E-Autos  Der ID.7 von VW Emden düst der Konkurrenz davon

Martin Teschke
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Von Martin Teschke
| 08.05.2025 15:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
In Ostfriesland zuhause, in Deutschland ein Verkaufsschlager: der ID.7 (hier in Norddeich). Foto: Klaus Ortgies/Archiv
In Ostfriesland zuhause, in Deutschland ein Verkaufsschlager: der ID.7 (hier in Norddeich). Foto: Klaus Ortgies/Archiv
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Endlich mal wieder gute Nachrichten von VW Emden: Der elektrische Passat-Nachfolger ID.7 entwickelt sich zum Verkaufsschlager – und das trotz des üppigen Preises. Das belegen neueste Zahlen.

Emden/Leer/Flensburg - Bessere Nachrichten könnte es aus Sicht von VW Emden eigentlich kaum geben: Der ID.7 ist im April erneut der meistverkaufte vollelektrische Pkw in ganz Deutschland gewesen.

Das hat am Donnerstag das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg bekannt gegeben. Damit setzt sich die bereits seit Anfang des Jahres laufende Erfolgsserie des teuersten Stromers der Marke VW fort.

Erfahrungen aus einem ostfriesischen Autohaus

„Der ID.7 läuft bei uns super gut“, sagte Jürgen Högemann, Verkaufsleiter im Autohaus Schwarte in Leer, im Gespräch mit unserer Redaktion. „Die Akzeptanz von E-Autos hat spürbar zugenommen. Und eine Rolle spielt sicherlich auch, dass das Auto in der Region gebaut wird.“ Högemann verkauft den ID.7 hauptsächlich an Gewerbetreibende, zu 80 Prozent Tourer, zu 20 Prozent Limousine. „Wegen der Restwertthematik wird der ID.7 zu 95 Prozent geleast“, so der Verkaufsleiter. Die Lieferzeit betrage momentan je nach Ausstattung drei bis vier Monate.

Dabei spielt der Preis offenbar gar keine so große Rolle. Der ID.7 Tourer kostet laut Högemann zwischen 55.000 und 70.000 Euro. Einen vergleichbaren Passat E-Hybrid gebe es für 52.500 Euro, einen entsprechenden Diesel für 48.500 Euro.

Große Freude in Emden

In Emden wurden die neuen Zahlen aus Flensburg naturgemäß mit großer Freude aufgenommen. „Es ist erfreulich zu sehen, wie positiv unser ID.7 aus Emden bei den Kunden aufgenommen wird“, teilte Werksleiter Enno Fehse am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Das zeige nicht nur die Qualität der Arbeit, sondern auch die starke Teamleistung am Standort Emden. Fehse: „Wir sind stolz auf unseren ID.7.“

Die statistischen Zahlen im Detail

Bei den bundesweiten KBA-Zahlen sieht der Trend zum ID.7 wie folgt aus: Im April dieses Jahres wurden genau 3133 ID.7 neu zugelassen. Von Januar bis April waren es insgesamt genau 12.469. Der ID.7 wird ausschließlich im Werk Emden produziert. Im Angebot sind die Limousine und der Tourer, der elektrische Nachfolger des VW Passat Variant.

Auf Platz 2 folgt bei den E-Autos der ID.4/ID.5. Wie dominant der oft gescholtene niedersächsische Konzern im deutschen Elektroauto-Markt derzeit ist, zeigt ein Blick auf die Marktanteile. Sowohl im April als auch in den ersten vier Monaten des Jahres kommt Volkswagen auf rund 47 Prozent.

Die Pläne in Emden

VW Emden produziert neben dem ID.7 auch den E-SUV ID.4. Nach den Produktionsplänen vom Anfang des Jahres sollen in Emden in diesem Jahr 163.000 Fahrzeuge vom Band laufen. Zur einen Hälfte der ID.4, zur anderen Hälfte der ID.7.

Den ID.7 gibt es als Limousine und als Kombi; vom Passat Kombi-Nachfolger ID.7 Tourer sind in diesem Jahr 60.000 Fahrzeuge geplant. Tag für Tag sollen so 730 E-Fahrzeuge montiert werden. Die tatsächlichen Produktionszahlen ändern sich im Laufe des Jahres aber immer mal wieder.

VW dominiert den Markt

Im deutschen Elektroautomarkt dominiert damit im April der VW-Konzern. Nicht nur, dass die Kernmarke mit 9725 neu zugelassenen reinen Elektroautos weit vor der Konkurrenz liegt, wie aus Zahlen des KBA hervorgeht, auch die Plätze zwei, vier und fünf gehen an Marken aus dem Wolfsburger Konzern. Skoda gelingt es dabei sogar, BMW von Platz zwei zu verdrängen, wenn auch mit 4216 zu 4151 Autos denkbar knapp – unter anderem dank des neuen Elroq, der inzwischen auf hohe Neuzulassungszahlen kommt.

Die Ränge vier und fünf gehen an Audi mit 3390 und Seat mit 3196 Stromern vor Mercedes-Benz mit 2626. Blickt man auf den kompletten Zeitraum seit Jahresbeginn, ist die Reihenfolge in der Spitze fast identisch – nur liegt BMW dann noch vor Skoda.

Tesla verliert und verliert

Tesla hat dagegen im April seinen Absturz fortgesetzt. Mit 885 Neuzulassungen fällt der Elektroautohersteller, der vor wenigen Jahren noch die Nummer eins in Deutschland war, aus den Top10 und landet auf Rang 16. Hier dürfte sich weiterhin das politische Engagement des Konzernchefs und größten Anteilseigners Elon Musk bemerkbar machen, möglicherweise aber auch noch Auswirkungen des Modellwechsels beim Model Y.

Der Elektro-SUV hat inzwischen auch seinen lange verteidigten Platz als am häufigsten neu zugelassenes Modell in Deutschland verloren. Auch hier dominiert inzwischen der VW-Konzern mit ID.7, ID.3, den zusammen gezählten ID.4 und 5 der Kernmarke sowie dem Skoda Elroq und dem Seat Born. Die Top 10 sind dabei komplett mit deutschen Marken oder Töchtern deutscher Konzerne besetzt. Hier macht sich das immer breiter werdende Angebot der Unternehmen bemerkbar.

Mit Material von der dpa

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