Berlin  Von „Moin“-Tasse bis Lego-Set: Diese ungewöhnlichen Geschenke machten sich die Minister

Patrick Kern
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Von Patrick Kern
| 07.05.2025 19:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der ehemalige Forschungsminister Cem Özdemir (Grüne) darf dank seiner Nachfolgerin Dorothee Bär (CSU) seine Freizeit mit Basteln am Legoset verbringen. Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka
Der ehemalige Forschungsminister Cem Özdemir (Grüne) darf dank seiner Nachfolgerin Dorothee Bär (CSU) seine Freizeit mit Basteln am Legoset verbringen. Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka
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Im Gegensatz zur turbulenten Kanzler-Wahl fanden die Amtsübergaben in den verschiedenen Ministerien ohne große Vorkommnisse statt. Für Aufmerksamkeit sorgten die früheren und neuen Minister allerdings mit außergewöhnlichen Antritts- und Abschiedsgeschenken.

Großes Stühlerücken in der Bundesregierung: Nachdem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Dienstagabend die Minister der neuen Regierung vereidigt hatte, wurden kurz darauf die Ministerien von den scheidenden Amtsträgern an ihre Nachfolger übergeben. Während es sich bei manchen um eine nüchterne Übergabe handelte, wurde es bei anderen mit außergewöhnlichen Geschenken deutlich herzlicher und auch scherzhafter.

So zum Beispiel bei der Übergabe des Auswärtigen Amtes von Annalena Baerbock an Johann Wadephul. In einem Video auf Instagram zeigt die Grünen-Politikerin, dass sie ihrem Nachfolger von der CDU etwas Besonderes im Büro hinterlassen hat.

Auf dem Tisch ist eine weiße Tasse mit grünen Akzenten und der Aufschrift „Moin“ zu sehen. Daneben liegt das Buch „In der Männer-Republik: Wie Frauen die Politik eroberten“ von Torsten Körner. Baerbock richtet sich in dem Video auch direkt an Wadephul, der seine Wurzeln im Norden hat: „Lieber Johann, damit du dich in diesem wunderbaren Amt gleich so richtig heimisch fühlst. Alles Gute.“

Sind die grüne Tasse und ein Buch über Frauenpower in der Politik als kleine Spitze gegen den neuen, männlichen CDU-Außenminister zu interpretieren? Zumindest beim Buch lässt sich das anzweifeln: Wadephul hat vor wenigen Tagen noch im Interview mit Phoenix bekräftigt, dass er die Arbeit von Baerbock als Außenministerin schätzt und es mehr Frauen mit verantwortungsvollen Aufgaben im Auswärtigen Amt brauche. Und auch sonst verstehen sich die beiden Politiker gut, wie ein aktuelles Foto bekräftigt.

Bezüglich der grünen Tasse allerdings sah sich Wadephul veranlasst, zu reagieren. In einem anderen Video, das ihn in seinem neuen Ministerbüro zeigt, sieht man, wie die grüne „Moin“-Tasse durch eine ähnliche Tasse mit CDU-typischen, schwarzen Akzenten ersetzt wird: „Ab jetzt gibt es auf diesen Kanälen Außenpolitik aus einem Guss“, erklärt er dazu. Den Followern gefällt die lockere Umgangsweise der beiden: „Haha, super Aktion. Schönes Augenzwinkern auf beiden Seiten“ und „Humor hat er schon mal. Hoffen wir das Beste“ ist unter anderem in den Kommentaren zu lesen.

Und dabei blieb es nicht. Bei seiner Dankesrede zur Amtsübergabe packte Wadephul noch ein Anti-Stress-Geschenk für Baerbock aus: einen sogenannten „Hoptimisten“, eine lustig aussehende Federfigur, die einem entgegenspringt, wenn man draufdrückt. Diese solle ihr beim Abreagieren helfen, wenn es in ihrem neuen Job bei der UNO einmal stressig wird. Im Publikum sorgte seine Vorführung, wie der „Hoptimist“ funktioniert, für Lacher.

Auch bei der Übergabe des Forschungsministeriums gab es ein besonderes Geschenk: Cem Özdemir, der das Ministerium im November 2024 nach dem Ampel-Bruch übernahm, erhielt von der neuen Ministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär (CSU), ein Lego-Raumschiff geschenkt.

Der Grünen-Politiker kann seine neu gewonnene Freizeit also mit Basteln verbringen, bevor es ihn zurück nach Baden-Württemberg zieht, um sich dort bei der Landtagswahl 2026 für das Amt des Ministerpräsidenten zu bewerben.

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