Die Pläne des Ossiloop-Siegers Tammo Oldigs greift den ostfriesischen Marathon-Rekord an
Marathon, Urlaub, Ossiloop: Der Ihrhover Ausnahme-Läufer hat spannende Wochen vor sich. Am Samstag lief Tammo Oldigs ausnahmsweise mal nicht als Erster über die Ziellinie.
Ihrhove - Der überraschende Gewinn des prestigeträchtigen Ossiloops vor fast elf Monaten hat das Lauf-Feuer von Tammo Oldigs so richtig entfacht. „Wenn ich mit wenig Aufwand viel erreichen kann, was schaffe ich dann mit viel Aufwand?“, fordert sich der 24-Jährige aus Ihrhove selbst heraus. Durch das zielgerichtete Training verbesserte sich Tammo Oldigs, nun greift er nun sogar den ostfriesischen Marathon-Rekord an.
Am Sonntag, 6. April, will er in Hannover die bisherige Ostfriesland-Bestmarke von 2:24:28 Stunden für den Lauf über 42 Kilometer knacken. Aufgestellt hatte diese Stephan Immega im Jahr 2008 in Frankfurt am Main. „Wenn alles gut läuft, schaffe ich das“, sagt Tammo Oldigs selbstbewusst. „Aber beim Marathon kann vieles passieren, der Körper oder auch das Wetter nicht mitspielen.
Verletzungssorgen vor dem ersten Marathon
Bereits bei seinem ersten Marathon im September vergangenen Jahres in Berlin kam Oldigs mit einer Endzeit von 2:29,32 Stunden in die Nähe des ostfriesischen Allzeit-Rekords. „Damals war ich, vor allem mit Blick auf die eher nicht so gute Vorbereitung, sehr zufrieden mit der Zeit. Im Sommer hatte ich einige Wochen mit Schienbeinkanten-Problemen zu kämpfen“, blickt der 24-Jährige zurück. „Jetzt lief die Marathon-Vorbereitung wesentlich besser, entsprechend bin ich auch ambitionierter.“
Seine Leistung am 15. März beim Werderseelauf über die 25-Kilometer-Distanz hat Oldigs in seiner Form nochmals bestätigt. Mit einer Zielzeit von 1:21:47 Stunden stellte er einen neuen Streckenrekord auf, nur 3:16 Minuten brauchte er im Schnitt für einen Kilometer.“
Podestplatz bei der Landesmeisterschaft
Fast denselben Temposchnitt hatte Tammo Oldigs auch ein Wochenende später in Springe über die Zehn-Kilometer-Distanz. Vergleichbar sind die beiden Rennen allerdings nicht. In Springe nahm der Ostfriese erstmals an einer Landesmeisterschaft teil, um sich mit den Besten in Niedersachsen zu messen. Dabei musste er schnell feststellen, dass es dabei nicht um eine möglichst gute Endzeit ging, sondern um die finale Platzierung. „Die ersten Kilometer war es ein ziemliches Gebummel“, empfand Tammo Oldigs. „Niemand wollte so wirklich das Tempo machen. Ab Kilometer sechs wurde das Tempo dann angezogen und das Spitzenfeld entzog sich.“
Die letzten Kilometer lief Oldigs in einem Schnitt von unter drei Minuten pro Kilometer. „Ich hatte den Lauf vom Wochenende zuvor in Bremen noch in den Beinen. Auch wegen der Höhenmeter am Anfang, dem Gegenwind und dem allgemein taktischen Rennen war eine Top-Zeit so nicht drin“, ordnet Tammo Oldigs ein. Dennoch schaffte er es aufs Treppchen, wurde bei den Herren in 32:30 Minuten Dritter bei den Landesmeisterschaften auf der Straße. „Vielleicht war es gut, auch mal nicht zu gewinnen“, muss Tammo Oldigs schmunzeln. Bei zahlreichen Volksläufen in der Region war er als Erster über die Ziellinie gelaufen.
Warum sich Oldigs noch nicht für den Ossiloop angemeldet hat
Nach dem Marathon in Hannover fährt Tammo Oldigs mit seiner Freundin Marie Moldenhauer, ebenfalls eine gute Langstrecken-Läuferin, erstmal in den Urlaub. „Wir entscheiden erst kurz zuvor, wo es hingeht. Das machen wir auch vom Wetter abhängig“, sagt Oldigs. „Und dann steht auch schon das nächste Highlight an“, sagt der Ihrhover und meint den Ossiloop.
Als Titelverteidiger sei die Teilnahme bei der Sechs-Etappen-Kultveranstaltung ja quasi eine „gewisse Pflicht“, sagt Oldigs. Angemeldet ist er aber noch nicht. „Ich möchte jetzt erstmal den Marathon gut überstehen. Klappt das alles wie geplant, bin ich beim Ossiloop dabei – freue mich auch darauf. Halb angeschlagen würde ich das nicht machen. Aber da gehen wir jetzt mal nicht von aus.“