Genehmigung ist da In Emden dürfen jetzt Schiffe recycelt werden
Wo früher Schiffe gebaut wurden, werden sie künftig zerlegt: Die Emder Werft und Dock GmbH steigt ins Schiffsrecycling ein. Eine wichtige Hürde ist aus dem Weg geräumt.
Emden - Jetzt ist es offiziell: Die EWD Benli Recycling GmbH & Co. KG steigt auf dem Gelände der Emder Werft und Dock GmbH (EWD) als erstes deutsches Unternehmen in den Rückbau von Schiffen, Windrädern und Industrieanlagen ein. Das sei eine Premiere in der deutschen maritimen Wirtschaft, teilte das Unternehmen am Mittwoch, 30. April 2025, mit. In dieser Woche erhielten die Geschäftsführer Björn Sommer und Dr. Sebastian Jeanvré laut der Pressemitteilung die notwendigen Genehmigungsunterlagen vom Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg.
„Das Verfahren hat rund ein Jahr gedauert und wir freuen uns sehr, dass wir jetzt die Nachfrage in Emden bedienen können“, wird Björn Sommer, der zugleich auch Chef der Emder Werft und Dock GmbH ist, in der Mitteilung zitiert. Das maritime Kerngeschäft soll der Rückbau von Seeschiffen, Binnenschiffen, Küstenmotorschiffen, sowie Fahrgastschiffen und Fähren werden. „Im Prinzip können wir künftig alles zerlegen, was durch die Seeschleuse in den Emder Hafen einlaufen kann“, erklärt Sommer.
„Ein starkes Signal für die deutsche maritime Wirtschaft“
Mit der nun vorliegenden Genehmigung startet das Team um Jeanvré und Sommer mit der Akquise. „Nach der Verkündung im vergangenen Jahr, in dieses Geschäftsfeld einsteigen zu wollen, haben uns direkt erste Anfragen erreicht, die wir jedoch aufgrund der laufenden Genehmigungsphase noch ablehnen mussten“, so Sommer. Nun grünes Licht zu erhalten sei gleichzeitig ein starkes Signal für die deutsche maritime Wirtschaft, die über viel Know-how verfüge. Die EWD Benli Recycling GmbH & Co. KG ist nach eigenen Angaben das einzige deutsche maritime Unternehmen, dass über die notwendigen Genehmigungen verfügt.
Das notwendige Zertifizierungsverfahren sei anspruchsvoll gewesen, heißt es weiter. Das Unternehmen habe sich dabei sehr auf die Unterstützung durch den Emder Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos), Wirtschaftsförderin Martje Merten, das Umweltministerium sowie die Gewerbeaufsichtsämter Oldenburg und Emden verlassen können.
Rohstoffe aus alten Schiffen sollen in Deutschland bleiben
„Wir haben Hand in Hand und jederzeit transparent zusammengearbeitet, um in dieses Geschäft einsteigen zu können. Letztlich tragen wir damit weiter dazu bei, dass der Seehafen Emden weiter floriert und die Rohstoffe aus alten Schiffen in Deutschland bleiben“, so der Recycling-Experte Dr. Sebastian Jeanvré, der zugleich Geschäftsführer der ReLog GmbH, einem Unternehmen für die Planung und Umsetzung von Industrierückbau-Projekten, Schiffs-, Triebwerks-, Windrad- und Flugzeugrecycling, ist.
Mit dieser Kooperation sollen nun neben Schiffen auch Industrieanlagen zurückgebaut werden. Jeanvré bildet mit Björn Sommer eine Doppelspitze in der Geschäftsführung der EWD Benli Recycling GmbH & Co. KG.