Außergewöhnliche Geburt Emder Vierlinge dürfen endlich das Krankenhaus verlassen
Vasilica-Florentina Imbrea erwartete Drillinge und wird nun mit Vierlingen aus dem Krankenhaus entlassen. Wie haben sich die Kinder seit der Geburt entwickelt?
Emden/Vechta - Endlich ist es so weit: Nach knapp zwei Monaten dürfen die Emder Vierlinge, die am 11. Februar in Vechta geboren wurden, das Krankenhaus verlassen. Den Babys gehe es gut, wie Mutter Vasilica-Florentina Imbrea am Donnerstag kurz vor der Entlassung im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet. „Ich bin sehr nervös und sehr aufgeregt“, verriet sie.
Zwischenzeitlich ist die Familie in ein größeres Haus umgezogen. Die alte Wohnung bot nicht mehr genug Platz. Die Familie hat bereits einen zwei Jahre alten Sohn, der sich nun auf die Ankunft seiner vier neuen Geschwister freuen kann. Während der Zeit im Krankenhaus habe sich ihr Mann und Vater der Kinder um den letzten Feinschliff des neuen Zuhauses gekümmert. Nun sei alles vorbereitet für den Einzug der Vierlinge, so Vasilica-Florentina Imbrea.
Viertes Kind erst bei der Geburt entdeckt
Hinter der Familie liegen siebeneinhalb aufregende Wochen. Als die Wehen einsetzten, hatte die 22-jährige aus Rumänien stammende Emderin noch keine Ahnung, dass sie wenig später Vierlinge entbinden würde. Bei den Untersuchungen während der Schwangerschaft hatten die Ärzte immer nur drei Kinder entdeckt, zwei Jungen und ein Mädchen. Erst während des Kaiserschnitts entdeckten sie ein weiteres Kind – einen Jungen.
Die Kinder wurden am 11. Februar, mehr als zwei Monate vor dem errechneten Entbindungstermin, geboren. Die Mutter kam mit vorzeitigen Wehen zunächst ins Auricher Krankenhaus, wurde von dort aus aber gleich nach Vechta verlegt. Das dort ansässige St. Marienhospital ist spezialisiert auf Frühgeburten. Ein großes Team aus Gynäkologen, Kinderärzten, einer Hebamme und Kinderkrankenschwestern war im Einsatz. Die Nachricht über die Geburt ging bundesweit durch die Medien.
Die Kinder haben ihr Gewicht mehr als verdoppelt
Die Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht zwischen 1120 und 1480 Gramm heißen Anais Rebeca, Eric Gabriel, Patrick Mathias und David Cristian. Sie waren anfangs nur etwas mehr als handgroß und mussten beatmet werden. Ihre Lunge war noch nicht ganz ausgereift. Mittlerweile wiegen sie zwischen 2420 und 3150 Gramm. Die Ärzte gehen davon aus, dass sie sich künftig wie Kinder entwickeln werden, die nicht zu früh geboren wurden.
Um ihre Vierlinge jeden Tag besuchen zu können, ohne lange Fahrtwege bewältigen zu müssen, bezog die Mutter ein Elternbegleitzimmer des Krankenhauses. Die Betreuung ihres zweijährigen Sohnes übernahm eine Krankenhaustagesmutter, die sich sehr gut mit ihm verstanden habe. So konnte sich Vasilica-Florentina Imbrea in aller Ruhe um ihre Neugeborenen kümmern. Ihrem Mann war es außerdem möglich, in Emden weiter seiner Arbeit nachzugehen. Zur Entlassung dankte die Mutter dem St. Marienhospital für das große Engagement aller Beteiligten. Sie habe sich mit ihrem Nachwuchs sehr wohl gefühlt und sei sehr gut betreut worden. Auf die Zeit zu Hause mit dann fünf Kindern fühle sie sich sehr gut vorbereitet. Für sie als Mutter aber auch für das Team bedeute die Entlassung jedoch auch ein Abschied.
Stadt Emden bietet Unterstützung an
„Die drei Jungen und ein Mädchen sind fit und gesund“, bestätigt auch das St. Marienhospital in Vechta in einer Pressemitteilung zur Entlassung der Kinder. Die Eltern der Vierlinge können in Emden nicht auf große familiäre Hilfe hoffen, alle Verwandten leben zu weit weg. Auch eine Hebamme ist bisher nicht gefunden.
Die Stadt Emden bietet jedoch Unterstützung im Rahmen der „Frühen Hilfe“ an, um der Familie und den Kindern einen guten Start zu ermöglichen. „Diese Angebote beruhen auf Freiwilligkeit und sind für die Eltern nicht verpflichtend anzunehmen“, erklärt Stadtsprecher Eduard Dinkela dazu. Auch für die Stadt ist die Betreuung etwas Besonderes. Statistisch gesehen werden bundesweit nur einmal im Jahr Vierlinge geboren, also bei einer von rund 600.000 Geburten.