NPorts in Norden Kleine Häfen als Drehscheibe der Energiewende
Die Häfen Norddeich und Bensersiel dienen nicht nur der Anbindung der Inseln. Längst spielen sie für die Offshore-Windkraft eine wichtige Rolle.
Norden - 1,29 Millionen Tonnen Güterumschlag, 8,5 Millionen Passagier- und 31.164 Schiffsbewegungen: Es sind eine Menge Menschen und Güter, die Jahr für Jahr die Häfen Norddeich und Bensersiel sowie Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge passieren. Zuständig für Entwicklung und Unterhaltung der sieben Inselversorgungshäfen ist der Standort Norden von Niedersachsens Hafengesellschaft NPorts. „Die zuverlässige Versorgung der Inseln ist unser zentraler Auftrag am Standort Norden. Dafür stellen wir Liegeplätze her und halten die Zufahrten bereit“, erläutert NPorts-Geschäftsführer Holger Banik. Doch die Inselversorgungshäfen leisten mittlerweile noch weit mehr als die Anbindung der Ostfriesischen Inseln: „Sie sind als Service-Häfen für Offshore-Projekte von besonderer Bedeutung für die Energiewende und Ankerpunkte für den nachhaltigen Ausbau der Energie-Infrastruktur an der Küste“, so Banik.
Bensersiel zentral für Verlegung von Seekabeln
So wurde der kleine Hafen Bensersiel zur Drehscheibe der Seekabelverlegung: Bereits jetzt und die nächsten Jahre noch wird Bensersiel von Bauunternehmen für den Bau von Offshore-Netzanschlusssystemen genutzt. Die Korridore für die neuen Seekabel, mit denen die Übertragungsnetzbetreiber Amprion und Tennet die bestehenden und neuen Offshore-Windparks anbinden, verlaufen unter den Inseln Langeoog und Baltrum hindurch. Die Unterquerung Baltrums soll in diesem und nächstem Jahr umgesetzt werden, danach folgt die Unterquerung Langeoogs. Im Hafen Bensersiel hat NPorts Logistikflächen, Liegeplätze und Service zum Bau der Seekabel zur Verfügung gestellt. „Wir konnten im relativ kleinen Hafen 900 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stellen“, berichtet Friedrich Voß, Leiter der NPorts-Niederlassung Norden. Er sei stolz, dass „selbst Bensersiel Teil der Energiewende ist“. Für NPorts-Chef Banik ist wichtig: „Wir haben in den Inselversorgungshäfen ein Flächenangebot, das wir kundenspezifisch zuschneiden können - wir sind da sehr vielseitig.“
Norddeich Versorgungshafen für Windparks
Das gilt etwa auch für Norddeich: Dort unterstützt NPorts den Betrieb der Offshore-Windparks der Firmen Oersted und Northland Power unter anderem durch Liegeplätze für sogenannte CTVs - Crew Transfer Vessels/Crew-Transferschiffe. Der Standort Norden profitiert dabei maßgeblich von der Nähe zu den Windparks Gode Wind 1 bis 3 und Nordsee One.
Mit der „Hafenerweiterung nach innen“ wurden in den vergangenen Jahren wasserseitige Kapazitäten im Hafen Norddeich geschaffen, so zum Beispiel durch die Verlängerung und Erhöhung der Nord-Ost-Kaje, um zwei weitere tideunabhängige Liegeplätze zu schaffen.
Allerdings: Die Hafenflächen sowohl land- als auch seeseitig sind begrenzt. „Die Möglichkeit von Hafenvergrößerungen in den Nationalpark Wattenmeer hinein sehen wir nicht“, sagt Holger Banik. Deshalb sei bereits jetzt intelligentes Management gefordert, um die unterschiedlichen Nutzerbedürfnisse erfüllen zu können. Was bleibe, sei die „Optimierung nach Innen“. Insbesondere die Organisation der Liegeplätze für die Berufsschifffahrt erfordert einiges an Jonglage durch die Hafenmeister.
So musste zuletzt für das neue Passagierschiffangebot „Meine Fähre“ im Hafen Norddeich umgeplant werden. Und auch im Inselhafen Norderney, den „Meine Fähre“ anläuft, musste ein bestehender Anleger ausgebaut werden.