Sicherer Verkehr in Jemgum Tödlicher Unfall auf der L 15 – was daraus folgen könnte
Ein tödlicher Verkehrsunfall im Jahr 2023 hat die Gemeindepolitik in Jemgum aufgeschreckt. Wie der Verkehr sicherer werden kann, wird am Montag, 28. April, öffentlich diskutiert.
Jemgum - Im Dezember 2023 starb eine 89 Jahre alte Frau bei einem Verkehrsunfall auf der Hofstraße (L 15). Die Jemgumerin war am Abend, gegen 17.25 Uhr, auf dem Gehweg entlang der Ortsdurchfahrt unterwegs und sollte unvermittelt die Straße betreten haben, wie es damals seitens der Polizei berichtet wurde. Dort wurde sie von einem Fahrzeug frontal erfasst. Die Frau starb noch am Unfallort.
Wie sicher ist die Ortsdurchfahrt in Jemgum, ist eine Frage, die seither die Gemeindepolitik umtreibt. Antworten sollen jetzt die Verkehrsexperten des Vareler Ingenieurbüros Schütter, Schwerdhelm & Wolters PartG mbB im Ausschuss für Feuerschutz, Vereine und Verkehr geben. Diese hatte die Verwaltung beauftragt, sich die Verkehrssituation an der L 15 im Rahmen eines Bestandsaudits einmal genauer anzuschauen. Der Ausschuss tagt öffentlich am Montag, 28. April, ab 19 Uhr, im Rathaus Jemgum.
Für Autofahrer schwer zu erkennen
Der Bericht der Verkehrsexperten führt mehrere Schwachpunkte der örtlichen Gegebenheiten auf, die gegebenenfalls verbessert werden könnten, um die Verkehrssicherheit entlang der L 15 zu verbessern. So erkläre sich der Straßenraum nur in geringem Maße selbst. Beispielsweise sei für von Norden kommende Verkehrsteilnehmer am Beginn der Bebauung ein Ortseingangsschild aufgestellt. Da der Charakter der Straße sich allerdings hier und in der Folge nicht ändere, müssten die Autofahrer bewusst auf die Bremse treten, um die Geschwindigkeit auf die ab hier geltenden 50 Kilometer pro Stunde zu begrenzen. Darauf führen die Fachleute auch zurück, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit im nördlichen Teil Jemgums auch ganz gern einmal überschritten wird.
Der Knotenpunkt Hofstraße/Ziegeleistraße mit seinen großen Radien weise zudem eher auf eine Einmündung im außer örtlichen Bereich hin und erschwere es Fußgängern, die Landesstraße an dieser Stelle zu überqueren, weil der Weg sehr lang sei. Die von der Einmündung etwa 40 Meter nördlich gelegene Stelle zum Überqueren der Straße sei für Autofahrer nur schwer zu erkennen und zudem noch deutlicher schlechter ausgeleuchtet als die Einmündung der Ziegeleistraße in die L 15. Kritisiert werden unter anderem auch fehlende Orientierungshilfen für Fußgänger und Radfahrer oder Platz zum Hinstellen, wenn an der Straße gewartet werden muss.
Dem Bericht zufolge ist einiges unzulänglich, doch was bleibt zu tun, um die Verkehrssicherheit in diesem Bereich zu verbessern? Auch hier geben die Verkehrsexperten den Gemeindepolitikern mal mehr, mal weniger aufwendige Empfehlungen an die Hand, über die vor einem Beschluss diskutiert werden muss. Sie reichen von der Erneuerung der Markierungen und Beschilderung über eine Tempo-30-Regelung bis hin zu einer Neugestaltung des gesamten Knotenbereiches. Manche der Vorschläge ließen sich schnell und mit wenig Aufwand umsetzen, andere seien zeit- und kostenaufwendig, räumen die Verkehrsexperten ein.