Förderung für Wärmepumpen  Was wird nach der Wahl aus dem Heizungsgesetz?

Oliver Bär
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Von Oliver Bär
| 28.02.2025 16:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Interesse an Wärmepumpen steigt wieder. Foto: Weißbrod/DPA
Das Interesse an Wärmepumpen steigt wieder. Foto: Weißbrod/DPA
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Wärmepumpen sollen eine zentrale Rolle für mehr Klimaschutz im Gebäudesektor spielen. Wie geht es weiter mit der Förderung?

Ostfriesland/Berlin - Während Deutschland bei der Energiewende vorankommt, stockt die Wärmewende. 70 Prozent aller im vergangenen Jahr neu installierten Heizungen nutzten fossile Brennstoffe, berichtet „Zukunft Altbau“, ein Informationsprogramm unter dem Dach der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg. Zahlen des Bundesverbands Wärmepumpe zufolge wurden im vergangenen Jahr lediglich 193.000 Wärmepumpen neu installiert. Das waren 46 Prozent weniger als noch 2023. Und mit einem designierten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) steht die Förderung der Heizungsumstellung auf Wärmepumpen zumindest auf der Kippe, wenn Aussagen aus Unionskreisen für bare Münze genommen werden.

Dabei hat die Nachfrage nach Fördergeldern für den Heizungstausch in den vergangenen Monaten zugelegt. Seit September 2024 verzeichnet das zuständige Wirtschaftsministerium ein deutlich gestiegenes Interesse. Allein seit Januar habe es 35.800 Anträge gegeben – die meisten davon zum Einbau einer Wärmepumpe.

In Ostfriesland steigen die Anfragen

Von gestiegenen Anfragen und Anträgen in Ostfriesland berichtet auch Albert Lienemann, Präsident der Handwerkskammer (HWK) für Ostfriesland, der mit seinem Betrieb in Holtrop und Greetsiel Wärmepumpen einbaut. „Viele unserer Kunden wollen sich noch schnell die Förderung sichern, bevor es möglicherweise Änderungen gibt“, sagt Lienemann im Gespräch mit unserer Redaktion. Im vergangenen Jahr habe das noch anders ausgesehen. „Da waren die Leute verunsichert. Und so mancher hat sich noch schnell eine neue Gasheizung zugelegt.“ Angesichts der zu erwartenden Preissteigerungen bei fossilen Brennstoffen dürfte sich so mancher im Nachhinein noch überlegen, ob das die richtige Entscheidung war.

Lienemanns Empfehlung lautet: „Weg vom Öl und Gas. Das rechnet sich auch wirtschaftlich.“ Schon heute lasse sich mit dem Einsatz von Wärmepumpen eine Reduzierung der Heizkosten von rund einem Drittel bis zu 50 Prozent erreichen, betont der Handwerkspräsident – auf Basis der aktuellen Standardverträge der EWE für Strom und Gas. Zumal die Förderung derzeit noch läuft.

Warnung vor Wende bei Förderung

Das bestätigt auch das Wirtschaftsministerium in Berlin. Das entsprechende Programm zur Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) werde gemäß vorläufiger Haushaltsführung fortgeführt, teilte eine Sprecherin des Ministeriums mit. „Das heißt, alle Rechtsverpflichtungen werden bedient“, betonte sie. Wer also einen Zuschuss aus dem Programm beantrage und eine Zusage erhalte, könne sich auf diese auch verlassen – es sei denn, es seien etwa unrichtige Angaben bei der Beantragung gemacht worden. Erst durch die Entscheidung einer künftigen Bundesregierung könne dies wieder abgeschafft werden. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums beträgt die Förderquote für private Haushalte mit geringem und mittlerem Einkommen bis zu 70 Prozent.

Der Bundesverband Wärmepumpe warnt mit Blick auf die künftige Bundesregierung vor einer grundlegenden Wende bei der staatlichen Förderung von Wärmepumpen. „Wir brauchen Kontinuität“, sagt Sven Kersten, Sprecher des Beirats Industrie des Verbands. Das Schlimmste in Förderprogrammen sei, wenn angekündigt werde, es werde sich in ein paar Monaten etwas ändern: „Dann haben wir entweder einen Riesen-Run oder eine Riesen-Abwartehaltung. Und das ist genau das, was wir nicht brauchen.“

Das sieht auch Lienemann so: „Wichtig wäre, dass wir endlich Ruhe in die Diskussion bekommen. Zuverlässigkeit in den Aussagen, damit sich Heizungsbauer und Kunden auf die Rahmenbedingungen einstellen können.“ Aus wirtschaftlicher Sicht sei die Wärmepumpe sinnvoll, ebenso aus ökologischer Sicht. Und die Akzeptanz in der Bevölkerung werde wachsen.

Mit Material von DPA

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