Nach tödlichen Schüssen  Reaktionen auf umstrittenen Polizeieinsatz in Oldenburg

Claus Hock
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Von Claus Hock
| 29.04.2025 11:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Auf den Plakaten auf der Demonstration in Oldenburg wurde die Polizei oft kritisiert. Foto: Hock
Auf den Plakaten auf der Demonstration in Oldenburg wurde die Polizei oft kritisiert. Foto: Hock
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Nach den tödlichen Schüssen auf einen 21-Jährigen in Oldenburg kochen immer wieder die Emotionen hoch. Dabei gibt es Beleidigungen und Häme in alle Richtungen.

Oldenburg - „ACAB“-Rufe hallten am Freitag, 25. April 2025, mehrfach durch die Oldenburger Innenstadt. Auch zahlreiche Graffiti zeigen die Abkürzung, die für „All Cops Are Bastards“ („Alle Polizisten sind Bastarde“) steht. Nach den tödlichen Schüssen auf den 21-jährigen Oldenburger Lorenz A. steht die Polizei Oldenburg in der Kritik – und diese wird oft nicht sachlich, sondern pauschalisierend und beleidigend formuliert. Auch im Netz geht es ähnlich zu. Auf Tiktok werden Statements zum Fall oft mit einem bestimmten Lied unterlegt, darin heißt es: „Ich kann nichts, ich bin nichts, gebt mir eine Uniform“ – ein Spruch, der mindestens seit den 1980er Jahren gegenüber der Polizei geäußert wird.

Die Schüsse auf Lorenz A. bewegen und beschäftigen die Menschen. Auch die Oldenburger Polizistinnen und Polizisten werden im Alltag immer wieder darauf angesprochen. Das bestätigt die Polizeidirektion Oldenburg auf Nachfrage. Seit Bekanntwerden des Einsatzes würden die Beamten „insbesondere im Oldenburger Stadtgebiet“ während des Dienstes „sehr häufig mit den tragischen Ereignissen konfrontiert“, schreibt die Polizeidirektion Oldenburg.

Spannungen und Solidarität in Oldenburg

Dabei gebe es „viele sachliche Gespräche“, aber eben nicht nur. Es komme auch immer wieder zu verbalen und nonverbalen Provokationen. „Dabei wird den Kolleginnen und Kollegen teils sogar anlassunabhängig eine sehr ablehnende Haltung entgegengebracht. Zudem werde im Internet das Bild von mindestens einem Polizisten mit Klarnamen verteilt. Dieser Beamte sei aber nicht am Einsatz beteiligt gewesen, so die Polizei Oldenburg bereits in der vergangenen Woche.

Aber auch die Reaktionen in Richtung der Freunde und Angehörigen von Lorenz A. sind unterschiedlich. Viele zeigen sich solidarisch und sprechen ihr Mitgefühl aufgrund des Verlustes aus. Sei es am Gedenkort in der Oldenburger Achternstraße, sei es online. Aber es gibt auch die anderen Stimmen. Sowohl die, die bei allem Verständnis betonen, dass man doch erst die Ermittlungen abwarten solle, bevor man von Rassismus oder von Mord spricht (die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags, nicht wegen Mordes). Als auch die Stimmen, die bejubeln, dass Lorenz A. erschossen wurde – und dies in nahezu hämischen Kommentaren äußern.

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