Am 17. Mai  Demo zum Erhalt der Notfallversorgung in Emden geplant

Hannah Weiden
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Von Hannah Weiden
| 09.05.2025 08:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Emder Klinikum. Hier soll es künftig keine 24/7-Notfallversorgung mehr geben. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
Das Emder Klinikum. Hier soll es künftig keine 24/7-Notfallversorgung mehr geben. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
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In Emden soll es am Samstag, 17. Mai 2025, eine Demo auf dem Neuen Markt geben. Die Organisatorin sieht angesichts der Notaufnahmen-Schließung in Emden den Willen der Bürgerinnen und Bürger ignoriert.

Emden - Am Samstag, 17. Mai 2025, soll es um 14 Uhr eine Demonstration zum Erhalt der wohnortnahen Notfallversorgung auf dem Neuen Markt in Emden geben. Das teilt Organisatorin Zerrin Mentjes mit. Anlass ist demnach die geplante Schließung der 24-Stunden-Notaufnahme in Emden im Zuge der Krankenhausreform und der Umsetzung des Zentralklinik-Projekts.

Zum Hintergrund: Klinik-Geschäftsführer Dirk Balster hatte in einer Klausurtagung des Emder Stadtrats jüngst erneut bestätigt, dass es künftig an den bisherigen Klinikstandorten keine Rund-um-die-Uhr-Notfallversorgung mehr geben werde. Das hatte Balster auch 2023 schon einmal gesagt. Besonders in Emden sorgte diese Aussage nun für Kritik, da genau diese 24/7-Notfallversorgung Teil eines zweiten Bürgerentscheids gewesen war. Die Frage lautete: „Sind Sie dafür, dass Ihre Stadt Emden unter Beibehaltung einer Rund-um-die-Uhr-Notfallversorgung in Emden gemeinsam mit dem Landkreis Aurich eine neue kommunale Klinik im Raum Georgsheil baut?“

Workshop mit Kritikerinnen und Kritikern geplant

Als Reaktion auf diese Kritik hatte die Trägergesellschaft nun zu einem nicht öffentlichen Workshop mit 16 „ausgewählten fachkundigen bzw. in diesem Themenfeld stark engagierten Bürgern der Region und Pressevertretern der lokalen Redaktionen“ eingeladen. Darunter sind die Kreistagsabgeordneten Gila Altmann (Grüne, Aurich), Dorothea van Gerpen (SPD, Norden), der Norder Ratsherr Volker Glumm, aber auch Günter Beyer (Norden), Helmut Hagemeister (Hage), Anke Lohmann (Aktionsbündnis Norden), Dr. Axel Schönian (Norden) und die Norder Ärztin Mareike Ziegler. Aus der Stadt Emden nehmen die Ratsherren Jochen Eichhorn und Michael Martens (beide GfE), Lars Mennenga (Linke), Henning Meyer (FDP), Christian Nützel (Grüne), Alfred Schmidt und Ingo Weber teil. Auch Zerrin Mentjes, die nun die Demo angemeldet hat, wurde eingeladen.

Sie schreibt: „Diese Entscheidung (Anmerkung der Redaktion: die geplante Schließung der Emder Notaufnahme) steht im direkten Widerspruch zum Bürgerentscheid von 2019, bei dem sich die Emder Bevölkerung mit großer Mehrheit für den Erhalt der Notaufnahmen an allen bisherigen Klinikstandorten ausgesprochen hat.“ Dieser Wille der Bürgerinnen und Bürger werde nun ignoriert, ein demokratisches Versprechen werde gebrochen. Das sei auch ihr Hauptbeweggrund für ihr Engagement, so Mentjes auf Nachfrage dieser Redaktion. „Es stand offensichtlich nie zur Debatte, die Notaufnahme tatsächlich zu erhalten.“

Demo soll Politiker an Verantwortung erinnern

„Die politischen Verantwortlichen, einschließlich des Oberbürgermeisters, handeln nicht im Sinne der Bevölkerung. Stattdessen wird eine Entscheidung durchgesetzt, die die medizinische Versorgung vor Ort massiv verschlechtert“, heißt es weiter. Eine 24/7-Notaufnahme sei kein Wunschdenken, sondern eine lebenswichtige Infrastruktur, besonders in einer Stadt wie Emden mit einer alternden Bevölkerung und großen Entfernungen im Umland. „Ich möchte auch im Alter noch in der Lage sein, eine Notaufnahme zu erreichen – selbst, wenn ich kein Auto mehr fahren kann. Und ich wünsche mir, dass auch meine Enkel gut versorgt werden. Gerade die Jüngsten und Ältesten sind auf eine funktionierende Notfallversorgung angewiesen“, schreibt sie.

Die Demo am 17. Mai soll daher ein wichtiges Zeichen setzen: „Wir lassen uns das nicht gefallen. Wir fordern die Einhaltung demokratischer Entscheidungen und eine wohnortnahe, erreichbare Notfallversorgung – rund um die Uhr. Nur gemeinsam ist man laut“, schreibt die Organisatorin.

Sie wolle die Politik an ihre Verantwortung erinnern, aber auch die Möglichkeit geben, sich gegen den von Dirk Balster vorgegebenen Weg zu stellen und zu zeigen, „dass man den Bürgerwillen noch ernst nimmt“. Politische Werbung in Form von zum Beispiel Bannern ist der Ankündigung zufolge nicht erlaubt.

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