Rückstand aufgeholt 200 OHV-Fans feiern dramatisches Remis im Derby
In der vergangenen Woche nach der Niederlage gegen den Tabellenführer war die Trauer groß, diesmal gab es beim OHV Aurich strahlende Gesichter. Rostyslav Polishchuk sorgte für ein Happy-End.
Wilhelmshaven - Eine unheimlich spannende, hochklassige Partie lieferten sich der Wilhelmshavener HV und der OHV Aurich im nachbarschaftlichen Derby der dritten Handball-Liga, Staffel Nord-West, am Samstagabend in der mit 1835 Zuschauern gefüllten Nord-Frost-Arena in Wilhelmshaven. Rund 200 Zuschauer aus Aurich hatten sich auf dem Weg nach Wilhelmshaven gemacht und unterstützten ihre Mannschaft. „Die Zuschauer sorgten für eine unglaubliche Stimmung!“, fand auch Aurichs Teammanager Ewald Meyer. Das Spiel endete nach vielen Führungen von beiden Mannschaften in der abwechslungsreichen Begegnung am Ende leistungsgerecht 30:30, zur Pause hatte der OHV noch mit 18:16 vorne gelegen.
Ohne den noch verletzten Spielgestalter Robin Leunissen musste der OHV Aurich das Spiel gegen Wilhelmshaven bestreiten, zudem fiel auch Nerdin Vunic wegen einer Verstauchung an der rechten Hand im Laufe der Begegnung aus. Hellwach waren die Gäste aus Ostfriesland schon in den ersten Minuten, nach 56 Sekunden überwand Rostyslav Polishchuk zum ersten Mal den Wilhelmshavener Torhüter und erzielte das erste seiner insgesamt zehn Tore. Er, Vunic mit einem Strafwurf und Kevin Wendlandt legten das 5:3 für den OHV vor. Erst nach einer Viertelstunde gelang den Gastgebern beim 8:8 erstmals der Ausgleich, bis dahin hatte Aurichs Schlussmann Marten Jungvogel schon drei Würfe des Gegners pariert, einmal war zudem der Auricher Abwehrblock nicht zu überwinden.
Wilhelmshaven - OHV 30:30 (16:18)
OHV Aurich: Jungvogel, Kuksa; Vunic (3 Tore, davon 1 Siebenmeter), de Buhr (1), Wendlandt (4), Boskovic, Rämhed (2/1), Dannehl (nicht eingesetzt), Vorontsov, Speckmann (n.e.), H. Stoehr (1), Braun (2), Hertlein (7), Polishchuk (10), Mihaljevic.
Spielfilm: 5:8 (10.), 10:9 (19.), 16:18 (30.), 23:21 (38.), 28:26 (50.), 30:28 (53), 30:30.
Zeitstrafen: Wilhelmshaven (3), Aurich (1).
Zuschauer: 1835
Siebenmeter: Wilhelmshaven 3 verwandelt 1, Aurich 2 / 2 verwandelt.
Polishchuk und Wendtland mit Wurfqualitäten
Nur kurz beim 9:8 und 10:9 eroberten die Gastgeber die Führung, danach profitierten die Gäste von den Wurfqualitäten ihrer Angreifer Polishchuk und Wendtland. Und auch der inzwischen eingewechselte Schlussmann Egars Kuksa hielt, was zu halten war. Mit 18:16, das Polyshchuk mit einem direkt ausgeführten Freiwurf aus zehn Metern für den Gast erzielte, ging es in die Pause.
Kein Wurfglück hatte der zu Beginn des zweiten Abschnitts eingewechselte Evgeny Vorontsov an seiner alten Wirkungsstätte. Der WHV nutzte die Fehler im Auricher Angriff konsequent und schaffte beim 19:18 wieder die Führung. Mit einem Gewaltwurf glich Kevin Wendlandt aus, danach ging es immer hin und her, bis Wilhelmshaven sich nach einigen Fehlern im Auricher Angriffsspiel doch mit zwei Toren absetzen konnte.
Paraden von Marten Jungvogel
Doch die Gäste ließen nicht locker. Aurichs Trainer setzte in der letzten Viertelstunde wieder auf Marten Jungvogel, der sich mit fünf Paraden innerhalb dieser kurzen Zeit bedankte. „Marten Jungvogel ist die Lebensversicherung des OHV“, stellte der Kommentator bei Sportdeutschland TV fest, als dieser erneut einen Strafwurf von Matej Kozul entschärfte und es beim 30:29 für den WHV blieb. Nach dem 30:30-Ausgleich durch Polishchuk riskierte der OHV nichts mehr und brachte das 30:30-Unentschieden clever über die Zeit. „Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden“, stellte auch Aurichs Teammanager nach dem Schlusspfiff fest.