Mountain View  Google-Suche bald ganz anders: Das sind die 8 wichtigsten Neuheiten der Google I/O

Mark Otten
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Von Mark Otten
| 22.05.2025 09:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Chatbots wie ChatGPT haben Google zuletzt oft in den Schatten gestellt – doch der Internet-Riese geht zum Gegenangriff über. Foto: IMAGO / NurPhoto
Chatbots wie ChatGPT haben Google zuletzt oft in den Schatten gestellt – doch der Internet-Riese geht zum Gegenangriff über. Foto: IMAGO / NurPhoto
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Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O zeigt der Konzern seine Vision, wie seine KI die Nutzer im Alltag auf Schritt und Tritt begleiten soll. Diese acht Neuheiten stechen heraus. Nutzer reagieren begeistert und schockiert gleichermaßen.

Chatbots wie ChatGPT haben Google zuletzt oft in den Schatten gestellt, doch der Internet-Riese geht zum Gegenangriff über. Das Herzstück des Plans heißt Gemini – Googles Antwort auf ChatGPT und Alternativen. Unter der Haube von Gemini steckt ein Wirrwarr von KI-Modellen für verschiedene Aufgaben von der personalisierten Websuche bis zur automatisierten Kaufberatung.

Mit dem KI-Modus baut Google seine bekannte Websuche zur KI-Suchmaschine aus — zunächst für alle Nutzer in den USA. Nutzer in Deutschland kennen bei der Google-Suche bereits die „Übersicht mit KI“, die seit einigen Monaten über den eigentlichen Suchergebnissen angezeigt wird. Der KI-Modus geht einen Schritt weiter und liefert mit Gemini umfangreiche, computergenerierte Informationen statt Links zur anderen Webseiten.

Mit Veo 3 hat Google ein großes Update für seinen KI-Videogenerator vorgestellt. Das Programm kann Videos nun direkt mit Geräuschen, Soundeffekten und Stimmen erstellen. Allerdings gibt es den Dienst derzeit nur als Teil von Googles Premium-KI-Abo für 250 Dollar pro Monat.

Die in Gemini integrierte Bilderstellung Imagen 4 kann fotorealistische Bilder mit noch mehr Details für Haare, Fell und Stoff erstellen. Außerdem ist sie besser in der Textgenerierung und beim Umsetzen kreativer Ideen, zum Beispiel der Bildung eines Wortes aus Dinosaurierknochen.

Die neue KI-Filme-App namens Flow nutzt Veo, Imagen und Gemini, um nach Texteingabe kurze Videoclips zu erstellen. Diese Clips können anschließend zusammengefügt werden. Nutzer aus der Kreativbranche reagieren gleichermaßen schockiert und fasziniert auf die verblüffenden Ergebnisse:

Google integriert seinen KI-Assistenten Gemini in den Browser Chrome. Seit diesem Mittwoch können Abonnenten der kostenpflichtigen Google AI Pro und Ultra in den USA die Gemini-Schaltfläche in Chrome klicken, um anschließend Informationen auf Webseiten zusammenzufassen und die Navigation auf Websites zu übernehmen. Google plant, Gemini später in diesem Jahr auf mehreren Tabs gleichzeitig verfügbar zu machen. Pläne für den Deutschlandstart sind derzeit nicht bekannt.

Aus dem Projekt Starline, das als 3D-Videochat-Kabine begann, wird mit Google Beam ein echtes Produkt. Das Gerät, das an einen Fernseher erinnert, wird vom Hersteller HP gebaut und erzeugt mit sechs Kameras ein 3D-Bild des Gesprächspartners. Unternehmen wie Deloitte, Duolingo und Salesforce haben angekündigt, HPs Google Beam-Geräte in ihren Büros einzusetzen.

Für die gefloppte Google Glass hat das Unternehmen viel Spott kassiert. Nun nimmt Google mit Project Aura einen neuen Anlauf. Für die smarte Sonnenbrille mit eingebautem Display arbeitet der Konzern mit dem Hersteller Xreal zusammen. Über eingebaute Kameras soll die KI sehen, was der Brillenträger sieht und auf die Umwelt reagieren können.

Die Brille ähnelt den bereits erhältlichen Tech-Sonnenbrillen von Facebook-Mutter Meta. Viele weitere Details gibt es bisher nicht. Wann und ob das Gerät nach Deutschland kommt, ist nicht klar.

Die Funktion Gemini Live ist ab sofort kostenlos in der Gemini-App für iOS und Android verfügbar. Sie nutzt die Bildschirmfreigabe oder die Kamera, sodass Nutzer in Echtzeit mit Gemini kommunizieren und Fragen zu dem stellen können, was sie sehen. Auf diesem Weg identifizieren Anwender Objekte und Gebäude, bekommen Hilfe bei Heimwerkerprojekten, beim Einkaufen oder beim Organisieren. Gemini Live bietet zudem eine Einbindung der Google-Dienste Kalender, Maps, Tasks und Google Notizen.

In einer Demo nutzt ein Autofahrer Gemini Live, um zu erfahren, ob er sich Sorgen wegen einer Warnlampe machen muss. Gemini antwortet, dass es ein Problem mit dem Airbag gebe und zügig eine Werkstatt aufgesucht werden sollte.

Googles Project Astra klingt wie die Endstufe von Gemini Live. Auch hier wird die Kamera des Smartphones genutzt, um Objekte im Umfeld des Nutzers zu erkennen. Der neueste Prototyp kann auch ohne explizite Aufforderung Aufgaben erledigen — zum Beispiel auf einen Fehler in den Hausaufgaben hinweisen, den das Modell gesehen hat.

In einer Demo zeigte Google, wie Project Astra bei der Reparatur eines Fahrrads hilft. Dabei kann man Gemini nicht nur nach passenden Ersatzteilen fragen und bitten, sie zu besorgen, sondern auch die Kamera des Smartphones auf einzelne Schrauben richten und fragen, welches Werkzeug man dafür braucht.

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