Das besondere Rezept Sommer vom Blech – mit grünem Spargel
Ofengemüse mal anders: Das verspricht dieses Rezept. Aufs Blech kommen grüner Spargel, Fenchel und junge Möhren. Und dann gibt es da noch diese frische Soße aus Marokko.
Leer - Ofengemüse ist super. Man schnibbelt einfach klein, was gerade im Hause ist. Oder was man bein Einkauf für lecker befunden hat. Das Gemüse wird dann mit etwas Olivenöl und Gewürzen nach Tageslaune vermengt, kommt aufs Blech oder in den Airfryer und wird ein Weilchen geröstet. Man kann auch Gnocchi mit aufs Blech geben, Fetawürfel oder auch Kartoffelspalten. Meist experimentiere ich allerdings nicht: Cherrytomaten, Champignons, Zucchini und Paprika sind meine Favoriten, im Winter gibt es auch mal Rosenkohl oder Kürbis. Dazu etwas Baguette. Lecker, aber irgendwie auch langweilig.
Da kommt dieses Rezept wie gerufen: „Ofengemüse – die Sommerversion“ bietet Elisabeth Raether in ihrem Buch „Lieblingsgerichte vom Wochenmarkt“ an. Das Buch enthält „die besten saisonalen Rezepte aus dem Zeit-Magazin“. Mal sehen, wie das schmeckt.
Die Einkaufsliste für „Ofengemüse – die Sommerversion“
Auf den Wochenmarkt habe ich es nicht geschafft. Der Dorf-Discounter muss auch reichen.
Auf die Einkaufsliste kommen für vier Personen:
- vier Stangen Lauch,
- ein Bund Frühlingszwiebeln,
- zwei Fenchelknollen,
- ein Bund Karotten, möglichst jung,
- etwa 500 Gramm grüner Spargel.
Das ist das Gemüse fürs Blech. Das ist aber nicht alles, denn man bereitet noch eine Soße zu. Dafür benötigt werden:
- 1 Bund Petersilie,
- 1 Prise Paprikapulver, mild,
- zwei frische Knoblauchzehen,
- Saft von einer halben Zitrone,
- 1 Teelöffel Kreuzkümmelsamen,
- 1 Bund Koriandergrün.
Ich habe die Kreuzkümmelsamen und den Koriander ans Ende gesetzt. Damit es Sie nicht abschreckt, falls sie den Geschmack nicht mögen. Und weil beides in meinem Dorf nicht zu bekommen war. Kreuzkümmel habe ich in der gemahlenen Version verwendet, das Koriandergrün durch etwas mehr Petersilie ersetzt. Hat vermutlich nicht so geschmeckt wie bei Frau Raether. War aber lecker.
Dann benötigt man noch Olivenöl und Salz.
Das passiert mit dem Gemüse
Das Zubereiten geht jetzt flott: Den Backofen auf 190 Grad vorheizen, Lauch der Länge nach halbieren, vorsichtig waschen. Ich habe ihn dann noch in etwa fünf Zentimeter lange Abschnitte geteilt. Das schien mir gabeltauglicher zu sein. Die Frühlingszwiebeln waschen, das Dunkelgrüne am oberen Ende abschneiden. Den Fenchel ebenfalls waschen, den Strunk abschneiden und dann die Knolle in etwa einen halben Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Die Karotten vom Grün befreien, waschen und der Länge nach halbieren. Wenn man Glück hat, kann man sich hier das Schälen sparen.
Vom Spargel die Enden abschneiden, die Standen waschen und eventuell im unteren Drittel noch schälen. Das war es dann auch schon. Den Spargel erstmal zur Seite legen. Das weitere Gemüse auf dem Blech verteilen. Etwas Olivenöl drübergeben, mit Salz würzen.
Das Gemüse wandert dann für etwa 25 Minuten in den Backofen. Nach etwa einer Viertelstunde kann der Spargel mit aufs Blech. Ganz dicke Stangen sollte man etwas früher mit in den Ofen geben.
So wird die Soße zubereitet
Während das Gemüse im Backofen vor sich hin röstet, bereitet man die Soße zu. Genauer: die Chermoula. Frau Raether hat die Inspiration dazu aus der marokkanischen Küche. Und so wird die Soße zubereitet: Die Kreuzkümmelsamen in einer Pfanne rösten, ohne Fett. Habe ich mit dem Pulver auch versucht, das gab durchaus einen feinen Duft. Wer Samen benutzt, zerstößt die anschließend in einem Mörser.
Die Kräuter waschen, trocknen, die Blätter dann erstmal grob hacken. Kreuzkümmel, Paprikapulver, Zitronensaft, fünf Esslöffel Olivenöl, etwas Salz und die Kräuter im Mixer pürieren und dann zum Gemüse reichen.
Und so schmeckt das Gericht
Das duftet inzwischen schon lecker aus dem Ofen. Mit den grünen Chermoula-Klecksen wird es serviert. Ob das schmeckt? Ich war skeptisch, auch wenn der Duft wirklich verführerisch war. Aber nur mit Salz und etwas Öl geröstet? Keine Gewürzmischung, wie ich sie sonst beherzt mit aufs Blech geben? Ja. Das schmeckt. Tatsächlich bringt das Gericht den Sommer auf den Teller. Der Spargel hat noch etwas Biss, die äußeren Lauchschalen sind etwas knusprig, der Fenchel ist fast schon cremig, die Möhren bringen Farbe ins Spiel. Das Gericht bietet eine geschmackliche Vielfalt, die mein übliches Ofengemüse-Einerlei nicht ansatzweise erreicht. Und meine Ostfriesen-Chermoula schmeckt prima dazu. Am Tag danach übrigens ist sie noch besser durchgezogen. Und was ist mit dem Fenchel? Den ein oder anderen mag das Gemüse abschrecken. Wie meinen Liebsten. Der hat dann erstmal nur ein kleines Scheibchen genommen – und nachgeordert. So lecker fand er die Knolle vom Blech.
Es gibt Nachschlag
Das Ofengemüse habe ich inzwischen mehrfach zubereitet. Die Soße habe ich allerdings nicht noch einmal gemacht. Das Verhältnis von Aufwand zu Geschmack hat mich nicht überzeugt. Ein Klecks Frischkäse macht weniger Arbeit und ist auch eine gute Ergänzung.
Wenn man nur eine kleine Portion zubereitet und Spargel übrig hat: Den kann man in einer Vase oder einem großen Glas aufbewahren. Die Enden knapp kappen und dann mit ein bisschen Wasser ins Gefäß geben. Das sieht dekorativ aus und nimmt keinen Platz im Kühlschrank weg. Den Tipp habe ich bei einem Food-Influencer auf Instagram gesehen.