Kolumne „Für die Ehre“  Zwischen Miteinander und Neid

Manuel Goldenstein
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Eine Kolumne von Manuel Goldenstein
| 22.02.2025 08:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Manuel Goldenstein
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Das Ehrenamt lebt vom Einsatz der Menschen. Doch Neid kann ihnen die ehrenamtliche Arbeit vermiesen, meint unser Kolumnist – etwa dann, wenn einem anderen die Wertschätzung nicht gegönnt wird.

Das Ehrenamt ist ein gelebtes Miteinander, ganz besonders in Ostfriesland. Menschen engagieren sich freiwillig für die Gemeinschaft, investieren ihre Zeit, ihre Energie und oft auch ihr eigenes Geld. Ohne unser Ehrenamt würde vieles schlichtweg nicht funktionieren. Von der Freiwilligen Feuerwehr über Sportvereine bis hin zu sozialen Einrichtungen wie beispielsweise unseren Kirchengemeinden.

Zur Person

Manuel Goldenstein (44), geboren in Aurich und aufgewachsen in Südbrookmerland, arbeitet als Sozialmanager. Er tritt aber auch für das Ehrenamt ein und ist Mitglied in einem Förderverein der Feuerwehr.

Und doch gibt es immer wieder eine unschöne Begleiterscheinung: Neid. Neid auf diejenigen, die scheinbar im Rampenlicht stehen. Neid auf kleine Aufmerksamkeiten, die Ehrenamtliche manchmal erhalten. Eine Ehrung, ein Dankeschön oder einfach nur dankende Worte sind da schon Auslöser.

„Der macht das doch nur, um sich wichtig zu fühlen“, wird dann gelästert. Dabei vergisst man aber schnell, dass hinter jeder Auszeichnung unzählige Stunden unbezahlter Arbeit stehen. Arbeit, die nicht nur für den Einzelnen, sondern für uns alle wertvoll ist.

Aber Neid kann noch viel schlimmer sein. Mancher missgönnt es den Engagierten, dass sie überhaupt etwas tun. „Warum reißt der sich so rein? Der kann doch nicht normal sein!“ Solche Sätze demotivieren diejenigen, die eigentlich nur helfen und sich einbringen wollen. Sie sorgen dafür, dass sich einige zurückziehen oder sogar ihr Engagement aufgeben. Intrigen werden missgünstig geschmiedet, ohne über die tatsächlichen Konsequenzen nachzudenken. Am Ende fehlen genau diese Hände.

Was wäre, wenn wir statt Neid mehr Wertschätzung zeigten? Wenn wir nicht das Haar in der Suppe suchen, sondern anerkennen würden, dass jede und jeder mit anpacken kann? Ehrenamt ist kein Wettkampf untereinander oder gegen die, die sich im Sessel ausruhen. Ehrenamt ist ein Miteinander.

Und vielleicht wäre das der beste Weg, um dem Neid den Wind aus den Segeln zu nehmen. Selbst aktiv werden, mithelfen, Verantwortung übernehmen. Wer einmal erlebt hat, wie erfüllend es sein kann, für andere da zu sein, wird schnell merken, dass dieses der wahre Lohn ist.

Kontakt: kolumne@zgo.de

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