SpVg-Trainer äußert sich  Bei Casto-Aus – Petition-Unterstützer drohen mit Vereinsaustritt

| | 11.04.2025 17:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Befürworter von Claudio Casto setzen sich für ein weiteres Engangement von ihm bei der SpVg Aurich ein. Foto: Doden, Emden
Befürworter von Claudio Casto setzen sich für ein weiteres Engangement von ihm bei der SpVg Aurich ein. Foto: Doden, Emden
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Der Rummel rund um die SpVg Aurich ebbt nicht ab. Unserer Redaktion liegt die Petition für den Verbleib von Trainer Claudio Casto vor. Er selbst hat „viele Fragezeichen im Kopf“.

Aurich - Eine Petition für einen Verbleib für Herren-Trainer Claudio Casto macht seit Donnerstagabend, 10. April, bei der SpVg Aurich die Runde. Es ist eine „Initiative des Herrenbereiches der SpVg Aurich 1911 e.V.“, wie oben auf dem Schreiben steht. Dieses liegt unserer Sportredaktion vor. Die Unterstützer würdigen das Geleistete von Trainer Claudio Casto und fordern, dass er über den Sommer hinaus weiter macht.

Darüber hinaus bitten sie den Sportliche Leiter Steffen Reifschneider darum, sein Amt niederzulegen, sofern die derzeit „unüberwindbar“ scheinende „Diskrepanz“ mit Casto nicht aus dem Weg geräumt werden kann. Dieser Aspekt erfüllte sich praktisch unmittelbar am Donnerstagabend: Reifschneider selbst zog die Konsequenzen und trat von seinem Amt als Sportlicher Leiter zurück. Initiator und Verfasser der Petition soll nach unseren Infos Zweite-Herren-Trainer Steven Liesegang sein. Er selbst möchte dazu keinen Kommentar abgeben.

„Abgang in die Bedeutungslosigkeit“

In der Petition kündigen alle, die diese unterzeichnen, sogar an, zum 30. Juni 2025 aus dem Verein zu treten, sollte weiterhin daran festgehalten werden, bei der SpVg Aurich die Zukunft ohne Claudio Casto zu planen. Im Schreiben ist von einer „Kündigung“ und „Entlassung“ für Trainer Claudio Casto die Rede. Das ist allerdings nicht richtig. Der SpVg-Vorstand hat keinen Vertrag mit Casto gekündigt. Man konnte sich in dieser Woche in gewissen Aspekten (unter anderem Ausrichtung und Trainingszeiten) nicht einigen. Entsprechend wurde entschieden, im Sommer getrennte Wege zu gehen.

Die Initiatoren der Petition vermuten, dass es ohne Casto „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu einem noch tieferen Einschnitt in den Herrenbereich als zum Anfang der Saison 2022/23“ kommen könnte. Man würde sogar „aller Voraussicht nach den Abgang des Fußball-Herrenbereiches in die Bedeutungslosigkeit einläuten“.

Was sagt Claudio Casto zur Petition?

Claudio Casto selbst hat von der Petition natürlich auch mitbekommen. „Aber ich habe das nicht initiiert“, betont er. „Das kommt aus dem Umfeld des Vereins.“ Kann sich Casto denn vorstellen, nun doch als Trainer weiterzumachen? „Ich habe viele Fragezeichen im Kopf. Was die letzten Tage abging, war Wahnsinn. Da weiß ich nicht, was als nächstes passiert“, sagt Casto. „Grundsätzlich ist es ja schon meine Truppe, in einer gewissen Art mein Baby.“

Was ändert nun die Tatsache, dass Reifschneider von seinem Posten zurückgetreten ist? „Persönlich habe ich mit Steffen überhaupt kein Problem“, betont Claudio Casto. „Ich habe ihn ja sogar zweimal nach Aurich geholt. Da gibt es jetzt keinen Groll. Wir waren nur anderer Auffassung.“ Reifschneider habe Entscheidungen gegen ihn mitgetragen, so Casto. „Nun ist Steffen weg. Aber grundsätzlich hat sich ja noch nichts im Verein geändert“, sagt Claudio Casto.

Was sagt der Vorstand?

Seitens des Vorstands ist es „nicht ausgeschlossen“, dass Claudio Casto auch in der neuen Saison Trainer der 1. Herren sein wird. Das sagten Vorsitzender Ralf Dreiling und Geschäftsführer Stefan Wilts auf Nachfrage. „Von der Petition haben wir über Steffen erfahren. Offiziell liegt uns nichts vor“, sagt Wilts. Grundsätzlich sei er erbost darüber, wie die Kommunikation läuft. „Wir sind alles erwachsene Menschen. Da kann man doch vernünftig miteinander reden, bevor man so eine Petition startet, oder?“, so Wilts. Auch bei Vorstandschef Dreiling stoßen die Unruhen böse auf. „Ich bin sauer und angepisst. Auch die Hetzkampagnen in den Sozialen Medien – auch von unseren eigenen Mitgliedern“, so Dreiling.

Der Rücktritt von Steffen Reifschneider als Sportlicher Leiter reiße eine „riesige Lücke“, sagt Stefan Wilts. „Wir müssen jetzt in der kommenden Woche die Strukturen wiederherstellen.“ Danach könne man sich auch der Trainerfrage und Kaderplanung widmen. Vorsitzender Ralf Dreiling brachte eine Pressekonferenz nach Ostern ins Spiel, bei der „offene Fragen“ beantwortet werden sollen.

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