Bali  An diesen Orten auf Bali sind menstruierende Touristen unerwünscht

Svana Kühn
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Von Svana Kühn
| 05.04.2025 17:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ausländische Touristen sollen balinesische Bräuche, Traditionen und kulturelle Praktiken beachten und ehren, heißt es in einer Erklärung des Gouverneurs. Foto: imago/Westend61
Ausländische Touristen sollen balinesische Bräuche, Traditionen und kulturelle Praktiken beachten und ehren, heißt es in einer Erklärung des Gouverneurs. Foto: imago/Westend61
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Bali hat seine Verhaltensregeln für Touristen verschärft. Neben Kleidungsvorschriften und dem Verbot von Einwegplastik wurde auch eine Richtlinie erlassen, die auf Unverständnis stoßen könnte: Menstruierende erhalten keinen Tempelzugang.

Bali erlebt zurzeit einen Tourismus-Boom. Um gegen unangemessenes Verhalten der Besucher vorzugehen, hat die indonesische Insel kürzlich eine Reihe von neuen Regeln und Richtlinien erlassen. Die Behörden erklären, die strengen Maßnahmen zielten darauf ab, die kulturelle Integrität und die heiligen Stätten der Insel zu schützen.

Die Regeln betreffen unter anderem die Kleidung und das Verhalten beim Besuch von Tempeln und religiösen Stätten – einschließlich eines Zutrittsverbots für Menstruierende.

Die neuen Vorschriften wurden am 24. März von Balis Gouverneur I Wayan Koster vorgestellt. „Wir haben schon früher eine ähnliche Verordnung erlassen, aber da sich die Dinge ändern, müssen wir uns anpassen. Damit wird sichergestellt, dass der Tourismus auf Bali respektvoll, nachhaltig und in Harmonie mit unseren lokalen Werten bleibt“, heißt es in einer Erklärung, die auf dem Touristen-Portal der Insel veröffentlicht wurde.

Die neuen Regeln verlangen von ausländischen Touristen, dass sie bescheidene und respektvolle Kleidung tragen und sich „an religiösen Stätten, in Restaurants, Einkaufszentren oder auf öffentlichen Straßen respektvoll verhalten“. Besuchern ist es untersagt zu fluchen, Störungen zu verursachen oder unhöflich gegenüber Einheimischen, Beamten oder anderen Touristen zu sein.

Zu den weiteren verbotenen Aktivitäten gehören das Arbeiten ohne Genehmigung und die Vermüllung. Einwegplastik, einschließlich Plastiktüten, Styropor, Plastikstrohhalme und in Plastik verpackte Getränke, sind nicht gestattet.

Außerdem ist es ausländischen Besuchern nicht erlaubt, „heilige Tempelbereiche zu betreten, es sei denn, sie sind Gläubige, die traditionelle balinesische Kleidung tragen“. Die Richtlinie fügt hinzu, dass „menstruierende Frauen diese Bereiche ebenfalls nicht betreten dürfen“. Im Hinduismus, der Hauptreligion auf Bali, gilt Menstruationsblut als unrein.

Um Verstöße zu melden, wurde eine offizielle Whatsapp-Hotline eingerichtet. Außerdem soll die Polizeieinheit für den öffentlichen Dienst von Bali (Satpol PP) die Einhaltung der Vorschriften aktiv überwachen. „Wir haben ein spezielles Team zusammengestellt, das eine Operation durchführen wird. Ausländische Touristen, die sich nicht benehmen können, werden sofort hart angefasst“, wird Koster von der lokalen Zeitung „The Bali Sun“ zitiert.

Im Februar des vergangenen Jahres führte Bali zudem eine einmalige Einreisegebühr von 150.000 indonesischen Rupiah (etwa 9 Euro) für internationale Besucher ein, um die Bemühungen um den Naturschutz zu finanzieren.

In den neuen Leitlinien heißt es: „Touristen, die die Touristenabgabe nicht bezahlen, wird der Zugang zu den Attraktionen verweigert, und diejenigen, die bei Verstößen gegen die Vorschriften erwischt werden, müssen mit rechtlichen Konsequenzen nach indonesischem Recht rechnen“.

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