns verbindet, dass sie früher im Black Jack die Musik aufgelegt haben. Jetzt lassen sie die Disko für einen Abend auferstehen. Foto: Karin Lüppen
Ulrich de Buhr, Uwe Dirks und Gerhard Oltmanns verbindet, dass sie früher im Black Jack die Musik aufgelegt haben. Jetzt lassen sie die Disko für einen Abend auferstehen. Foto: Karin Lüppen

Das Black Jack war früher so etwas wie ihr zweites Zuhause. Die Diskothek stand in Klein-Remels, sozusagen irgendwo im Nirgendwo. Doch der Laden war an jedem Wochenende und mittwochs das Ziel von Hunderten bis Tausenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich dort zum Tanzen und Feiern trafen. 2001 wurde die Disko geschlossen, 2004 brannte das Haus ab. Das einzige, das von der Disko-Legende übrig blieb, ist ein hölzernes Schild mit dem Namen, das über der Tür hing.

Erinnerungen an alte Zeiten

Was ebenfalls unvergänglich blieb, sind die Erinnerungen an die Diskothek und ihre Besucher. „Manche, die zu den Partys kamen, habe ich sofort wiedererkannt“, sagt Oltmanns: „Vor dem inneren Auge sehe ich sie immer noch, wie sie mit dem Charly an der Theke gestanden haben.“ Er legte auch an den Sonntagnachmittagen auf, wenn das Black Jack für Minderjährige geöffnet wurde. „Dann standen Dutzende Mofas in einer Reihe vor der Tür“, sagt er mit Schmunzeln.

Mit dem Mofa kommen die Besucher nicht mehr, wenn sie auf den Revival-Partys in ihren jeweiligen Erinnerungen schwelgen und feiern wollen. „Aber sehr viele kommen mit dem Fahrrad“, sagt Ulrich de Buhr. Ein Bierchen sollte ja mindestens drin sein, vermuten sie als Grund – vielleicht sogar wieder Charly, so wie damals. Mit dem Eintritt – 2,50 Mark – war ein Getränk bezahlt. Manchen reichte das für eine lange Nacht im Black Jack, doch andere nahmen gleich einen „Meter“ von dem Weinbrand-Mix.

Black Jack hatte sogar eigene Hits

Für die drei DJs steht aber klar die Musik im Vordergrund. Sie seien sogar schon nach bestimmten Titeln gefragt worden, die sie spielen sollten. „Nick Kamen soll dabei sein“, sagt Uwe Dirks, dessen Hit „I Promised myself“ lief früher im Black Jack offenbar oft. Die Frage, was denn sonst gespielt wird, löst eine lange lange Aufzählung bekannter Stücke aus. Wham ist dabei, Flash & the Pan, Bruce Springsteen oder Depeche Mode und Culture Club.

Nur eine Einschränkung machen die drei DJs: „Wir spielen nur das, was auch im Black Jack lief“, unterstreicht Oltmanns. Die Disko gab es von 1981 bis 2001, aber „genehmigt“ sind darüber hinaus Stücke, die älter sind, aber zum ständigen Programm gehörten, wie „Nutbush City Limits“ von Ike & Tina Turner oder „The Four Horsemen“ von Aphrodites Child. „Es gab auch richtige Black-Jack-Hits“, sagt Uwe Dirks.

2004 ging die Diskothek an der Friesenstraße in Klein-Remels in Flammen auf. In Betrieb war sie schon damals nicht mehr. Foto: privat
2004 ging die Diskothek an der Friesenstraße in Klein-Remels in Flammen auf. In Betrieb war sie schon damals nicht mehr. Foto: privat

Das seien Stücke gewesen, die nicht als Single erschienen oder die außerhalb von Klein-Remels eher wenig beachtet wurden. „Mandinka“ von Sinéad O‘Connor sei so ein Titel. Ein ganzer Block soll dem Thema Neue Deutsche Welle gewidmet werden, aber Eurodance und früher Techno (Scooter „Hyper Hyper“) gehört dazu. „Letztlich“, sagt Oltmanns, „entscheidet sowieso das Publikum, was gespielt wird“. Nämlich durch die Stimmung vor der Bühne. Jeder der drei habe eigene Schwerpunkte.

Kartenvorverkauf läuft schon

Eine Liste werde er sich zwar machen, „damit ich nichts vergesse“, sagt Oltmanns. Eine feste Playlist sei das aber nicht, versichert er. Die erste Revival-Party haben die drei noch gut in Erinnerung. Die Idee entstand, nachdem das Black Jack in Flammen aufgegangen war. Im Vorverkauf gingen 2500 Karten weg, tatsächlich seien dann aber 4500 Leute da gewesen. „Mann oh mann, ich hatte vier Jahre nicht mehr aufgelegt und stand dann da auf der Bühne“, sagt Oltmanns. Adrenalin pur, beschreibt er das. Zuletzt gab es die Black-Jack-Party im Rhythmus von drei Jahren.

Am Sonnabend, 31. Mai 2025, ist es wieder so weit. Ein großes Zelt steht beim Uplengener Waschpark. „Wir haben eine bessere Anlage als beim letzten Mal“, betonen die DJs. Von Anfang an arbeiten sie mit dem Zeltwirt Nemeyer zusammen, der das Partyzelt für einen Abend aufbaut. Beide Betriebe unterstützten damit die Feiern ebenso wie die Gemeinde mit der Genehmigung, sagt de Buhr.

Mit einem ähnlich vollen Haus wie 2022 rechnen die Veranstalter auch für die diesjährige Black-Jack-Revival-Party. Foto: Ulrich de Buhr
Mit einem ähnlich vollen Haus wie 2022 rechnen die Veranstalter auch für die diesjährige Black-Jack-Revival-Party. Foto: Ulrich de Buhr

Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf für acht Euro beim Waschpark, EP-Rademacher in Remels und Redfit Fitness & Sports in Remels. Der Eintritt an der Abendkasse kostet zehn Euro. Der Erlös aus dem Ticketverkauf werde an die Jugendfeuerwehr gespendet. Zum Ausruhen gibt es – vor allem für die älteren Gäste – eine Chill-out-Zone mit Sitzplätzen. Aber die meisten wollten wohl feiern und tanzen. Die Diskogänger von früher kämen nun mit drei Generationen Familie, sagt Oltmanns. Alle hätten sie eines gemeinsam: „Die Achtziger finden alle gut.“

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