Neuer ID.4  Produktion bei VW in Emden steht still

Martin Teschke
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Von Martin Teschke
| 26.05.2025 16:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mai 2022: offizieller Start des ID.4 in Emden. Nun soll ein Nachfolgemodell des vollelektrischen SUV kommen. Foto: Ortgies
Mai 2022: offizieller Start des ID.4 in Emden. Nun soll ein Nachfolgemodell des vollelektrischen SUV kommen. Foto: Ortgies
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Bei VW Emden stehen in dieser Woche die Bänder still. Gibt es nicht genug zu tun, weil sich die E-Autos schlecht verkaufen? Wir haben nachgefragt.

Emden - Bei VW Emden müssen die meisten Arbeiter in dieser Woche daheim bleiben. Die Produktion ruht. Die Gründe dafür sind allerdings relativ harmlos.

„In der letzten Mai-Woche ruht die Produktion im Volkswagen-Werk Emden“, bestätigte Unternehmenssprecher Wolfgang Sebastian Informationen unserer Redaktion. Grund dafür sei eine Anpassung des aktuellen Produktionsprogramms. „Das Werk nutzt die produktionsfreien Tage für Umbauarbeiten für die Produktion des ID.4-Nachfolgers.“

Umbauarbeiten vorgezogen

Der Betriebsrat von VW Emden bestätigte die Version des Unternehmens - zumindest im Kern. „Es laufen jetzt Umbauarbeiten, die zum Teil eigentlich erst im Werksurlaub geplant waren“, sagte Christian Sprute im Gespräch mit unserer Redaktion. Und: „Wir haben diese Arbeiten jetzt vorgezogen. Wir würden im Lauf des Jahres zu viele Autos bauen, wenn wir durcharbeiten würden. Auch deshalb ruht die Produktion jetzt.“

Zum Jahresanfang hatte Werksleiter Enno Fehse noch die Planung ausgegeben, in diesem Jahr 163.000 Fahrzeuge vom Band laufen zu lassen. Zur einen Hälfte der ID.4, zur anderen Hälfte das aktuelle E-Spitzenmodell ID.7. Den ID.7 gibt es als Limousine und als Kombi; vom Passat Kombi-Nachfolger ID.7 Tourer sind in diesem Jahr 60.000 Fahrzeuge geplant. Tag für Tag sollen 730 E-Fahrzeuge montiert werden - so die ursprüngliche Planung.

Schwächelt der Absatz im europäischen Ausland?

Laut Sprute vom Betriebsrat ist es allerdings nichts Ungwöhnliches, dass solche Planzahlen im Verlauf eines Jahres nach unten korrigiert werden. Laut Sprute verkauft sich nach seiner Beobachtung beispielsweise der ID.7 in Deutschland sehr gut - in den Niederlanden und in Skandinavien hingegen nicht.

Bekanntlich hatte VW Emden eine Zusage aus Wolfsburg erhalten, auch das Nachfolgemodell des vollelektrischen SUV ID.4 montieren zu können. Für den ID.7 gibt es solch eine Zusage aus der Konzernzentrale noch nicht. Der neue ID.4 soll wohl in der zweiten Jahreshälfte 2026 auf den Markt kommen. Die Umbauarbeiten für ein neues Modell beginnen in der Regel ein Jahr vorher.

E-Autos nach wie vor unbeliebt

Insgesamt sieht es für E-Autos mau aus. Die ganz große Mehrheit der privaten Autobesitzer in Deutschland macht offenbar beim Kauf eines neuen Wagens nach wie vor einen großen Bogen um Elektrofahrzeuge: Im ersten Quartal lag der Anteil reiner Elektroautos im privaten Fahrzeugbestand nach einer Analyse der HUK Coburg bei nur drei Prozent, das Wachstum von Quartal zu Quartal lag bei lediglich 0,1 Prozent. Das gab der Versicherer Mitte Mai bekannt.

Neben der Analyse der Versicherungsdaten steht eine repräsentative Yougov-Umfrage unter 4222 Teilnehmerinnen und Teilnehmern über 18. Demnach sieht eine Mehrheit vollelektrische Autos nach wie vor skeptisch: 42 Prozent halten E-Autos für gute oder sehr gute Fahrzeuge, 51 Prozent dagegen für weniger oder gar nicht gut, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) jüngst berichtete. Nur 15 Prozent sagten demnach, dass für sie grundsätzlich nur noch ein Elektroauto infrage kommt. Und 60 Prozent sagten, dass sie bei der Anschaffung eines gebrauchten E-Autos größere Bedenken hätten als bei einem Wagen mit Verbrennungsmotor.

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