Reedereien suchen Azubis  „Mission: Impossible“ und Popcorn für lau

Martin Teschke
|
Von Martin Teschke
| 06.05.2025 06:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Werben für die Ausbildung in einer Reederei: (von links) Maik Escherhaus (Ausbildungsleiter und Prokurist bei der Reederei Hartmann), Corinna Stasun (Azubi), Oleksandra Zemskova (Jahrespraktikantin), Jaane Neemann (Azubi), Kilian Janssen (Azubi), Alina Ferdinand (Azubi) und Yskert Rathmann (ebenfalls Azubi bei der Reederei Hartmann). Foto: Emely Robbe/Reederei Hartmann
Werben für die Ausbildung in einer Reederei: (von links) Maik Escherhaus (Ausbildungsleiter und Prokurist bei der Reederei Hartmann), Corinna Stasun (Azubi), Oleksandra Zemskova (Jahrespraktikantin), Jaane Neemann (Azubi), Kilian Janssen (Azubi), Alina Ferdinand (Azubi) und Yskert Rathmann (ebenfalls Azubi bei der Reederei Hartmann). Foto: Emely Robbe/Reederei Hartmann
Artikel teilen:

Die Suche nach Auszubildenden ist längst kein Selbstläufer mehr. Ostfrieslands Reedereien müssen in die Offensive gehen – diesmal mit einem der größten Hollywood-Stars der vergangenen Jahrzehnte.

Ostfriesland - Bereits zum dritten Mal in Folge laden Reedereien aus Ostfriesland und dem Emsland junge Leute aus der Region zu einem kostenlosen Kino-Abend ein. Ziel ist es, Jugendliche für eine Ausbildung in der maritimen Wirtschaft zu interessieren.

„Wir wollen niemanden bequatschen“, sagte Maik Escherhaus im Gespräch mit unserer Redaktion. „Es reicht uns, wenn jemand schon mal davon gehört hat, was man in einer Reederei alles machen kann.“ Escherhaus ist Ausbildungsleiter bei der Reederei Hartmann in Leer. Gemeinsam mit zehn weiteren Schifffahrtsunternehmen hat er zwei Kino-Abende organisiert, bei denen er „wirklich ganz kurz“ erklärt, worum es bei der Ausbildung von Schifffahrtskaufleuten eigentlich geht.

Action mit Tom Cruise

Gezeigt wird diesmal der Action-Film „Mission: Impossible - The Final Reckoning“ mit Tom Cruise in der Hauptrolle. Deutschland-Start des Films ist am Donnerstag, 21. Mai. Dann wollen auch die Reedereien den achten Teil der Reihe zeigen.

Eingeladen sind Jugendliche ab 16 Jahren. Gezeigt wird „Mission: Impossible“ am Donnerstag, 21. Mai, ab 19 Uhr im Kino-Center Leer und am Freitag, 22. Mai, ebenfalls ab 19 Uhr im Kino Meppen. Kostenlose Karten gibt es ab sofort auf der Website gemeinsamschifffahrt.de. Dort ist ein QR-Code zu finden, mit dessen Hilfe die Karten bestellt werden können. Zur Einladung zu „Mission: Impossible 8“ gehören auch kostenlose Softdrinks und Popcorn. Zur Verfügung stehen jeweils 150 Kinokarten.

Ausflüge nach China und in die USA

„Wir haben aus reiner Notwendigkeit unsere Kräfte gebündelt“, sagte Escherhaus von der Reederei Hartmann zum Hintergrund der Kino-Einladung. „Wir brauchen gute Azubis.“ In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Bewerbungen dramatisch gesunken. In den beteiligten Reedereien stehen laut Escherhaus jährlich etwa 25 Ausbildungsplätze für Schifffahrtskaufleute zur Verfügung. Hinzu kommen etwa 10 Fachinformatiker (Systemintegration) und knapp 30 Schiffsmechaniker.

In der zweieinhalb- bis dreijährigen Ausbildung soll den jungen Leuten neben einer Ausbildungsvergütung von etwa 1000 Euro monatlich viel internationales Flair geboten werden. Vereinzelt könnten Azubis sogar für zwei Wochen nach China oder in die USA reisen, sagte Escherhaus. Vor allem aber: „Wir haben bei der Arbeit mit der ganzen Welt zu tun. Was man tagtäglich so in den Nachrichten hört, hat direkte Auswirkungen auf unsere Arbeit.“ Vor Kurzem der Stromausfall in Spanien etwa habe dazu geführt, dass ein Frachter in Sevilla nicht in den Hafen habe einlaufen können. Und natürlich spielten auch der Krieg in der Ukraine und der Konflikt im Jemen für die internationale Schifffahrt eine Rolle. Die Azubis müssten also ein großes Interesse an der Weltpolitik und natürlich gute Englisch-Kenntnisse mitbringen. Bevorzugt seien Realschüler und Gymnasiasten.

Zum Einstieg eintägige Praktika

Escherhaus empfiehlt allen jungen Leuten, vor der Ausbildung unbedingt ein Praktikum in einer der Reedereien zu absolvieren. „Ein einziger Tag reicht eigentlich schon“, sagte der Ausbildungsleiter von Hartmann. „Danach kann man immer noch mal einen zweiten oder dritten Schnupper-Tag vereinbaren.“ Die Perspektiven in dem Job seien jedenfalls nicht schlecht. Alle elf Reedereien zusammen würden in den nächsten zwei Jahren rund 40 neue Schiffe bekommen, die alle gemanagt und betrieben werden müssten.

Und das sind die Reedereien, die sich an dem Kino-Event beteiligen: Reederei Jüngerhans (Haren), SMS Bereederung (Haren), Scomber Chartering (Haren), Reederei Wessels (Haren), Schulte & Bruns (Papenburg), Krey Schiffart (Leer), Hartmann Reederei (Leer), EMS Group (Leer), BBC Chartering (Leer), Briese Schiffahrt (Leer) und Reederei Norden-Frisia (Norddeich).

Ähnliche Artikel