München  DFB-Star Lena Oberdorf spricht über Menstruationsprobleme im Profifußball

Sophie Wehmeyer
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Von Sophie Wehmeyer
| 06.03.2025 19:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Für das deutsche Nationalteam stand Lena Oberdorf zuletzt während der EM-Qualifikationsspiele 2024 auf dem Platz. Foto: dpa/Sebastian Christoph Gollnow
Für das deutsche Nationalteam stand Lena Oberdorf zuletzt während der EM-Qualifikationsspiele 2024 auf dem Platz. Foto: dpa/Sebastian Christoph Gollnow
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Fußballerin Lena Oberdorf spricht offen über ein Tabuthema: Menstruationsprobleme im Leistungssport. In ihrem Podcast beschreibt die Bayern-Spielerin, wie Schmerzen, Leistungseinbußen und strikte Trainingspläne den Zyklus zur Belastungsprobe machen.

Schmerzen, Leistungsabfall, starke Emotionen – für viele Frauen ist die Menstruation im Sport ein unsichtbarer Gegner. Die 23-jährige Bayern-Spielerin Lena Oberdorf spricht in der Folge „Periodt!“ ihres Podcasts „Popcorn und Panenka”, den sie gemeinsam mit ihrer Freundin Rena Schwabl macht, offen über ihre eigenen Erfahrungen mit Menstruationsproblemen im Profifußball.

Oberdorf erzählt von Krämpfen, die sich anfühlen, „als würde die Gebärmutter rausgerissen werden“, von Läufen, die zur Qual werden, und von der Angst, dass die Periode im falschen Moment über den Spieleinsatz entscheidet.

„Ich war heute bei den Läufen und dachte mir – ich kann nicht mehr“, sagte sie im Podcast. Auch während der Aufnahme hatte sie ihre Periode. Sie sei zwar generell kein Fan von Läufen, aber während des Zyklus‘ fiele ihr diese Art der Belastung besonders schwer: „Nicht, dass man sich nur quälen muss, die Läufe zu machen, sondern dann auch noch mit Menstruationsschmerzen“.

Pausen wegen Regelschmerzen seien im Leistungssport nicht vorgesehen: „Stell dir vor, wir würden sagen: Ich brauche jetzt erstmal zwei Tage frei. Der Trainer würde uns angucken und sagen: Dann spielst du nicht am Wochenende.“ Das System nehme hier kaum Rücksicht auf den weiblichen Körper.

Wichtige Spiele oder Turniere würden sich nicht verschieben lassen – und wenn die Periode genau dann käme, sei das ein Handicap: „Stell dir vor, du hast das Champions-League-Finale und dann kriegst du einen Tag davor deine Tage. Dann denkst du dir auch nur – puh.“

Oberdorf räumt im Podcast ein, dass ihr Zyklus außerdem einen Einfluss auf ihre Emotionen hat: „Meine Toleranzschwelle ist dann ganz niedrig auf dem Platz.“ Die mentale Auswirkung der hormonellen Schwankungen während des Zyklus falle zwar bei jeder Frau unterschiedlich aus, bei ihr würde sie jedoch dazu führen, dass sie deutlich emotionaler reagiere: „Ich muss meine Emotionen dann richtig kontrollieren.“ Im Fußballspiel könne sich das negativ auswirken: „Wenn ich meine Tage habe und merke, etwas läuft richtig unfair, dann kocht es hoch. Das ist ganz schlimm. Dann kriegt man schnell Gelb.“ 

Auch die Scham davor, dass Blutflecken in der Sportkleidung zu sehen sind, spiele für sie eine Rolle: „Dann kommen auch noch weiße Hosen dazu.“ Das sei ein Stressfaktor für die Fußballspielerinnen: „Manche fühlen sich damit nicht wohl.“ Immer mehr Teams würden daher mittlerweile dunklere Hosen als Alternative erlauben – doch das sei lange Zeit keine Selbstverständlichkeit gewesen.

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