Ferber am Freitag Fritze kommt, Olaf geht
Nach der Bundestagswahl steht fest: Friedrich Merz hat das Rennen ums Kanzleramt gewonnen. Nun wartet auf Fritze eine Menge Arbeit. Und was wird aus seinen Mitbewerbern?
Duell, Triel, Quadrell – sind Sie auch froh, dass die Zeit der oftmals redundanten Laberrunden von Politikern vor Bundestagswahlen nun fürs Erste vorbei sind? Wenn ein Bierdeckel mit dem Steuerkonzept von Friedrich Merz, den Moderator Günther Jauch aus Versehen beim Quadrell im Fernsehstudio fallen lässt, den vier Kanzlerkandidaten die Schlagzeilen stiehlt, sagt das alles aus.
Nun, seit Sonntag wissen wir: CDU-Mann Merz macht’s – vermutlich. Und das in einem Alter von fast 70 Jahren, in dem andere längst in Rente sind und ihren Ruhestand genießen. Wenn sie nicht gerade Biden oder Trump heißen. Apropos Trump: Wie viel Tünkram „Fritze“ in den nächsten Wochen und Monaten erzählen wird, bleibt abzuwarten. Gleichwohl, die Zeit drängt, die Erwartungen der eigenen Wählerschaft und Partei sind groß, die Probleme und Herausforderungen in Deutschland und auf der Welt ebenso. Und da ist der neuerdings Kettensägen schwingende Elon Musk noch gar nicht mitgerechnet. Gut möglich, dass der Sauerländer Merz bei so viel „Rambo Zambo“ überall zur Nervenberuhigung selbst mal eine Ladung Bubatz durchziehen muss. Die Wissenslücke, was sich dahinter verbirgt, sollte nach dem „Wahlkampfsong“ von RTL-Moderator Stefan Raab ja geschlossen sein.
Schreibt der Erklär-Bär bald wieder Kinderbücher?
Bleibt die Frage: Was wird aus Merz‘ Mitbewerbern? Nach dem schlechtesten Ergebnis der Sozialdemokraten bei einer Bundestagswahl sollte Noch-Kanzler Olaf Scholz inzwischen aus seiner Parallelwelt, in der er ernsthaft dachte, er könne gewinnen, zurückgekehrt sein. Wie es aussieht, ist er bald nur noch einfacher Abgeordneter. Vielleicht nutzt der 66-Jährige sein künftiges Mehr an Freizeit als Vorbereitung auf den Ironman. Nur mit Personenschützern durch Potsdam zu joggen, dürfte auf Dauer zu eintönig sein.
Erklär-Bär Robert Habeck scheint sich ebenfalls aus der ersten Politikreihe zurückzuziehen. Auch sein Vorhaben, der erste grüne Kanzler der BRD zu werden, erscheint heute fast noch vermessener als bei der Verkündung. Zu desaströs das Gesamtbild der gescheiterten Ampel-Koalition. Nicht ausgeschlossen, dass der frühere Autor seine politischen Erfahrungen in einem neuen Kinderbuch verarbeitet. Titelvorschlag: „Hitzefrei – Klein-Robert baut sich eine Wärmepumpe“.
Der Weidel-Sound wird uns erhalten bleiben
Und Alice Weidel? Dass die Scharfmacherin der AfD angesichts von 20,8 Prozent für ihre Partei einen Rückzieher von der politischen Bühne machen und ihr Krakeelen einstellen wird, ist nicht zu erwarten. Ihr Sound wird uns weiter begleiten. Und nicht nur der. Florian Ferber