Hamburg Katja Wolf gegen Sahra Wagenknecht: So wird das nichts mit dem BSW
Es gibt Streit beim BSW. Sahra Wagenknecht versucht mit allen Mitteln, Katja Wolf von der Spitze des Thüringer Landesverbandes zu vertreiben. Mit dem öffentlichen Streit gefährden beide die Partei.
Der offene Machtkampf im BSW zwischen der Thüringer Landesvorsitzenden Katja Wolf und der Bundeschefin Sahra Wagenknecht geht weiter. Nach der Landtagswahl im Freistaat trat der Landesverband unter Wolfs Führung gegen den Willen von Wagenknecht in die Koalition aus BSW, CDU und SPD ein.
Im Vorfeld des Parteitags in Thüringen revanchierte sich Wagenknecht mit einem Brief an die Thüringer Parteimitglieder, in dem sie sich für eine „Neuaufstellung des Landesvorstands“ ausspricht und die bis dato kaum in Erscheinung getretene Landtagsabgeordnete Anke Wirsing als neue Landeschefin unterstützt. Nach der Bundestagswahl hatte Wagenknecht die Thüringer bereits für das enttäuschende Wahlergebnis im Bund verantwortlich gemacht.
Diese öffentlich ausgetragenen Machtkämpfe sind beim BSW kein Einzelfall. In Hamburg hatte das bereits zur Folge, dass es zeitweise zwei Landesverbände gab. Solche chaotischen Begebenheiten sind für eine junge Partei erst einmal normal. Strukturen und Prozesse müssen sich noch etablieren. Doch für das BSW könnte das Chaos zu einem existenziellen Problem werden.
Wegen der frühen Erfolge steht die Wagenknecht-Partei unter einer ganz anderen Beobachtung als die meisten anderen Neugründungen, auch wenn der Einzug in den Bundestag knapp verfehlt wurde. Doch gerade wegen dieses Rückschlags muss die Partei in den Landesparlamenten umso dringender in Regierung und Opposition positiv auffallen, wenn sie nicht in Vergessenheit geraten will.
Machtkämpfe wie der zwischen Wolf und Wagenknecht sind dabei Gift. Sie haben zur Folge, dass die Wagenknecht-Partei den Eindruck eines unprofessionellen, zerstrittenen Haufens erweckt – ein Eindruck, den Wähler selten zu schätzen wissen.