Berlin CDU-Generalsekretär Linnemann wirft Rentnern vor, zu wenig zu arbeiten
Wird in Deutschland zu wenig gearbeitet? Bei „Caren Miosga“ in der ARD sorgt CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann mit Aussagen zu Rentnern für Aufsehen und wirbt für ein neues Modell.
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat in der ARD-Talkshow von Caren Miosga am Sonntagabend erneut Kritik an der Arbeitsbereitschaft in Deutschland geäußert — und dabei insbesondere Rentner ins Visier genommen. Auf die Frage, wer denn „jetzt zu wenig arbeite“, antwortete Linnemann: „Zum Beispiel – ja, machen wir es konkret – Rentner in Deutschland“.
Carsten Linnemann bei „Caren Miosga“:
Linnemann stellte klar, dass die neue Bundesregierung niemanden zwingen wolle, nach Erreichen des Rentenalters weiterzuarbeiten. Ziel sei es jedoch, durch eine sogenannte Aktivrente die Produktivität älterer Menschen zu erhöhen. Künftig sollen Rentner, die freiwillig weiterarbeiten, bis zu 2000 Euro ihres Einkommens steuerfrei behalten können. Zudem will die Regierung die Hinzuverdienstmöglichkeiten bei der Hinterbliebenenrente verbessern.
Der CDU-Politiker hatte zuvor bereits in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) betont: „Unser Wohlstand, unsere sozialen Sicherungssysteme, aber auch die Funktionsfähigkeit unseres Landes beruhen darauf, dass wir produktiv sind“. Linnemann warnte vor einer Überbetonung der Work-Life-Balance: „Man hat manchmal den Eindruck, dass es nicht mehr um Work-Life-Balance geht, sondern um Life-Life-Balance“, meinte er.
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Bei Miosga betonte Linnemann zugleich, dass es „natürlich Millionen Menschen in Deutschland“ gebe, die fleißig seien. Er räumte allerdings ein, dass es das Gefühl von Ungerechtigkeit in der Bevölkerung gebe, wenn Menschen das Sozialsystem ausnutzten. Die hohe Steuer- und Abgabenlast führe bei vielen dazu, dass sich Arbeit für sie nicht mehr lohne.
Die Einführung der Aktivrente ist Teil eines Plans von Union und SPD, der zum 1. Januar 2026 in Kraft treten soll. Mit der Steuerfreiheit von bis zu 2000 Euro für hinzu verdientes Einkommen nach Renteneintritt will die Bundesregierung einen Anreiz setzen, dass mehr Rentner länger berufstätig bleiben.
Linnemann prognostizierte, dass in den kommenden vier Jahren „Zehntausende, vielleicht sogar eine sechsstellige Zahl“ älterer Menschen länger arbeiten könnten.