Gastronomie  Mittagessen in Weener – neues Team in der Küche am Start

Vera Vogt
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Von Vera Vogt
| 28.03.2025 12:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Köchin Nicole Bruns leitet die Küche im Altenzentrum. Foto: Vogt
Köchin Nicole Bruns leitet die Küche im Altenzentrum. Foto: Vogt
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Die Zusammenarbeit der Lebenshilfe Leer und des Altenzentrums in Weener musste enden, weil Mitarbeiter fehlten. Jetzt ist ein neues Team am Start. Es hat sich einiges geändert.

Weener - Alles frisch: Ein neues Team kocht nun im Altenzentrum Weener. Nicole Bruns ist die Küchenchefin. Sie bringt mehr als 20 Jahre Berufserfahrung als Köchin mit. Zuvor hatte es in Weener rund drei Jahre lang einen inklusiven Küchenstandort mit der Lebenshilfe Leer gegeben. Ende Februar 2025 musste die Kooperation enden, weil man nicht genug Mitarbeitende finden konnte.

Rund 140 statt etwa 1000 Mahlzeiten werden nun in der Küche fertiggestellt. Foto: Vogt
Rund 140 statt etwa 1000 Mahlzeiten werden nun in der Küche fertiggestellt. Foto: Vogt

Besondere Gastronomie – Wer steht nun in der Küche?

Zum neuen 15-köpfigen Team der Diadema (Tochterunternehmen des Diakonie Service Zentrums Oldenburg) gehören weiterhin zwei Menschen mit Behinderungen von der Lebenshilfe, die ihren Arbeitsplatz in Weener behielten. „Bis auf eine Person stammen tatsächlich alle aus Weener“, sagt Anja Schoof, Prokuristin bei Diadema. Das Unternehmen ist im Catering und der Reinigung tätig. „Dass es geklappt hat, die Stellen so schnell zu besetzen, ist gerade im Hinblick auf den Arbeitsmarkt sehr erfreulich“, sagt sie. Viele der Mitarbeitenden stammten aus der Gastronomie, neben der Küchenchefin arbeite ein weiterer gelernter Koch dort, eine Beiköchin und Küchenhilfen. „Die Arbeitszeiten sind hier familienfreundlicher“, bestätigt Köchin Bruns. Zwei Küchenhilfen würden derzeit noch gesucht.

Anja Schoof (Diadema, von links), Gerhard Smeding-Terveer (Diakonieverband Rheiderland), Nicole Bruns (Küchenchefin) und Andreas Cramer (Leiter Altenzentrum) freuen sich über die neue Kooperation. Foto: Vogt
Anja Schoof (Diadema, von links), Gerhard Smeding-Terveer (Diakonieverband Rheiderland), Nicole Bruns (Küchenchefin) und Andreas Cramer (Leiter Altenzentrum) freuen sich über die neue Kooperation. Foto: Vogt

Speisesaal geöffnet – Wer kann dort essen?

Derzeit werden rund 140 Mahlzeiten – Frühstück, Mittag, Abendessen – zubereitet. „Die Anzahl der Bewohner, die das Angebot annehmen und unten essen, hat sich verdoppelt auf rund 65“, sagt der Leiter des Altenzentrums, Andreas Cramer. Man habe auf ein Buffet umgestellt. Natürlich würde das Essen auch in alle Wohnbereiche gebracht. Rund 120 Bewohnerinnen und Bewohner leben im Altenzentrum.

Aber auch Außenstehende können in den Speisesaal kommen. „Nicht ohne Anmeldung allerdings“, so Cramer. Mit einer Woche Vorlauf könne man die Mahlzeiten auswählen. Alles müsse planbar sein. „Beispielsweise Angehörige unserer Bewohnerinnen und Bewohner, auch die Mieterinnen und Mieter der Wohnungen umzu, Personen aus dem betreuten Wohnen und auch Stammgäste können noch immer das ‚Middageten in´t Möhlenstraat‘ wahrnehmen“, sagt der Leiter des Altenzentrums. Der Fokus sei aber nun insgesamt ein anderer.

Im Speisesaal wurde umgebaut. Foto: Vogt
Im Speisesaal wurde umgebaut. Foto: Vogt

Warm auf den Teller – Was wird gekocht?

„Hier soll gekocht werden. Heiß aus der Pfanne auf den Tisch“, sagt Cramer. Dafür, dass das auch der Vorstand des Diakonieverbandes so sehe, sei man dankbar. „Es hat viele Vorteile, wenn wir eine eigene Küche haben und nicht nur Lebensmittel durchgeschleust werden. Gefroren angeliefert oder Ähnliches“, so Andreas Cramer. „Wir beziehen, wenn es geht, alles hier. Vom hiesigen Fleischer, vom Bäcker vom Gemüsehändler“, erklärt Köchin Bruns. „Das unterscheidet sich eben davon, was meist auf den Teller kommt, wenn man allein wohnt und betagt, vielleicht gesundheitlich angeschlagen ist. Da wird viel fertig gekauft und warmgemacht“, erklärt Gerhard Smeding-Terveer vom Diakonieverband Rheiderland. Wichtig sei, dass die Ansprüche erfüllt werden, die gerade mit einem höheren Alter einhergehen. „Es braucht beispielsweise eine proteinreiche Ernährung, Vitamine und Mineralstoffe, um dem Muskelabbau etwas entgegenzusetzen“, sagt Anja Schoof von Diadema. Der Heimbeirat habe immer ein Wörtchen mitzureden, wenn es um die Speisen gehe, so Andreas Cramer. „Es ist eben oft der Wunsch nach ostfriesischen Klassikern.“

Für die Küche wurde schon neues Equipment angeschafft, weiteres soll folgen. Foto: Vogt
Für die Küche wurde schon neues Equipment angeschafft, weiteres soll folgen. Foto: Vogt

Dadurch, dass man die Produktion hauptsächlich auf das Altenzentrum beschränkt habe, sei man besser in der Lage, auf besondere Ansprüche einzugehen. „Die Ernährung bei Diabetes, Bluthochdruck oder Demenz. Wenn jemand nicht mehr mit Besteck isst, ist beispielsweise Soße fehl am Platz“, zählt Cramer auf.

140 statt 1000 Mahlzeiten – Woher bekommen nun die Schulen ihr Essen?

Vom Standort des Altenzentrums in Weener aus hatte die Lebenshilfe auch die Schulen, Krippen und Kindergärten von Bingum bis Ditzum mit Frühstück und Mittagessen versorgt. Insgesamt rund 1000 Mahlzeiten am Tag. „Die Essen für Kindergärten und Schule, die wir für das Rheiderland zuletzt in Weener gekocht und von da aus geliefert haben, kommen seit Anfang März wieder aus unserer Großküche am großen Stein in Leer. Das war vor 2022 auch schon so und ist daher nicht ungewöhnlich“, sagt Dr. Lübbert Haneborger, Sprecher der Lebenshilfe.

Zusammen essen – Wo geht das sonst?

Das Essen sei einer der wichtigsten Wohlfühlfaktoren. Nicht nur für die Gäste im Altenzentrum. „Es geht immer auch um das Miteinander“, sagt Anja Schoof. Es habe einige Umbauten im Speisesaal gegeben, aber auch Neuanschaffungen und Änderungen in der Küche, um das Essen, das Verweilen angenehmer zu machen. Frühstück und Abendessen kosten fünf Euro, Mittagessen acht Euro.

In der Küche des Altenzentrums Rheiderland in Weener arbeitet ein neues Team. Foto: Vogt
In der Küche des Altenzentrums Rheiderland in Weener arbeitet ein neues Team. Foto: Vogt

Nicht nur in Weener setzt man auf gemeinsame Mittagszeit. Im Landkreis Leer gibt es außerdem Seniorenbeiräte und andere Vereine, die Senioren einladen, die gerne in Gesellschaft essen wollen. Beispielsweise bietet der Seniorenbeirat Rhauderfehn einen Mittagstisch an: Meist jeden dritten Mittwoch im Monat um 12 Uhr, Einlass 11.45 Uhr, im Musik-Café Marienheil. Die Kosten betragen 13 Euro inklusive Getränk, Anmeldung bis zwei Tage vorher unter Tel. 04952/2256 oder 04952/8267541.

Ebenso gibt es einen wöchentlichen Mittagstisch der Nachbarschaftshilfe in Leer in der Ost- und Weststadt. Im Nachbarschaftstreff in der Evenburgallee und im Pastorenkamp werde jeden Donnerstag zum Selbstkostenpreis gekocht, wie beim Bauverein zu lesen ist. In der Oststadt könne man sich jeweils bis Dienstag anmelden unter Tel. 0491/9277650 und in der Weststadt bis zum Donnerstag der Vorwoche unter Tel. 0491/9277626 und dann je am darauffolgenden Donnerstag um 12 Uhr in geselliger Runde in den Nachbarschaftstreffs essen. Kosten je sieben Euro pro Mahlzeit.

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