Bundestagswahl 2025 So wählten die Krummhörner und Hinteraner
Die Wahlbeteiligung war groß, die Unterstützung für den Krummhörner Johann Saathoff (SPD) ebenso. So haben die Krummhörner und Hinteraner bei der Bundestagswahl abgestimmt.
Krummhörn/Hinte - Am Sonntag, 23. Februar 2025, zog es auch die Menschen aus Hinte und der Krummhörn in die Wahllokale. Und zwar in Massen: In Hinte lag die Wahlbeteiligung bei knapp 87 Prozent, in der Flächengemeinde Krummhörn gingen 85 Prozent der wahlberechtigten Einwohner zu den Wahllokalen.
Damit liegen die beiden Gemeinden sogar noch über dem Bundesschnitt von 82,5 Prozent. Aber wie haben die Menschen im nordwestlichsten Zipfel Deutschlands abgestimmt? Wir haben uns die Ergebnisse mal genauer angeschaut.
In Hinte steht man noch hinter der SPD
Während im gesamten Wahlkreis Aurich/Emden die SPD bei den Zweitstimmen eher mäßig abschnitt, setzten viele der Hinteraner am Wahltag weiterhin auf Rot. Im Wahlkreis kam die SPD auf 28,6 Prozent der Zweitstimmen, in der Gemeinde vor den Toren Emdens wählte immerhin mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten die SPD. Und auch Johann Saathoff selbst ging in Hinte als Sieger hervor. Fast die Hälfte der Hinteraner setzten ihr Kreuz hinter Saathoffs Namen. Erst weit abgeschlagen folgten Dr. Joachim Kleen (CDU) mit 19,5 Prozent und Arno Arndt (AfD) mit 19,3 Prozent.
Doch auch innerhalb der recht kleinen Gemeinde gab es markante Unterschiede im Wahlverhalten. So bekam Saathoff die meisten Stimmen im Wahlbezirk Loppersum-West, wo ihm 51 Prozent der Menschen ihre Stimme gaben. Nur wenige Kilometer entfernt, in den Ortsteilen Canhusen und Westerhusen, bekam er jedoch kaum mehr als ein Drittel der Stimmen. Die SPD schnitt allgemein in Groß Midlum am besten ab, verglichen mit den anderen Wahlbezirken der Gemeinde.
CDU in Hinte schwächer, auch Linke kann sich nicht durchsetzen
Die CDU schnitt im Gesamtvergleich mit dem Wahlkreis in Hinte etwas schlechter ab, mit 22 Prozent zu 23,3 Prozent. Auch der CDU-Direktkandidat Kleen blieb mit seinen weniger als 20 Prozent unter dem Durchschnitt des Wahlkreises. In Canhusen und Hinte-Schulsiedlung war die CDU am stärksten mit ihrem Direktkandidaten Dr. Joachim Kleen.
Während dem Kandidaten der Linken, Johann Erdwiens, in Hinte nur verhältnismäßig wenig Wähler ihre Stimme gaben (4,67 Prozent, Wahlkreis: 5,8 Prozent), gab es bei der Vergabe der Zweitstimme große Unterschiede in den verschiedenen Ortsteilen. So bekam Die Linke in Alt-Hinte fast zehn Prozent der Stimmen, im Wahlbezirk Suurhusen-Nord waren es zum Beispiel nur 3,4 Prozent.
AfD stark in Loppersum und Westerhusen
Rund ein Fünftel der Hinteraner stimmte am Sonntag sowohl mit der Erst- als auch mit der Zweitstimme für die AfD. Die AfD-Hochburgen in Hinte waren die Wahlbezirke Loppersum-Ost und Westerhusen. Dort gaben jeweils ein Drittel der Wähler der AfD ihre Zweitstimme. Auch der Direktkandidat der Partei, Arno Arndt, war in diesen beiden Ortsteilen erfolgreich: In Loppersum-Ost bekam er die Stimme von knapp 32 Prozent der Wahlberechtigten, in Westerhusen 28 Prozent.
Am schlechtesten schnitt Arno Arndt in den Bezirken Hinte-Schulsiedlung und Alt-Hinte ab. Die Wahlbezirke Suurhusen-Nord, Hinte-Schulsiedlung und Hinte-Süd waren die einzigen Ortsteile, in denen weniger als 20 Prozent der Wähler der AfD ihre Zweitstimme gaben.
SPD nicht mehr überall vorn in der Krummhörn
Auch die Krummhörn hält weiter an der SPD fest, zumindest in weiten Teilen. In seiner Heimatgemeinde hat der SPD-Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff 48,8 Prozent der Stimmen erhalten. Die CDU mit Kleen und die AfD mit Arndt folgen erst auf einigen Abstand mit jeweils 20,5 Prozent und 19,4 Prozent der Stimmen. Besonders erfolgreich war Saathoff im zweitkleinsten Ort der Gemeinde: In Woquard wohnen zwar nur 150 wahlberechtigte Menschen, doch knapp 58 Prozent von ihnen stimmten für Saathoff. Auch gingen dort mehr als die Hälfte der Zweitstimmen an die SPD. Ganz knapp auf Platz zwei folgt der Wahlbezirk Pewsum 3, auch hier stimmten 57,3 Prozent der Wähler für den Pewsumer Saathoff.
Auch wenn sich die Ortsnamen nur um einen Buchstaben unterscheiden, das Wahlverhalten in Loquard unterschied sich doch gehörig von dem in Woquard. In Loquard entschied sich nicht mal ein Viertel der Wähler für die SPD. Klarer Sieger dort: die AfD. Noch vor der SPD und CDU hat die AfD dort mit fast 28 Prozent die meisten Zweitstimmen bekommen. Das können einige andere Orte noch toppen: In Freepsum wählten fast 30 Prozent den Unternehmensberater Arno Arndt von der AfD, ihre Zweitstimme gaben der Partei fast 31 Prozent der Wähler. Auch in Eilsum und Grimersum stimmten viele Wähler für die AfD. Das niedrigste Ergebnis erreichte Arndt in Woquard, wo die AfD allgemein verhältnismäßig schlecht abschnitt und unter 13 Prozent blieb.
In Uttum wohnen CDU-Fans, Groothusen wählt grün
Auch wenn die Krummhörn den Wahlergebnissen nach zu urteilen weitestgehend hinter Saathoff (SPD) steht, waren in einigen Orten auch andere Parteien erfolgreich. In Uttum holte Dr. Kleen von der CDU knapp 29 Prozent und konnte damit seinen größten Wahlerfolg in der Krummhörn feiern. Zum Vergleich: Saathoff bekam in dem nur 500 Einwohner starken Ort rund 37 Prozent der Stimmen.
In Campen hingegen stimmten fast zehn Prozent der wahlberechtigten Einwohner für Johann Erdwiens von der Linken. So viele Erststimmen bekam der Südbrookmerlander sonst nirgendwo in der Gemeinde. In dem Ort mit dem hohen Leuchtturm gaben auch fast 12 Prozent der Wähler der Linken ihre Zweitstimme, ebenfalls ein Höchstwert innerhalb der Krummhörn. Groothusen hingegen wählte am grünsten, dort gaben 7,8 Prozent den Grünen ihre Zweitstimme.
Im Wahlbezirk Greetsiel 1 war die geringste Wahlbeteiligung. Nur etwas mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten ging dort auch tatsächlich ins Wahllokal. Am höchsten war die Wahlbeteiligung in Eilsum. Dort stimmten fast 80 Prozent der wahlberechtigten Einwohner über den Bundestag ab (plus Briefwähler). Auch erwähnenswert: Gleich zwei Wahlbezirke in der Krummhörn haben es geschafft, keine einzige ungültige Stimme durchzugeben. Gratulation an Woltzeten und den Wahlbezirk Greetsiel 2.