Export von E-Autos  ID.7 von VW Emden startet nun doch nicht in Nordamerika

Martin Teschke
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Von Martin Teschke
| 18.03.2025 06:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die ID.7-Limousine in und aus Ostfriesland: Das E-Auto soll nun doch nicht in den USA und Kanada auf den Markt kommen. Foto: Ortgies/Archiv
Die ID.7-Limousine in und aus Ostfriesland: Das E-Auto soll nun doch nicht in den USA und Kanada auf den Markt kommen. Foto: Ortgies/Archiv
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US-Präsident Donald Trump nervt die Welt seit Monaten mit seiner „America first“-Politik. Nun hat es den ID.7 aus Ostfriesland getroffen. VW Emden benennt erstmals die Gründe.

Emden - Schlechte Nachrichten für VW Emden: Die vollelektrische ID.7-Limousine soll nun doch nicht von Emden nach Nordamerika exportiert werden. Das hat Volkswagen jetzt auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigt.

„Volkswagen wird den ID.7 in diesem Modellzyklus nicht in Nordamerika auf den Markt bringen“, teilte ein Sprecher von VW Emden unserer Zeitung mit. „Die sich verändernde Förderlandschaft in den USA für Elektro- und Importfahrzeuge führt dazu, dass ein Export des am Standort Emden gefertigten ID.7 nach Nordamerika für das Unternehmen unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten derzeit keinen Sinn ergibt.“ Mit „veränderter Förderlandschaft“ dürfte sich Volkswagen sicherlich vor allem auf die Politik der neuen US-amerikanischen Regierung unter Donald Trump beziehen. Ausgesprochen wird das aber nicht. Unabhängig davon halte Volkswagen an seiner Elektrifizierungsstrategie für Nordamerika fest und werde auch in Zukunft in der Region neue Elektromodelle auf den Markt bringen, so der Unternehmenssprecher.

Marktstart erst verschoben, dann ganz abgesagt

Der offizielle Produktionsbeginn des Passat-Nachfolgers ID.7 war im August 2023. Zum Start gab es ausschließlich die Limousine. Im Februar 2024 wurde dann die Kombi-Version, der ID.7 Tourer, vorgestellt. Ganz zu Beginn hatte es geheißen, dass die Limousine für den europäischen und den nordamerikanischen Markt, also die USA und Kanada, gebaut werden sollte. Die Kombi-Version war nie als Exportvariante im Gespräch.

Marktstart für die ID.7-Limousine in Nordamerika sollte das dritte Quartal 2024 sein. Im Mai 2024 hatte Volkswagen of America aber entschieden, den Verkaufsstart „wegen einer sich verändernden Dynamik im Markt der Elektroautos“ auf das nächste Jahr, also auf 2025 zu verschieben. Nun liegt das Projekt Nordamerika komplett am Boden.

ID.7-Limousine hat noch Luft nach oben

Das ist deshalb aus Emder Sicht nicht besonders glücklich, weil die ID.7-Limousine sowieso schon als das schwächste Glied in der Kette der E-Autos aus Ostfriesland gilt. Wie der Emder Werksleiter Enno Fehse vor einem Monat beim Besuch von Noch-Kanzler Olaf Scholz (SPD) verriet, sollen in Emden in diesem Jahr 163.000 Fahrzeuge vom Band laufen. Zur einen Hälfte der vollelektrische SUV ID.4, zur anderen Hälfte das aktuelle E-Spitzenmodell ID.7.

Vom Passat-Kombi-Nachfolger ID.7 Tourer sind demnach in diesem Jahr 60.000 Fahrzeuge geplant; für die ID.7-Limousine bleibt da nicht mehr viel übrig. Tag für Tag sollen laut Werksleitung 730 E-Fahrzeuge montiert werden, so der Plan.

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