Osnabrück  Garten umgestalten: So wird ein alter Rasen zum blühenden Gartentraum

Julia Kuhlmann
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Von Julia Kuhlmann
| 23.04.2025 13:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Dieser Garten vermittelt ein Strandgefühl und spielt mit dem Charme naturnaher Wiesen. Foto: Joachim Hegmann
Dieser Garten vermittelt ein Strandgefühl und spielt mit dem Charme naturnaher Wiesen. Foto: Joachim Hegmann
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Wir zeigen, wie aus einem alten Stück Rasen auf trockenem Boden eine pflegeleichte und blühende Staudenwiese mit Strandfeeling wurde – mit Vorher-Nachher-Bildern vom Garten.

Angesichts des Klimawandels wird es immer schwieriger, Rasen auf trockenem Boden schön zu halten. Auch deshalb entschied sich Gartengestalter Joachim Hegmann, ihn durch eine Staudenwiese zu ersetzen.

Ausgangspunkt der Gartenneuplanung war ein in die Jahre gekommenes Stückchen Erde hinterm Haus. Auf der etwa 80 Quadratmeter großen Fläche sollte nun ein Garten entstehen, der seinen Besitzer Strandgefühle vermittelt.

Der rudimentäre Rasen und der viele Wildbewuchs wurden mit einem Minibagger abgetragen und an anderer Stelle auf dem Grundstück als Hügelbeet wiederverwendet.

Mit dem Bagger wurden die künftigen Wege etwas tiefer ausgehoben. Der Aushub wiederum wurde zur Anhäufelung der Beete benutzt. Auf die Wege wurde schließlich eine 20 Zentimeter hohe Schotterschicht aufgebracht. In einem späteren Schritt wurden die Wege und die Sitzfläche mit feinem Rundkies (2 bis 8 Millimeter Körnung) etwa zwei Zentimeter hoch abgedeckt. Es empfiehlt sich dringend, den Kies nicht einfach auf den vorhandenen Boden aufzubringen, sonst würden die Wege schnell wieder zuwachsen.

Eingebettet in leicht aufgeböschte Pflanzflächen sollte es eine Sitzfläche und damit auch ausreichend Platz für zwei Liegen im Garten geben. Der Aushub für den Aufbau der Kieswege, unter denen eine Schotterschicht eingebaut wurde, wurde zur Modellierung der Pflanzflächen benutzt.

Eine wesentliche Frage bei der Garten- und Pflanzplanung: Welche Pflanzen sollen den Ton angeben? Im neu gestalteten Garten mit Strandatmosphäre prägen die vielen Federgräser (Nasella tenuissima) den Charakter der Beete. Strenger gestaltete, formale Staudenbeete schieden vor dem Ziel, eine lockere Strandatmosphäre zu schaffen, aus.

Das Federgras ist ideal für den vorhandenen sandigen Boden. Zwischen die Gräser als wiederkehrendes Element wurden Wildstauden sowie einige züchterisch ausgelesene Stauden gepflanzt.

Ein Vorteil dieser Art von Staudenwiese ist, dass kein strenger Pflanzplan notwendig ist, sondern allenfalls „Regieanweisungen“ für das Auslegen der Stauden, wie es der Gestalter dieses Gartens, Buchautor Joachim Hegmann, nennt. Hilfreich sind Notizen, welche Stauden miteinander kombiniert, also benachbart bepflanzt werden sollen. Auch ein Hinweis, ob eine Staude eher in die Beetmitte oder am Rand gepflanzt werden soll, ist nützlich.

Besondere Aufmerksamkeit wurde in diesem Garten der Bepflanzung mit Zwiebelblumen gewidmet. In mehreren Blütenwellen sollten Tulpen und Co den Garten im Frühling bezaubern.

Im März beginnt der Blütenreigen mit Krokussen. Anfang April folgen die Tulpen: „Tulipa praestans Shogun“ mit „Tulipa fosteriana Purissma“, die zeitgleich blühen.

Diverse blaue Traubenhyazinthen mischen sich unters Tulpenvolk. In den frischeren Garten-Bereichen wurden niedrige Narzissen, darunter die fast immer zuverlässig wiederkehrende Sorte Thala gepflanzt. Ab Ende April starten einige einfach- und spätblühende weinrote Tulpen.

Erst mit feineren Trommelschlägen, dann mit lauten Paukenschlägen bilden die Kugellauche Allium „Purple Sensation“, „Globemaster“ sowie „Mount Everest“ den Schlusssatz in der Frühlingsymphonie.

Steppenkerzen und Mohn ziehen die Blicke im Frühsommer auf sich. Diese Pflanzengesellschaft ist auch noch attraktiv, wenn der Mohn schon verblüht ist und die Steppenkerzen auch beginnen abzublühen.

Im Frühsommer ziehen auch Steppenkerzen mit ihren intensiv orange-gelben Blüten die Aufmerksamkeit auf sich. Sie werden vom „Seltsamen Scheinsonnenhut“ begleitet, der seinen Namen dem Umstand verdankt, dass er der einzige gelb blühende Scheinsonnenhut ist. Auch der rosa blühende blasse Scheinsonnenhut (Echinacea pallida) wurde hier kombiniert. Diese Echinacea-Wildgarten sind gut trockenheitsverträglich.

Für Blau in der Staudenwiese sorgen verschiedene Katzenminze-Sorten (Nepeta), Blauraute (Perovskia) sowie Mannstreu (Eryngium).

Katzenminze (Nepeta) der Sorte „Superba“ hat die in diesem Konzept willkommene Eigenschaft, sich reichlich zu versamen. Sie ist eine der verwendeten Streuner in den Beeten. A

ndere Samen-Vagabunden, die sich in Lücken breitmachen und diese zuverlässig schließen, ist die einheimische Karthäusernelke, die Präriekerze (Gaura lindheimeri) und das Argentinische Eisenkraut (Verbena bonariensis): Die Insektenmagnete blühen vom frühen Sommer bis in den Herbst.

Die Pflanzflächen in dieser Anlage wurden wie die Wege und die Sitzfläche ebenfalls mit feinem Kies gemulcht: etwa zwei Zentimeter hoch. Zu den Zeiten, in denen die Pflanzung üppig wächst und blüht, ist vom Mulch wenig zu sehen. Im Winter und Frühjahr verstärkt sich der Strand-Eindruck dafür etwas mehr.

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