Hannover  Oberste SPD-Bildungspolitikerin in Niedersachsen gegen Handyverbot an Schulen

Stefan Idel
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Von Stefan Idel
| 27.05.2025 14:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Kirsikka Lansmann bei der Wahl des neuen niedersächsischen Ministerpräsidenten. Foto: IMAGO / dts Nachrichtenagentur
Kirsikka Lansmann bei der Wahl des neuen niedersächsischen Ministerpräsidenten. Foto: IMAGO / dts Nachrichtenagentur
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Kirsikka Lansmann ist neue bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion in Niedersächsischen Landtag. Wenn es um Teilhabe geht, zeigt sie Kampfeswillen. Was treibt sie an?

Mit dem Thema Bildung wird Kirsikka Lansmann (SPD) schon früh konfrontiert. Ihre Mutter kommt aus dem Land des Pisa-Siegers: Finnland. Ihre Zwillinge, sieben Jahre alt, besuchen eine Grundschule in Ehra-Lessin (Kreis Gifhorn). „32 Kinder sind dort in der ersten Klasse“, weiß die 38-jährige Landtagsabgeordnete um die Belastung der Lehrkräfte. Sie engagiert sich in einer Elterninitiative.

Nun kann sie sich an führender Stelle im Niedersächsischen Landtag um die Schulpolitik kümmern: als bildungspolitische Sprecherin ihrer Fraktion. In dieser Funktion tritt sie in die Fußstapfen des neuen Fraktionsvorsitzenden Stefan Politze.

Und bei ihrem ersten Antrag, den Lansmann für die Regierungsfraktionen SPD und Grüne einbringt, handelt es sich gleich um ein Mega-Thema: die Nutzung von Handys an Schulen. „Viele Kinder greifen bereits im Vorschulalter oft zu Smartphones, nach Schulbeginn nimmt die intensive Nutzung in der Regel weiter zu“, weiß die SPD-Politikerin.

Dabei helfen Chats und Apps nicht nur, den Alltag zu organisieren und beim Lernen. Jugendliche sind Cybermobbing, Hass, Fake News und jugendgefährdenden Inhalten ausgesetzt.

Das stelle die Schulen vor die Herausforderung, klare Regeln für die Handynutzung zu entwickeln. SPD und Grüne fordern von der Landesregierung daher Hilfe bei der Entwicklung solcher Regeln sowie eine Stärkung der Medienkompetenz auch nach Schulschluss.

SPD und Grüne wissen sich hier auf einer Linie mit Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne), die ebenfalls pauschale Handy-Verbote ablehnt und den Schulen mit Handlungsempfehlungen Rechtssicherheit geben will. Hamburg ärgert sich über Alleingänge der Länder Bremen und Hessen. Sie setze sich weiterhin für bundesweit einheitliche Regeln ein, sagte die Ministerin im Landtag.

Lansmann, einst Projektmanagerin einer Werbeagentur für Volkswagen und erst seit 2021 SPD-Mitglied, will sich in neuer Funktion vor allem zum Thema Bildungsgerechtigkeit einbringen. Noch immer hänge das Ausbildungsniveau vom Geldbeutel der Eltern ab. Noch immer seien Kinder mit Migrationshintergrund benachteiligt. Bildung und gesellschaftliche Teilhabe seien zwei Seiten einer Medaille.

In der Freizeit tankt die Bildungsexpertin, die sich auch der Kommunalpolitik engagiert, neue Kraft beim Yoga oder Wanderung in der Natur. Die Hobby-Köchin legt großen Wert auf regionale und saisonale Produkte. Sie sei fest davon überzeugt, dass alle die gleichen Chancen verdienen. Lansmanns Motto: „Niemand ist so schlau wie wir alle zusammen.“

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