Elfmeter-Drama nach 3:3 Sensation im Supercup – TuS Pewsum besiegt Kickers Emden
Nach einer gespielten Stunde schien das Supercup-Spiel zugunsten des hohen Favoriten entschieden zu sein. Doch der TuS Pewsum bewies Moral, ehe ein Ex-Kickers-Akteur zum großen Helden wurde.
Pewsum - Dem TuS Pewsum ist am Mittwochabend eine Sensation gelungen. Der Fußball-Bezirksligist besiegte den haushohen Favoriten, den Regionalligisten Kickers Emden, im Supercup des Ostfriesland-Cups mit 8:7 nach Elfmeterschießen. Nach regulärer Spielzeit hatte es 3:3 gestanden. Dabei schien die Partie nach dem Tor von Marten Schmidt zum Emder 3:1 in der 58. Minute eigentlich entschieden. Die Krummhörner bewiesen jedoch Comeback-Qualitäten, glichen tatsächlich noch aus und jubelten dann nach dem zwölften Elfmeter.
„Ich bin stolz auf die Truppe, nach dem 1:3 zurückzukommen. Wir sind mega happy, am Ende sogar diesen Titel geholt zu haben“, sagte Pewsums Trainer Jonas Petersen. Seine Mannschaft strich damit die 1500 Euro Siegprämie ein, die für den Supercup ausgeschrieben war. Concordia Neermoor, PSV Norden und VfL Mullberg gehen damit leer aus. Sie waren im Vorfeld ausgelost worden, sich das Preisgeld zu teilen, sofern denn der Favorit Kickers Emden gewonnen hätte.
Onken diesmal nicht der Elfmeter-Held
„Für die Zuschauer natürlich ein schönes Spiel“, sagte Emdens Trainer Stefan Emmerling. Rund 800 Interessierte verfolgten die unterhaltsame Partie. Emmerling war verständlicherweise nicht zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „Wir haben uns schwer getan. Nach dem 3:1 müssen wir den Sack zu machen, tun das aber nicht. Die zwei weiteren Gegentore waren unnötig und nachlässig.“
Im Elfmeterschießen standen drei ehemalige Kickers-Herrenspieler, die nun für Pewsum auflaufen, im Mittelpunkt. Heiko Visser drohte zur Tragikfigur zu werden, als er nach den ersten acht verwandelten Schüssen bei seinem Versuch an Emdens Torwart Moritz Onken scheiterte. Onken war in dieser Saison im Niedersachsenpokal-Viertelfinale beim VfB Oldenburg schon einmal nach einem 3:3-Spektakel zum Emder Elfmeter-Held geworden. Diesmal kam es aber anders. Denn auch der fünfte Schütze der Emder, Marvin Eilerts verschoss. Nachdem Pewsums Marek Hinrichs traf und Emdens Joshua Dudock an Nils Ludwig im TuS-Tor scheiterte, war der Pewsumer Coup perfekt. Alle Mitspieler stürmten auf den 34-jährigen Keeper zu, der zwischen 2018 und 2022 beim Gegner gespielt hatte. Ludwig hatte seine Mannschaft erst mit zwei starken Paraden in der 89. und 91. Minute ins Elfmeterschießen gerettet.
Joker trifft zum Pewsumer 3:3
Beide Trainer nahmen im Vergleich zum vergangenen Ligaspiel einige Änderungen vor. Emmerling schickte im Vergleich zum 3:1 gegen Norderstedt sieben Neue auf den Rasen, bei Pewsum waren es „nur“ sechs neue im Vergleich zum 4:2 gegen Hage am Sonntag. Einer, der da getroffen hatte, sorgte mit einem Traumtor für das erste Highlight im Supercup: Derk Schoneboom zog aus mehr als 25 Metern ab und der Ball senkte sich über Onken genau unter die Latte (7.). „Das frühe Tor hat uns natürlich extrem in die Karten gespielt“, sagte TuS-Trainer Jonas Petersen.
Nachdem Marten Schmidt die ersten Emder Chancen ausgelassen hatte (13./25.), nutzte Joshua Dudock seine erste in der 36. Minute zum Ausgleich: Er verarbeitete eine Flanke von Luis Podolski stark und schloss mit dem zweiten Kontakt flach ab.
Spieldaten
Pewsum: Groenewold (46. Ludwig), Poppenga, Lübbers, Ringena (79. Müller), Bamezon (72. Beer), Visser, Diekmann (84. Langheim), Hempelmann, Schoneboom, Hinrichs, Asprilla (64. Weyers).
Kickers: Onken, Podolski, Dietrich (46. Kaput), Engel (46. Steinwender), Stöhr (46. Kaissis), Eilerts, Schmidt (61. Steffen), Kébé (66. Tebben), Abbey (49. Eickhoff), Dudock, Schiller (61. Steffens).
Tore: 1:0 Schoneboom (7.), 1:1 Dudock (36.), 1:2 Schiller (Foulelfmeter, 53.), 1:3 Schmidt (58.), 2:3 Schoneboom (74.), 3:3 Müller (81.).
Elfmeterschießen: Pewsums Lübbers verwandelt, Emdens Steffens verwandelt, Pewsums Beer verwandelt, Emdens Steffen verwandelt, Pewsums Müller verwandelt, Emdens Eickhoff verwandelt, Pewsums Hempelmann verwandelt, Emdens Steinwender verwandelt, Pewsums Visser scheitert an Emdens Onken, Emdens Eilerts schießt über das Tor, Pewsums Hinrichs verwandelt, Emdens Dudock scheitert an Pewsums Ludwig.
Beide Teams wechselten zur Pause. Bei Pewsum hütete fortan Nils Ludwig das Tor. Bei Kickers kam unter anderem mit Luca Kaput ein Akteur aus der eigenen U19. Mitte der zweiten Halbzeit erhielt mit Samuel Tebben ein weiterer Nachwuchsmann die Chance, sich in der 1. Herren zu zeigen. Nach einem Foul an Pascal Steinwender brachte David Schiller den Regionalligisten per Elfmeter in Führung (53.), Marten Schmidt spitzelte den Ball kurz darauf zum 1:3 in die Maschen (58.). Die Entscheidung? Von wegen! Derk Schoneboom mit seinem Schuss ins lange Eck (74.) und der gerade eingewechselte Daniel Müller (81.) sorgten noch für das 3:3, ehe Ludwig seine Mannschaft erst ins Elfmeterschießen und dann zum Supercup-Gewinn führte.