Rom Franziskus im Krankenhaus: Was passiert, wenn der Papst stirbt?
Papst Franziskus‘ Gesundheitszustand gibt Anlass zur Sorge. Was passiert, wenn der Pontifex seinen Kampf gegen die Krankheit verliert? Wer wählt seinen Nachfolger? Und wer kümmert sich um die Beerdigung?
Papst Franziskus liegt nach wie vor in der Gemelli-Universitätsklinik in Rom und kämpft mit einer beidseitigen Lungenentzündung. Sein Zustand sei kritisch, heißt es aus dem Vatikan. Und: Nach nun fast zwei Wochen im Krankenhaus bestehe keinerlei Aussicht auf eine baldige Entlassung. Christen weltweit beten für eine schnelle Genesung des 88-Jährigen. Doch was passiert, sollte der Argentinier seine Erkrankung nicht überleben?
Der Tod eines Papstes setzt einen jahrhundertealten Ablauf in Gang. Zuallererst muss der Tod des Papstes offiziell festgestellt werden. Hierfür ist der sogenannte Camerlengo, der päpstliche Kämmerer zuständig. Das Amt ist zurzeit durch den irischen Kardinal Kevin Farrell besetzt. Der Camerlengo nimmt dem Papst seinen persönlichen Siegelring ab, verschließt und versiegelt die Wohnung des Papstes und informiert die wichtigsten Personen im Vatikan sowie die Öffentlichkeit. Als symbolisches Ende der Amtszeit wird der Siegelring zerstört. Zudem übernimmt der Camerlengo die Rolle als Verwalter und Organisator des Konklaves, also der Papstwahl.
Mit dem Tod des Papstes beginnt auch die sogenannte Novene, ein Gebet an neun aufeinanderfolgenden Tagen.
Die Zeit zwischen dem Tod des Papstes und der Wahl eines Nachfolgers wird als Sedisvakanz bezeichnet, was so viel bedeutet wie: „Der Stuhl ist leer“. Die katholische Kirche wird in dieser Zeit vom Kardinalskollegium geleitet. Die Kardinäle werden aufgefordert, schnellstmöglich nach Rom zu reisen, sobald der Papst für Tod erklärt wurde. Aktuell besteht das Kardinalskollegium laut dem Vatikan aus 252 Kardinälen weltweit. Zu ihrer Aufgabe gehört es auch, einen neuen Papst zu wählen. Für die Wahl eines neuen Papstes gibt es allerdings eine Altersbeschränkung von 80 Jahren. Deshalb sind nur 138 Kardinäle wahlberechtigt.
Zunächst findet aber die Beerdigung des verstorbenen Papstes statt. Früher wurden den verstorbenen Päpsten ihre Organe entnommen und sie wurden einbalsamiert. Die Organe wurden dann als heilige Reliquien aufbewahrt. Mittlerweile gilt dieses Ritual jedoch als überholt. Stattdessen wird der Leichnam des Papstes gesegnet, neu eingekleidet und anschließend im Petersdom aufgebahrt, damit sich die Gläubigen von ihm verabschieden können. Etwa sechs Tage nach seinem Tod wird der Papst bestattet.
Papst Franziskus hat auch selbst Vorkehrungen getroffen. Traditionell werden Päpste in der Krypta des Petersdoms beigesetzt. Franziskus soll aber verfügt haben, nach seinem Tod in der römischen Basilika Santa Maria Maggiore beigesetzt zu werden.
Die Papstwahl beginnt zwischen dem 15. und 20. Tag nach dem Tod des Papstes. Die Dauer des Konklaves ist nicht festgelegt. Auch offizielle Kandidaten gibt es nicht. Zu Beginn der Wahl schreibt jeder wahlberechtigte Kardinal den Namen seines Favoriten auf einen Stimmzettel. Nach den ersten Wahlgängen zeigt sich oft, welche Kardinäle Chancen auf eine Mehrheit haben. Es gibt dann bis zu vier Wahlgänge pro Tag.
Die Kardinäle kommen so lange in der Sixtinischen Kapelle zusammen, bis ein Kandidat eine Zweidrittelmehrheit hat. So gab es Fälle, in denen die Papstwahl nur wenige Stunden dauerte – die längste dauerte jedoch 1005 Tage. Früher wurden die Kardinäle in der Sixtinischen Kapelle eingeschlossen – und mussten auch dort übernachten. Unter Papst Johannes Paul II. wurde diese Tradition jedoch abgeschafft.
Nach jedem Wahlgang werden die ausgezählten Stimmzettel in einem Ofen verbrannt. In einem zweiten Ofen wird eine Chemikalie verbrannt, die Rauch produziert, um der Welt zu signalisieren, wie die Wahl ausgegangen ist. Schwarzer Rauch bedeutet, dass kein neuer Papst gewählt wurde. Bei weißem Rauch steht ein neuer Papst fest. Anschließend sagt der Kardinalprotodiakon auf dem Balkon des Petersdoms die berühmten Worte: „Habemus Papam“. Zu Deutsch: Wir haben einen Papst. Der neue Papst tritt dann hervor und gibt seinen ersten Segen.