Berlin „Die Discounter“: Wie die Gastrolle für Angela Merkel scheiterte
Ein Gastauftritt von Angela Merkel im Amazon-Hit „Die Discounter“? Genau das wäre um ein Haar Wirklichkeit geworden. Bei der Premiere ihrer neuen Serie „Intimate 2“ haben wir mit den Machern gesprochen.
Die Impro-Serie „Die Discounter“ machte sie bekannt. Und für ihre Bachelor-Parodie „Player of Ibiza“ haben die „Kleinen Brüder“ – so der Name ihrer Produktionsfirma – gerade den Grimme-Preis bekommen. Jetzt zeigen sie die Joyn-Serie „Intimate 2“. Bei der Premiere haben wir mit ihnen über Sex-Szenen, Gemeinschaftszahnbürsten und ihren Briefwechsel mit Angela Merkel gesprochen.
Frage: Die Premieren-Tour zu „Intimate 2“ absolviert ihr im Camper. Was sind die unangenehmsten Intimtäten, mit denen ihr euch dabei quält?
Antwort: Bruno Alexander: Max hat heute Morgen meine Zahnbürste benutzt
Antwort: Max Mattis: Lüge.
Antwort: Bruno Alexander: Und ich hab‘s erst erfahren, nachdem ich mir die Zähne geputzt habe.
Antwort: Max Mattis: Tatsächlich haben wir – Leo, Bruno und ich – über vier Jahre in einer WG gewohnt. Und in der Zeit hat Bruno regelmäßig meine Zahnbürste benutzt. Nach einer gewissen Zeit hat er das gebeichtet.
Antwort: Bruno Alexander: Hab ich wirklich.
Antwort: Max Mattis: Wir sind so nackt voreinander. Da passiert wenig, was uns noch unangenehm sein kann.
Antwort: Bruno Alexander: Vor euch ist mir nichts unangenehm. Also wirklich gar nichts.
Frage: Könnt ihr die eine Szene aus der Serie nennen, bei der ihr euren Eltern die Augen zuhaltet?
Antwort: Bruno Alexander: Ja, oh mein Gott. Folge 8.
Antwort: Max Mattis: Da wird Bruno von der geschätzten Kollegin Paulita Pappel nackt ausgepeitscht.
Antwort: Max Mattis: In der ersten Staffel werde ich von hinten penetriert. Bei der Premiere war meine Mama im Saal. Und als sie gefragt wurde, wie es war, ihren Sohn so zu sehen – da hat sie gesagt: Sie ist so stolz. Sag es deinen Eltern, Bruno. Lass die Hose runter.
Frage: „Intimate“ habt ihr für Joyn gedreht, „Player“ für die ARD und für Amazon „Discounter“. Unterscheiden sich die Serien je nach Anbieter?
Antwort: Leo Fuchs: Es geht eher um die Frage, wer gerade Bock auf unseren Quatsch hat. Es ist nicht so, dass wir mit dem einen wollen und mit dem anderen nicht.
Frage: Sind die Bedingungen überall dieselben? Habt ihr überall das Recht auf Final Cut, also auf das letzte Wort beim Schnitt? Und darauf, euch von Paulita Pappel auspeitschen zu lassen?
Antwort: Max Mattis: Den Final Cut müssen wir uns noch erarbeiten. Und das ist ein harter Weg. Christian Ulmen hat ihn, glaube ich, das aber auch noch nicht so lange.
Antwort: Bruno Alexander: Aber so zwei Jahre können wir noch sagen: Wir sind jung, wir verstehen das, und ihr nicht. Und da sagen dann die meisten Redakteure und Redakteurinnen: Allright, wir vertrauen euch da jetzt mal.
Frage: Sind euch denn schon Gags gestrichen worden – weil Amazon prüde ist oder weil den Öffentlich-Rechtlichen der Humor fehlt?
Antwort: Bruno Alexander: Bei der ersten „Discounter“-Staffel wurden drei Sachen rausgeschnitten. Dann gab es Gespräche. Und dann haben sie am Ende doch alles dringelassen.
Antwort: Max Mattis: Und das waren dann die Brüller.
Antwort: Bruno Alexander: Bei „Intimate“ konnten wir machen, was wir wollten. Und so sieht die Staffel auch aus.
Frage: Was passiert öfter? Dass ihr Stars für Gastaufritte anfragt und eine Absage bekommt. Oder dass Kollegen von sich aus anfragen und ihr absagen müsst?
Antwort: Oskar Belton: Früher haben die meisten abgesagt, als wir noch nichts gedreht hatten. Durch „Discounter“ haben wir jetzt einen Bonus. Die Leute haben Bock mitzuspielen. Trotzdem ist es schwierig, die Richtigen zu kriegen. Und die Leute dann dafür zu begeistern, dass sie noch ein E-Casting machen, obwohl sie schon berühmt sind. Bevor wir sie zum richtigen Casting einladen, brauchen wir immer ein Video. Du kannst die besten Leute besetzen, und es kann trotzdem passieren, dass die oder der dann nicht improvisieren kann. Und dann hast du am Set ein Problem.
Frage: Wollt ihr einen Schauspieler oder eine Schauspielerin nennen, wo es am Ende nicht geklappt hat?
Antwort: Bruno Alexander: Angela Merkel hat abgesagt. Ihre Büroleiterin Beate Baumann hat uns geschrieben, dass sie eigentlich Bock hat, die Merkel. Mit lieben Grüßen an die jungen Filmemacher. Aber dann hat sie leider kurzfristig abgesagt. Geplant war eine Szene für „Discounter“: Ein Kollege hätte ihr Portemonnaie geklaut und es einem anderen gezeigt. Der hätte gesagt: Das ist Angela Merkel. Der erste hätte sie nicht gekannt und dann Verschwörungstheorien über die Echsenmenschen da oben erzählt. So ungefähr hätten wir das gemacht.
Frage: Eure Produktionsfirma heißt „Kleine Brüder“ und wenn man das im Netz eingibt, schlägt Google typische Suchanfragen dazu vor: Wie kann man kleine Brüder nerven? Warum nervt mich mein kleiner Bruder? Was ist das Kleine-Bruder-Syndrom? Könnt ihr das beantworten?
Antwort: Leo Fuchs: Das Kleine-Bruder-Syndrom bedeutet, dass man immer versucht, auch noch was vom Teller abzubekommen. Dass man auf keinen Fall zu kurz kommen will. Und dass man immer ein bisschen die Ellbogen ausfährt. Ich glaube, das treibt uns bis heute an.
Frage: Seid ihr wirklich alle kleine Brüder großer Geschwister?
Antwort: Leo Fuchs: Ich habe zwei große Schwestern.
Antwort: Max Mattis: Ich auch Schwestern.
Antwort: Bruno Alexander: Ich habe eine große Schwester und einen großen Bruder. Und Emil und Oskar haben einen großen Bruder und einen kleinen. Wir haben es nicht leicht gehabt.
Frage: Das war meine letzte Frage. Wollt ihr noch etwas Wichtiges sagen?
Antwort: Max Mattis: Joyn einschalten und „Intimate 2“ gucken.
Antwort: Leo Fuchs: Ich habe beim letzten Mal den großen Fehler gemacht, dass ich mit meiner ganzen Familie geschaut habe – mit sieben Leuten in einem Raum. Es war unglaublich unangenehm.
Antwort: Bruno Alexander: Trigger-Warnung für die Folgen 7 und 8.