Heimatcheck  Hinte – kleine Gemeinde mit großer Tatkraft

Lotta Groenendaal
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Von Lotta Groenendaal
| 24.04.2025 08:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Anne Thonicke ist gebürtige Suurhuserin. In Hinte engagiert sie sich ehrenamtlich beim TuS Eintracht Hinte. Den Sportplatz bezeichnet sie als ihren Lieblingsplatz im Ort. Foto: Ortgies
Anne Thonicke ist gebürtige Suurhuserin. In Hinte engagiert sie sich ehrenamtlich beim TuS Eintracht Hinte. Den Sportplatz bezeichnet sie als ihren Lieblingsplatz im Ort. Foto: Ortgies
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In Hinte kennt jeder jeden: Anne Thonicke schätzt das Miteinander und die Eigeninitiative der Bürger. Trotz Herausforderungen wie Ärztemangel bleibt die Gemeinde für sie der perfekte Ort zum Leben.

Hinte - „Das ist Stadt und wir sind Dorf“, sagt Anne Thonicke mit einem Lachen über die Unterschiede zwischen Emden und Hinte. Die gebürtige Suurhuserin hat fast ihr ganzes Leben in Hinte verbracht – nach einem kurzen Intermezzo in der Seehafenstadt zog es sie doch wieder in ihre Heimatgemeinde zurück. Hier hat sie Wurzeln geschlagen: Ihr Sohn geht in dieselbe Kita, in der sie damals ihr Schülerpraktikum absolviert hatte. „Der Kreis schließt sich also“, so Thonicke.

Die vielen Ehrenamtlichen, zum Beispiel in den Sportvereinen, zeichnen die Gemeinde Hinte aus, findet Anne Thonicke. Foto: Ortgies
Die vielen Ehrenamtlichen, zum Beispiel in den Sportvereinen, zeichnen die Gemeinde Hinte aus, findet Anne Thonicke. Foto: Ortgies

Foto-Hotspot in Hinte

Gleich neben der Kirche erhebt sich die Burg Hinta. Die Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert kann von außen besichtigt werden und ist ein beliebtes Fotomotiv.

Die Burg Hinta befindet sich in Privatbesitz, Besichtigungen sind nicht möglich. Aber von außen bietet die Wasserburg ein tolles Fotomotiv. Foto: Ortgies
Die Burg Hinta befindet sich in Privatbesitz, Besichtigungen sind nicht möglich. Aber von außen bietet die Wasserburg ein tolles Fotomotiv. Foto: Ortgies

Es sei vor allem das „schöne Miteinander“, welches die kleine Gemeinde Hinte so besonders mache, sagt Thonicke. Als Vorsitzende des TuS Eintracht Hinte – eine Aufgabe, die die 38-Jährige ehrenamtlich übernimmt – komme sie viel mit den Menschen aus dem Ort zusammen. Denn so wie sie übten viele Menschen im Ort ein Ehrenamt aus. „Egal ob bei den Feuerwehren, dem Deutschen Roten Kreuz oder in den Kirchen: Alle engagieren sich“, so Thonicke. Wir treffen Thonicke an ihrem Lieblingsplatz im Ort, dem Sportplatz des TuS Hinte. Auch hier sind gerade einige ältere Herren damit beschäftigt, den Sportplatz einem Frühjahrsputz zu unterziehen. Ehrenamtlich, natürlich. „Die Eigeninitiative der Bürger ist groß hier“, sagt Thonicke.

Die Kirche und der Glockenturm in Loppersum. In Hinte gibt es noch einige historische Gebäude – der Glockenturm stammt aus dem 14. Jahrhundert. Foto: Ortgies
Die Kirche und der Glockenturm in Loppersum. In Hinte gibt es noch einige historische Gebäude – der Glockenturm stammt aus dem 14. Jahrhundert. Foto: Ortgies

Ohne Moin geht in Hinte nichts

Und was macht Hinte sonst noch so lebenswert? „Eigentlich alles“, sagt Thonicke. „Die Menschen sind freundlich.“ Außerdem sei die Infrastruktur in der Gemeinde super. „Nur mit den Ärzten ist es aktuell ein bisschen schwierig.“ Der letzte Hausarzt der Gemeinde geht bald in Rente, in Hinte bemüht man sich um eine Nachfolge. Und es könnte gerne ein paar mehr Mülleimer im Gemeindegebiet geben. „Aber eigentlich hat man alles, was man zum Leben braucht in Hinte“, so die 38-Jährige.

Kurioser Fakt über Hinte

Mit einem Neigungswinkel von 5,19 Grad schaffte es der Kirchturm von Suurhusen als schiefster Turm der Welt 2007 ins Guinnessbuch der Rekorde. Mittlerweile wird ihm dieser Titel von einem Glockenturm in Rheinland-Pfalz streitig gemacht. Doch die Hinteraner sind sich einig: Sie haben den schiefsten Kirchturm.

Schief, schiefer, Suurhusen: Die Neigung des Kirchturms ist schon von Weitem sichtbar. Foto: Wagenaar
Schief, schiefer, Suurhusen: Die Neigung des Kirchturms ist schon von Weitem sichtbar. Foto: Wagenaar

Und überhaupt: In Hinte kenne man sich eben untereinander, so Thonicke. Aktuell ist sie in Elternzeit, hauptberuflich ist sie beim MTV Aurich als Geschäftsführerin angestellt. Und in Städten wie Aurich oder Emden merke man schon, dass Hinte eben doch ein Dorf sei, sagt Thonicke. „Wenn man dort auf der Straße ‚Moin‘ sagt, kommt manchmal nicht viel zurück“, sagt sie. In Hinte undenkbar. Für Anne Thonicke war deshalb schon früh klar: In der kleinen Gemeinde vor den Toren Emdens möchte sie ihren Lebensabend verbringen. Obwohl: Ihr Lebensgefährte sei Spanier, vielleicht könnte es die Familie später in den kälteren Monaten also auch mal mehr ins Warme ziehen, überlegt Thonicke. Dann schüttelt sie den Kopf. „Nein, eigentlich möchte ich in Hinte bleiben.“

Der Heimatcheck Ostfriesland ist ein Gemeinschaftsprojekt ostfriesischer Verlage mit freundlicher Unterstützung der Ostfriesischen Landschaftlichen Brandkasse und der EWE AG. Wie zufrieden sind die Menschen in Ostfriesland mit ihren Städten und Gemeinden? Bis zum 27. April kann man unter www.heimatcheck-ostfriesland.de an der Umfrage teilnehmen.

Hinte in Zahlen

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