Traditionslokal im Ortskern Greetsieler Börse hat wieder geöffnet
Das Restaurant und Hotel Greetsieler Börse im Ortskern stand über ein Jahr leer. Nun wollen neue Pächter mit ihrem Konzept überzeugen.
Greetsiel - Einige Urlauber blicken interessiert durch die Fensterscheiben, ein älteres Ehepaar liest sich aufmerksam den Aufsteller vor der alten Holztür der Greetsieler Börse durch. „Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass wir ab dem 22. März wieder öffnen“ steht dort in weißer Kreide geschrieben. Im Inneren des historischen Gebäudes aus dem Jahr 1910 wird noch ein wenig an den Feinheiten gearbeitet, aber Gastraum und Küche sind schon bereit für Gäste.
„Ja, wir haben auf“, bestätigt der Neffe und Bruder der beiden neuen Betreiber, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte. Sein Onkel Necmettin Tan und sein Bruder, Hayati Tumtas, sind die neuen Pächter der Greetsieler Börse. Zum 1. Januar 2024 hatte das Traditionsrestaurant in der Mühlenstraße seine Türen geschlossen, nachdem dem Gastronom Bernd Hilbig der Pachtvertrag gekündigt wurde. Fast 15 Jahre lang hatte er das Gasthaus im Greetsieler Ortskern betrieben. Doch Personalmangel und Preissteigerungen sorgten für finanzielle Schwierigkeiten, zum Jahreswechsel 2023/2024 wurde daraufhin der bestehende Pachtvertrag gekündigt. Seitdem stand das historische Gebäude leer.
Alte Holzmöbel schmücken weiterhin den Gastraum
Doch auch wenn es von außen nicht sichtbar war: Im Inneren hat sich viel getan. Es muss ungefähr im September 2024 gewesen sein, dass die Familie um Hayati Tumas das Gebäude übernahm und mit den ersten Renovierungsarbeiten begann, erinnert sich der Tumas‘ Bruder, den wir an diesem Tag vor Ort in der Börse antreffen. Und dann ging alles ganz schnell. „Wir hatten Glück mit den Handwerkern“, so der junge Mann. „Sie haben anderthalb Monate motiviert durchgearbeitet.“
So viel hätten sie innen aber gar nicht verändert, sagen die Betreiber. Der alte Tresen befindet sich noch immer zentral im Gastraum, dort wurde lediglich das Holz aufgearbeitet und frisch lackiert. Das gleiche sei auch mit den Tischen und Stühlen im Restaurant passiert. Der Boden wurde mit Hochdruckreinigern gesäubert. Eine Wand haben sie im Gastraum entfernt, damit alles größer, heller und offener wirkt. Alte Modelle von Segelschiffen sorgen für maritimes Flair, ein paar neue Lampenschirme bringen ein wenig Modernität in das alte Gebäude.
Familie betreibt noch ein weiteres Restaurant in Greetsiel
Auch das Hotel über dem Restaurant betreibt die Familie nun. Viel verändert haben sie auch dort nicht. „Den Treppenaufgang haben wir neu gemacht“, sagt der Bruder des Betreibers. Eine große Änderung gibt es dann aber doch in dem Gasthaus, räumt er ein: „Hier ist es jetzt rauchfrei.“ Früher durfte in dem Gastraum geraucht werden, aber das sei heute nicht mehr gern gesehen. Das ist den Betreibern recht. „Wir mögen das einfach nicht“, so der junge Mann zum Thema Rauchen.
Erfahrung in der Gastronomie bringt Familie Tumtas schon reichlich mit. Sie kommen aus Norddeich, hatten aber bereits über zwanzig Jahre ein Restaurant in Großheide geführt. Nun kommt mit der Greetsieler Börse ein weiteres Projekt auf die Familie zu. Am 22. März war das Soft Opening des Gasthauses, am 1. April soll es dann wirklich offiziell losgehen.
Außen wird noch viel neu gemacht
Und obwohl die Greetsieler Börse jetzt schon wieder für Gäste geöffnet ist, soll sich in den kommenden Wochen und Monaten noch so einiges tun an dem Gebäude. Im Mai werde der Sockel des historischen Gebäudes neu gemacht, außerdem soll im April noch ein neues Schild an der Fassade angebracht werden. Die Fassade selbst soll auch noch frisch gestrichen werden. Und die Terrasse für die Gäste sei leider noch nicht ganz fertig, aber das Material werde nächste Woche geliefert.
Einige Tage nach der inoffiziellen Eröffnung des Restaurants zeigen sich die Betreiber zufrieden. Immer pünktlich zum Mittag um 12 Uhr öffnen sich die Türen. Aber richtig voll werde es meist erst am Abend, so der Bruder von Betreiber Hayati Tumas. „Gestern Abend war so viel los hier“, sagt er. Für die Bewirtung der Gäste sorgen insgesamt knapp 20 Angestellte. Probleme, diese zu finden, hatten die neuen Pächter nicht, sagen sie.
Neue Speisekarte: Fisch satt
Auf der Speisekarte des Restaurants stehen Klassiker wie ein Greetsieler Salat mit Krabben, gebratene Scholle „Greetsieler Art“, Seezunge mit Weißwein-Zitronenbuttersauce und eine Ostfriesische Garnelenpfanne mit Bratkartoffeln. Fisch gibt es satt im Restaurant. Aber auch (vegetarische) Burger, Deichlammrücken, Rumpsteak und Frikadellen werden den Gästen serviert.
Die neuen Betreiber der Greetsieler Börse freuen sich schon auf das, was noch kommt. Es laufe zwar schon gut an, aber ab Ostern hoffen die Betreiber Hayati Tumtas und Necmettin Tan auch tagsüber auf richtig Zulauf in der neuen, alten Greetsieler Börse.