Pfusch bei der Ausführung Wie geht‘s bei der Emder Kunstmeile weiter?
Die Emder Stadtverwaltung ist enttäuscht: Die neue Kunstmeile sieht nicht so aus, wie sie sollte. Jetzt beginnen erste Ausbesserungen. Ärger gibt es um Bäume.
Emden - Die Kunstpromenade in Emden soll ein Hingucker werden, aktuell gibt es aber noch einen deutlich sichtbaren Ausbesserungsbedarf. Jetzt sollen erste Arbeiten starten. Das teilt Stadtsprecherin Theda Eilers auf Nachfrage mit. Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) hatte schon bei seiner Neujahrsansprache gesagt, dass die Stadtverwaltung mit der Ausführung nicht zufrieden sei. Er hatte präzisiert, dass er sich insbesondere darüber ärgere, dass teilweise bei Regen das Wasser auf dem Weg stehe.
Wir haben bei der Stadt nachgefragt, was denn alles ausgebessert werden soll. „Insgesamt gibt es mehrere Maßnahmen, die es umzusetzen gilt“, schreibt Theda Eilers. Es gehe beispielsweise ums Nacharbeiten des sandfarbenen Bodenbelages, Nachpflanzungen und eine Absturzsicherung zum Stadtgraben. Aktuell (14. April 2025) stehen neben der Treppe zur Hahn’schen Insel noch Verkehrsbaken, die verhindern, dass jemand den kleinen, neu bepflanzten Abhang zum Graben hinunterstürzt. Noch in dieser Woche soll ein Geländer aufgebaut werden, so Eilers.
Wie geht es bei der Kunstmeile dann weiter?
Einige kleinere Optimierungen habe die Stadt schon vorgenommen, also beispielsweise zusätzliche Pflanzgefäße im Bereich der Bushaltestelle aufgestellt und den Henri-Nannen-Platz gepflegt, schreibt die Stadtsprecherin. Bedauerlicherweise habe es bereits einiges an Vandalismus, insbesondere Graffiti, gegeben. „Auch hier musste gereinigt werden“, schreibt sie. Aktuell ist auf dem Weg vor der Treppe und auf einer der Bänke Farbe zu erkennen.
Ein Kunstwerk entlang der Promenade soll zeitnah aufgestellt werden. Wenn dieses steht und alle geplanten Maßnahmen bis dahin erledigt sind, soll es auch eine kleine Eröffnung der Kunstmeile geben, so Eilers. Die weiteren Kunstwerke sollen im Laufe der Jahre dazukommen, erklärt sie. Die Gespräche hierzu laufen und man möchte der Kunsthalle nicht vorgreifen. Die Stadt zahlt die Kunstwerke nicht, sondern setzt auf Förderer. Sonst hätte es den finanziellen Rahmen gesprengt, wurde mehrfach erklärt.
Was ist mit der Ausbesserung des Bodenbelags?
Zur Überarbeitung des Bodenbelages laufe derzeit noch die Abstimmung mit dem Auftragnehmer, so Eilers. Einen Zeitplan können sie erst nennen, wenn die Planung abgeschlossen ist. Ob dafür die Promenade gesperrt werden muss, haben wir gefragt. „Da die Abstimmungen noch nicht abgeschlossen sind, kann hierzu noch keine abschließende Aussage getroffen werden. Für die Installation des Geländers ist keine Sperrung vorgesehen“, erklärt sie.
Wir hatten auch gefragt, inwieweit die Stadt zufrieden mit der Asphaltfarbe ist. Jeder Fleck ist darauf deutlich zu erkennen, insbesondere vor den Bänken sieht das bereits schäbig aus. „Die städteplanerische Idee hinter der Asphaltfarbe liegt in der Imitation einer natürlichen Fläche des Wegebaus“, erklärt Theda Eilers. Dies soll bei der Überarbeitung der Fläche auch noch deutlicher werden. Gleichzeitig muss gerade der Wegebau in diesem Bereich sehr robust sein, sodass aus fachlichen als auch aus Kostengründen gefärbter Asphalt gewählt wurde, schreibt sie.
„Dass Ausführung und Materialanmutung nicht zufriedenstellen, ergibt sich ja bereits aus dem Sachverhalt, dass die Überarbeitung nötig wird“, so Eilers. Auch die „Einfriedung“ der Beete mit einer Stahlkante sei den Kosten zum Opfer gefallen. Die Maßnahme wurde aus dem Förderprogramm „Grünes Band“ gefördert und es sei der Verwaltung wichtig gewesen, auch noch Mittel für die Sanierung des Schwanenteichgeländes zu halten, so dass Kompromisse nötig wurden.
Was ist mit den Bäumen und Pflanzen?
Für die Kunstpromenade waren 23 Bäume gefällt worden. Insbesondere die Rodung der Allee vor dem Chinesentempel hatte für Kritik aus der Bevölkerung gesorgt. Die Stadt hatte angekündigt, dass es 26 Neupflanzungen geben würde. Im November 2024 waren die ersten Bäume eingesetzt worden. Allerdings gibt es ein Problem. Bei der Umsetzung „wurde offensichtlich, dass aufgrund von Leitungsverläufen nicht alle geplanten Bäume gepflanzt werden konnten (insbesondere im Bereich des Fußgängerüberweges Richtung Neuer Markt)“, teilt Theda Eilers mit.
„Dies ist sehr ärgerlich, da dieser Sachverhalt das Ergebnis im Vergleich zur Planung etwas eintrübt“, schreibt sie. Einer der neu gepflanzten Bäume kurz vor dem Chinesentempel soll in dieser Woche schon einmal in die große Lücke versetzt werden, so Eilers. Der Bau- und Entsorgungsbetrieb (BEE) werde die Umsetzung veranlassen und begleiten. Wie viele Bäume nun tatsächlich von den geplanten 26 neu gepflanzt wurden, haben wir aktuell nachgefragt und warten auf Rückmeldung.
Optimierungen, also zusätzliche Pflanzungen, werden im Herbst durchgeführt. „Möglich ist beispielsweise die Ergänzung einer Trauerweide im Böschungsbereich. Gleichwohl wollen wir zunächst eine Wachstumsperiode abwarten, sodass alle Pflanzen auch den Raum haben, den sie brauchen“, erklärt die Sprecherin.