Verletzte im Verkehr Weniger Autounfälle in Leer und Emden – andere Zahlen steigen
Die Polizei hat die Zahlen der Verkehrsstatistik für den Kreis Leer und die Stadt Emden vorgestellt. Es gab 2024 weniger Unfälle. Andere Zahlen sind gestiegen.
Leer - Die guten Nachrichten natürlich zuerst: Im Jahr 2024 wurden im Bereich der Polizei Leer/Emden weniger Menschen im Straßenverkehr schwer verletzt (119) und getötet (8). Mit 4170 gab es insgesamt weniger Unfälle als im Vorjahr (2023: 4302). Mit dieser Entwicklung liege man im landesweiten niedersächsischen Trend und dem der Polizeidirektion Osnabrück, die für den westlichen Teil Niedersachsens zuständig ist.
Wie haben sich die Zahlen der Getöteten und Schwerverletzten entwickelt?
Übrigens: Auf die Einwohner gesehen waren es 2024 in Emden weniger Verkehrsunfälle als in Leer, so Jelting.
Welche Zahlen sind gestiegen?
Tatsächlich hat sich die Zahl der Leichtverletzten im Verhältnis zum Vorjahr erhöht, wie die Polizei erklärte. Das gehe auf diverse Faktoren zurück, so Memering. Ein Grund könnte die zunehmende Sicherheit in den Autos sein, die dazu führe, dass Insassen sich häufiger nur leicht verletzten, so Claassen. Andererseits stieg beispielsweise die Zahl der Leichtverletzten nach Pedelec-Unfällen.
Auto, Fahrrad, Pedelec: Welche Fahrzeuge werden am häufigsten in Unfälle verwickelt?
Das Auto hat die Nase bei den Unfällen vorn. „Es ist auch die Hauptverkehrsart auf dem Land. Dementsprechend sind sie auch häufiger beteiligt“, so Jelting. 3366 Autos, 405 LKW, 289 Fahrräder, 137 Motorräder und 186 Pedelecs waren 2024 in Unfälle verwickelt.
Wieso passieren die meisten Unfälle?
Insgesamt zeigt die Statistik, dass 2024 wie in den Vorjahren das Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren häufig die Hauptursache für die Unfälle sind (921). Aber auch ein zu kleiner Sicherheitsabstand (790). Ganz großer Faktor ist Unachtsamkeit und Ablenkung mit 1008 Unfällen. Die Gründe reichen laut der Polizei vom Blick aufs Handy, über das Einstellen von Dingen am Auto bis hin zu Kindern auf der Rückbank.
Wo geschehen die meisten Unfälle?
Logischerweise seien gerade die Stellen, an denen viel Verkehr herrsche, auch die Stellen, an denen es häufiger zu Unfällen komme. Als Beispiele wurden der Kreisel bei VW in Emden, der Kreisel in Rhauderfehn und die Spierkreuzung in Leer genannt. Gefahrenstellen würden generell von der Verkehrsunfallkommission im Kreis Leer bewertet. „Wir prüfen ständig, wo, was passiert und bewerten die Lage“, sagt Jelting, der auch der Vorsitzende ist.
Moormerland und Rhauderfehn seien aber 2024 beispielsweise so etwas wie Hotspot-Kommunen gewesen, erklärt er. „Dabei spielt natürlich rein, wie stark frequentiert die Orte sind, wie groß sie sind und wie viele überörtliche Straßen dort hindurchführen. In Moormerland ist zum Beispiel die L14 zu nennen“, so Jelting.
Allgemein könne man feststellen, dass in den Stadtgebieten von Leer und Emden mehr Unfälle passieren als auf der Autobahn, „auch wenn man meinen könnte, dass dort mehr passiert, weil so schnell gefahren wird“.
Fallen junge Fahrer oder Motorradfahrer besonders auf?
Nein. Junge Fahrer (18 bis 24 Jahre) seien nicht übermäßig in Unfälle verwickelt. Die Zahlen seien durchweg gesunken. „Auch wenn der subjektive Eindruck manchmal ein anderer sein mag, gerade im Bereich Tuning und Posing“, so Claassen. Insgesamt 839 junge Erwachsene waren unter den Unfallbeteiligten. Das ist ein Rückgang zum Jahr 2023 um 76 Personen. 188 Personen wurden verletzt.
Auch Motorradfahrer seien in der Wahrnehmung einiger Bürger oft mit Lautstärke und überhöhter Geschwindigkeit verbunden. „Das deckt sich nicht immer mit dem, was unsere Kontrollen ergeben“, so Claassen.
Wie steht es um Alkohol und Drogen?
Es sei „erschreckend“ und „besorgniserregend“, was in Sachen Alkohol am Steuer in der Region passiere, sagen die Ordnungshüter. Auch wenn die Zahlen leicht gefallen seien, (Rückgang um 10 Unfälle (126) im Vergleich zum Vorjahr), sei die Zahl derer, die mit einem Pegel von über 1,6 Promille erwischt worden seien, hoch. In 109 Fällen waren bei Verkehrskontrollen ohne Unfall ein solcher Wert festgestellt worden. „Die Dunkelziffer wird noch sehr viel höher sein leider“, so Jelting. Auch die Zahlen der Fahrten unter Einfluss von Betäubungsmitteln nahmen ab. 2023 waren 327 Fälle bei Kontrollen entdeckt worden, 2024 waren es 261. Zwölf Unfälle unter Einfluss von Drogen sind 2024 aufgenommen worden.