Affenpocken Neue Mpox-Variante in Niedersachsen nachgewiesen
Der erste Fall von Affenpocken ist in Niedersachsen im Landkreis Harburg aufgetreten. Ist man in Ostfriesland auf die Ausbreitung von Mpox-Viren vorbereitet?
Hannover/Ostfriesland - Zum ersten Mal ist in Niedersachsen eine Ansteckung mit der neuen Variante des Mpox-Virus bestätigt worden. Das hat das Landesgesundheitsamt mitgeteilt. Angesteckt hat sich ein Mann aus dem Landkreis Harburg – und vermutlich auch dessen Ehefrau. Bei dem Mann traten Ende März erste Pusteln auf, am Montag wurde die sogenannte Klade Ib als Virusvariante bei ihm nachgewiesen. Seine Frau ist ebenfalls erkrankt. Für sie liegt noch kein Laborergebnis vor, es gilt aber als wahrscheinlich, dass sie ebenfalls das Virus in sich trägt. Die Kinder der Familie sind derzeit gesund. Um weitere Infektionen zu vermeiden, stellte das Gesundheitsamt dennoch die gesamte Familie unter Quarantäne. Die Erkrankten werden nicht stationär behandelt.
Ostfriesland hat Lage im Blick
Das Risiko für die Bevölkerung schätzt das Gesundheitsamt aktuell als gering ein, weil sich die Infektionsketten gut nachvollziehen ließen und frühzeitig Maßnahmen zum Schutz vor weiteren Ansteckungen ergriffen worden seien. In Ostfriesland ist man bereits seit dem vergangenen August auf Mpox-Viren – früher Affenpocken genannt – vorbereitet. Damals hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Mpox-Lage erstmals als „Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ eingestuft. Die Gesundheitsämter der Region haben die Lage im Blick und schauen auf die Daten und Fallzahlen vom RKI. Die Gesundheitsämter in Ostfriesland stünden in engem Kontakt zum Landesgesundheitsamt, erklärt seinerzeit Dr. Dirk Obes, Leiter des Gesundheitsamts in Emden. Man halte „die erforderlichen Ressourcen materieller und personeller Art“ seither bereit, so der Landkreis Leer. Auch am Klinikum Leer gibt es seither eine „Verfahrensanweisung zum Umgang mit Mpox“.
Personal im Klinikum sensibilisiert
„Ende 2023 haben wir den ersten Steckbrief im Rahmen unserer Klinik- Hygiene veröffentlicht und inzwischen gibt es auch eine Verfahrensanweisung zum Umgang mit Mpox“, erklärte der damalige Ärztliche Direktor, Dr. Hans-Jürgen Wietoska. Demnach müssten die Symptome sofort erkannt und die betroffenen Patienten direkt isoliert werden. „Wir haben jedenfalls am Klinikum schon auf die Krankheit hingewiesen und damit eine Sensibilisierung geschaffen. Wir hoffen, dass wenn diese seltene Erkrankung hier auftreten sollte, auch daran gedacht wird“, sagte der Mediziner.
Zu den Mpox-Symptomen zählen ein typischer Hautausschlag sowie häufig auch allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Von der Ansteckung bis zu den Symptomen dauert es zwischen 5 und 17 Tage. Tödliche Verläufe sind aber selten.
Übertragen wird das Mpox-Virus vorwiegend beim engen Haut-zu-Haut-Kontakt, etwa beim Sex oder beim engen Umarmen, Massieren und Küssen. Das Infektionsgeschehen der aktuell kursierenden Mpox-Varianten konzentriert sich derzeit vor allem auf afrikanische Länder.
Zwar gibt es schützende Impfstoffe, die das Risiko für einen Ausbruch der Krankheit senken und den Verlauf abmildern. Abgesehen von den Kontaktpersonen sei eine Impfung derzeit aber für niemanden empfohlen. Deutschlandweit wurden in diesem Jahr bislang 154 Mpox-Fälle an das Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelt. Alleine in Berlin haben sich seit Jahresbeginn mehr als viermal so viele Menschen nachweislich mit Mpox infiziert wie in den zwei Jahren zuvor.
Mit Material von dpa