Klinik in Emden Keine Notfallversorgung – Kritiker sehen sich bestätigt
Nach Eröffnung der Zentralklinik wird es in Emden und Aurich keine Rund-um-die-Uhr-Notfallversorgung mehr geben. Diese Klarstellung von Klinikchef Dirk Balster sorgt für Empörung.
Emden - Die Linke im Emder Rat übt scharfe Kritik am geplanten Aus für die Rund-um-die-Uhr-Notfallversorgung am jetzigen Krankenhaus-Standort Emden. Klinik-Geschäftsführer Dirk Balster hatte in einer Klausurtagung des Emder Rates am Dienstag, 22. April 2025, klargestellt, dass es nach Inbetriebnahme der Zentralklinik für die Stadt Emden und den Landkreis Aurich in Uthwerdum keine 24/7-Notfallversorgung an den Altstandorten der Kliniken geben werde. Eine solche Versorgung sei aus medizinisch-strukturellen und wirtschaftlichen Gründen nicht realisierbar, heißt es in einer am Mittwoch, 23. April 2025, veröffentlichten Mitteilung der Trägergesellschaft Kliniken Aurich-Emden-Norden.
Der Linken-Ratsherr Lars Mennenga erinnert daran, dass die Aufrechterhaltung der Notfallversorgung im Emder Bürgerentscheid 2019 explizit zugesichert wurde. „Kritiker, insbesondere unsere Partei Die Linke, sehen sich bestätigt“, schreibt Mennenga in einer Pressemitteilung. Das Versprechen sei gebrochen worden. „Wer sich fragt wie die Politikverdrossenheit entsteht, findet hier das perfekte Beispiel.“ Die Linke warnt vor „gravierenden Folgen für die medizinische Versorgung der Emder Bürgerinnen und Bürger“.
Empörte Kommentare auf Facebook
Der Linken-Politiker übt grundsätzliche Kritik an der Gesundheitspolitik und fordert eine Reform des Gesundheitssystems. Das Fallpauschalensystem, das medizinische Leistungen pro Behandlungsfall vergüte, habe zahlreiche negative Auswirkungen. Krankenhäuser erhielten oft keine angemessene Vergütung für komplexe Behandlungen. Die Qualität der Versorgung leide. Zudem seien sie personell „dramatisch unterbesetzt“.
Auch der Ratsherr Jochen Eichhorn (Gemeinsam für Emden) sieht sich bestätigt. Die Wählergemeinschaft habe immer wieder davor gewarnt, „die vollmundige Versprechung“ im Bürgerentscheid zu glauben, schreibt er in einem Kommentar zu unserem Bericht auf Facebook. Bis Donnerstagmittag, 24. April 2025, gab es dort 260 Kommentare – die meisten empört bis resigniert. Dabei hatte Balster bereits kurz nach Amtsantritt 2023 in einem Pressegespräch gesagt, dass an den heutigen Klinikstandorten nach Eröffnung der Zentralklink keine 24/7-Notfallversorgung vorgehalten werden könne. „Davon muss man sich verabschieden, das wird′s nicht geben“, waren seine Worte.