Bad Segeberg  Otto Waalkes: „Wenn das Lampenfieber weg wäre, würde ich nicht mehr auftreten“

Susanne Link
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Von Susanne Link
| 18.03.2025 10:38 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Komiker Otto Waalkes kommt im Mai für einen Auftritt mit Freshtorge, Martin „Maddin“ Schneider und Rüdiger Hoffmann nach Bad Segeberg. Foto: Rainer Jensen
Komiker Otto Waalkes kommt im Mai für einen Auftritt mit Freshtorge, Martin „Maddin“ Schneider und Rüdiger Hoffmann nach Bad Segeberg. Foto: Rainer Jensen
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Auf der Freilichtbühne in Bad Segeberg (Schleswig-Holstein) treten bei der Veranstaltung „Der Kalkberg tobt“ im Mai mehrere deutsche Comedy-Größen auf. Einer davon ist Otto Waalkes. Im Interview spricht der 76-jährige Komiker über Frauen, Lampenfieber und Erinnerungen.

Frage: Herr Waalkes, der Kalkberg tobt bald – als hätte er zuvor in Ruhe verharrt. Was genau erwartet die Zuschauer an diesem Abend?

Antwort: Ich hoffe, dass nicht nur der Berg tobt. Ist doch merkwürdig, die deutsche Sprache: Da heißt es zwar der Berg tobt – aber die Bergwacht... Wie war noch gleich die Frage?

Frage: Mit Freshtorge, Martin „Maddin“ Schneider und Rüdiger Hoffmann stehen einige deutsche Comedy-Größen mit Ihnen auf der Bühne.

Antwort: Das freut mich besonders, weil ich mit allen schon einmal zusammengearbeitet habe, zum Beispiel bei den beiden Sieben-Zwerge-Filmen.

Frage: Auf der Bühne stehen ja nur Männer – war das Absicht oder haben Sie einfach vergessen, eine Frau zu fragen?

Antwort: Das müssten Sie mal die Veranstalter fragen – womöglich finden die ja noch ein Schneewittchen.

Frage: Wie steht es denn mit den Frauen in Ihrem Leben? Gibt es jemanden, der Sie aktuell begleitet?

Antwort: Ich bin von Frauen umgeben. Sogar mein Management besteht fast ausschließlich aus Damen. Und das gefällt mir gut.

Frage: Sie waren schonmal in der schleswig-holsteinischen Kleinstadt Bad Segeberg. Haben Sie noch Erinnerungen an Ihren Auftritt?

Antwort: Nein, natürlich nicht. Aber ich erinnere mich an eine Zuschauerin in Reihe Drei, die während des ganzen Auftritts keine Miene verzogen hat. Das glauben Sie nicht? Dann beweisen Sie mir mal das Gegenteil.

Frage: Im Laufe der Zeit verblassen die Erinnerungen, aber Ihre Markenzeichen – das Gekicher, das Jodeln, die Ottifanten und Paraderollen wie der Reporter Harry Hirsch – bleiben. Wenn Sie mit 76 Jahren auf Ihr Leben zurückschauen, empfinden Sie mehr Freude über das, was Sie erlebt haben, oder verspüren Sie eher den Verlust vergangener Zeiten und Abenteuer?

Antwort: Sie haben recht, einiges vergisst man, und das ist ja auch gut so. Ich lebe jedenfalls nicht in der Vergangenheit, auch wenn die vermutlich länger ist, als meine Zukunft. Die Gegenwart reicht mir, sie ist abenteuerlich genug.

Frage: Nach so vielen Jahren auf der Bühne – gibt es überhaupt noch etwas, das Sie vor einem Auftritt nervös macht?

Antwort: Natürlich gibt‘s das vor jedem Auftritt. Ich glaube, wenn das Lampenfieber weg wäre, würde ich überhaupt nicht mehr auftreten.

Frage: Zurück zum Kalkberg: Sie sind bekannt für Ihre Überraschungen, der Kalkberg für die Karl-May-Spiele. Gibt es eine Chance, dass Sie während der Show plötzlich auf einem Pferd in den Sonnenuntergang reiten?

Antwort: Das wäre traumhaft. Bei den Karl-May-Festspielen durfte ich ja nie mitreiten. Es gab einfach keine Rolle für mich. Für den Winnetou war ich zu blond, für Old Shatterhand zu schmächtig und die bösen Rollen nimmt man mir nicht ab.

Frage: Aber im Ernst: Gibt es besondere Überraschungen oder neue Nummern, die Sie exklusiv für diesen Abend geplant haben?

Antwort: Wissen Sie, was das Wesen der Überraschung ist? Man darf vorher nichts verraten.

Frage: Was ist denn das Highlight, auf das Sie sich am 16. Mai am meisten freuen?

Antwort: Das ist der Sonnenuntergang, den Sie mir versprochen haben. 

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