Zürich Periode und Profifußball: Die FIFA muss den weiblichen Körper endlich ernst nehmen
Kommt jetzt die Enttabuisierung? Die FIFA befasst sich in einer neuen Studie mit der Periode und ihren Auswirkungen auf die Gesundheit der Fußballerinnen. Doch damit sich wirklich etwas ändert, braucht es mehr als das.
Die FIFA entdeckt die Menstruation. Reichlich spät, sollte man meinen – doch leider gilt dieser Schritt in der Geschichte des Frauenfußballs wohl als revolutionär. Eine neue Studie an der Kingston Universität in England soll klären, wie der weibliche Zyklus das Risiko für Kreuzbandrisse bei Fußballerinnen beeinflusst. Dass Frauen deutlich häufiger dazu neigen, ist längst medizinisch bewiesen.
Bisher hat es die FIFA versäumt, statt sich auf männlich genormte Systeme zu verlassen, einfach den Frauenkörper selbst zur Vorlage zu nehmen. Ist das jetzt also der Durchbruch? Wohl kaum, denn was bringt eine Studie ohne Konsequenzen im Trainingsalltag?
Jahrelang haben die tonangebenden Experten Trainingspläne, Belastungssteuerung und medizinische Diagnostik – nicht nur im Frauenfußball – anhand des männlichen Körpers entwickelt und einfach auf den weiblichen übertragen. Wer Frauen wirklich gleichberechtigt fördern will, muss ihren Körper nicht nur akzeptieren, sondern verstehen und berücksichtigen. Die Periode ist kein „weibliches Problem“, sondern ein blinder Fleck des Systems, das auf Männer ausgerichtet ist – und Frauen im besten Fall mitlaufen lässt, wenn nicht gerade ein Kreuzbandriss dazwischen kommt.
Menstruation im Profisport ist immer noch ein Tabuthema. Wer während der Periode nicht performt, gilt als empfindlich und nicht belastbar. „Es gibt einen Zeitraum im Monat, da hasse ich es, eine Frau zu sein“, sagte Lena Oberdorf, die sich aktuell nach einer Kreuzbandverletzung wieder zurück in den deutschen Nationalkader kämpft. Doch statt Selbsthass sollten Frauen endlich die Chance bekommen, gezielter zu trainieren, sich besser zu regenerieren – und zu lernen, wie ihr Körper in den verschiedenen Phasen reagiert.
Solange Trainer, Verbände und Vereine nicht umdenken, bleibt alles beim Alten. Die Studie kann ein Anfang sein, um überfällige strukturelle Reformen endlich anzugehen.