Medizin in Emden und Aurich  Keine Notfallversorgung an ehemaligen Kliniken

Marion Luppen
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Von Marion Luppen
| 23.04.2025 18:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
So soll die Zentralklinik in Uthwerdum aussehen. Grafik: Trägergesellschaft
So soll die Zentralklinik in Uthwerdum aussehen. Grafik: Trägergesellschaft
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Wenn die Zentralklinik in Uthwerdum eröffnet ist, wird es an den alten Klinik-Standorten in Emden und Aurich keine 24/7-Notfallversorgung geben. Das stellte Klinik-Geschäftsführer Dirk Balster klar.

Emden/Aurich - An den heutigen Krankenhaus-Standorten in Aurich, Emden und Norden wird es nach Eröffnung der Zentralklinik in Uthwerdum 2029 keine Rund-um-die-Uhr-Notfallversorgung mehr geben. Das stellte Klinik-Geschäftsführer Dirk Balster laut einer Pressemitteilung in einer nicht öffentlichen Sitzung des Emder Rates am Dienstag, 22. April 2025, klar. Eine solche Versorgung sei aus medizinisch-strukturellen und wirtschaftlichen Gründen nicht realisierbar, heißt es in einer am Mittwoch, 23. April 2025, veröffentlichten Mitteilung der Trägergesellschaft Kliniken Aurich-Emden-Norden.

Spätestens mit der Krankenhausreform 2024 sei eine solche vom Krankenhausträger betriebene Notfallversorgung unmöglich geworden, da sie stationäre Ressourcen als strukturelle Voraussetzung erfordere, so Balster. Der Geschäftsführer berief sich zudem auf Aussagen, die er in einem Pressegespräch im Mai 2023 getätigt hatte. Diese Zeitung hatte ihn damals mit den Worten zitiert: „Dass an allen Standorten, an denen mal ein Krankenhaus war, eine 24/7-Notfallversorgungseinheit vorgehalten wird, davon muss man sich verabschieden. Das wird′s nicht geben.“ Das gelte bundesweit, nicht nur in Ostfriesland.

Alles besser in der Zentralklinik?

Pikant: Bei der Vorstellung der Pläne zur Zentralklinik hatte es stets geheißen, dass nach deren Inbetriebnahme eine Rund-um-die-Uhr-Notfallversorgung in Aurich, Emden und Norden aufrechterhalten werde. Dies war auch bei den Bürgerentscheiden in Emden und im Landkreis Aurich als Voraussetzung genannt worden, und Balsters Vorgänger Claus Eppmann hatte es stets betont.

Die zentrale Krankenhaus-Notfallversorgung für die Stadt Emden und den Landkreis Aurich werde jedoch in der Zentralklinik „in deutlich verbesserter Form“ rund um die Uhr vorgehalten, versicherte Balster. Darüber hinaus würden die Kapazitäten der Rettungssysteme an die neue Standortstruktur angepasst und ausgebaut. Auch Telemedizin werde die Versorgung verbessern. Durch die „Kombination aus zentraler Klinikversorgung und gut vernetzter Rettungsstruktur“ werde die Notfallversorgung an den bisherigen Klinikstandorten dauerhaft abgesichert.

Hohe Investitionen in Personal in Emden

In der Klausurtagung in Emden berichtete Balster laut der Pressemitteilung zudem von positiven Grundtendenzen in den Krankenhäusern. Wie schon in einer Klausurtagung in Aurich am 1. April 2025 berichtete er vom Rückgang des Einsatzes kostspieliger Honorarkräfte an den Kliniken. Stattdessen werde vermehrt eigenes Personal eingesetzt. Außerdem seien wichtige Investitionen in moderne Medizintechnik getätigt worden.

Das medizinische Profil der Krankenhäuser werde „im Hinblick auf die Zentralklinik bereits heute durch die Einführung neuer Verfahren, zukunftsorientierter Technik und neuer Kompetenzen geschärft“, heißt es in der Mitteilung weiter. Insbesondere am Standort Emden sei deutlich in medizinisches Leitungspersonal investiert worden. Am Standort Aurich entwickele sich insbesondere die Gynäkologie sehr gut. Für 2026 sei geplant, die Zertifizierung als Brustkrebszentrum zu realisieren.

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