Raser im Visier  Kommt ein weiterer Blitzer an die VW-Kreuzung in Emden?

Mona Hanssen
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Von Mona Hanssen
| 21.02.2025 14:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
An der Larrelter Straße bei der VW-Kreuzung steht bereits seit Jahren ein Blitzer, neuerdings ein modernes Gerät. Auch an die Niedersachsenstraße, also den anderen „Arm" der Kreuzung, soll ein Blitzer kommen. Foto: Ortgies/Archiv
An der Larrelter Straße bei der VW-Kreuzung steht bereits seit Jahren ein Blitzer, neuerdings ein modernes Gerät. Auch an die Niedersachsenstraße, also den anderen „Arm" der Kreuzung, soll ein Blitzer kommen. Foto: Ortgies/Archiv
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Die Stadt Emden möchte bis 2029 fast eine Million Euro in Blitzer investieren. Im Gespräch ist auch ein Gerät für die VW-Kreuzung. Der Blitzer „Engelke“ hat viele Raser dort erwischt.

Emden - Wer zum Feierabendverkehr von VW in Emden an der Kreuzung Larrelter Straße/Niedersachsenstraße steht, fühlt sich wie in der Großstadt. Pro Grünphase fahren hier bis zu 100 Autos auf die Autobahn – und das teilweise mit erhöhter Geschwindigkeit. Vor Kurzem war erstmals der teilmobile Blitzer „Engelke“ hier im Einsatz.

Allein in der Zeit vom 15. bis zum 23. Januar 2025 hat der Blitzer, der alle ein bis zwei Wochen seinen Standort innerhalb des Stadtgebiets wechselt, mehr als 600 Raser erwischt. Genauer: 606 Geschwindigkeitsüberschreitungen wurden festgestellt, teilt Stadtsprecher Eduard Dinkela auf Nachfrage mit. Der schnellste Autofahrer war mit 129 Kilometern pro Stunde in der 50er-Zone unterwegs. Laut Bußgeldkatalog muss der Fahrer mehr als 730 Euro Strafe zahlen, bekommt zwei Punkte und ist drei Monate lang seinen Führerschein los.

Ein Blitzer an der VW-Kreuzung ist geplant

Da hier so gerast wird, scheint sich ein stationärer, also fester Blitzer, anzubieten. An der Larrelter Straße zwischen Bahnhofsbrücke und VW-Kreuzung sind bereits drei feste Blitzer-Standorte eingerichtet. Derjenige kurz vor der VW-Kreuzung wurde im November 2024 durch ein neues 90.000-Euro-Gerät ersetzt und „knipst“ jetzt in beide Richtungen mit Laser-Technik. An der Kreuzung zur Constantiastraße wird noch ein Blitzer wieder aufgestellt. Der vorige war bei einem Unfall zerstört worden. Einen Termin für die Wiederaufstellung hat die Stadt aber noch nicht genannt.

Der Blitzer Engelke – hier bei der Grundschule Wolthusen – wechselt in Emden oft den Standort und erwischt trotz seiner klobigen Erscheinung ziemlich viele Raser. Foto: Hanssen/Archiv
Der Blitzer Engelke – hier bei der Grundschule Wolthusen – wechselt in Emden oft den Standort und erwischt trotz seiner klobigen Erscheinung ziemlich viele Raser. Foto: Hanssen/Archiv

Aber zurück zur VW-Kreuzung: „Ein Blitzer an der Kreuzung Niedersachsenstraße ist eher als mittelfristige bis langfristige Maßnahme geplant“, erklärt Dinkela auf Nachfrage. Wir wollten wissen, ob ein neues Gerät womöglich schon im Blitzer-Budget von 325.000 Euro für dieses Jahr eingeplant ist oder fürs nächste Jahr, wenn 150.000 Euro zur Verfügung stehen sollen. Doch der Sprecher bleibt vage. „Die Umsetzung hängt maßgeblich von den verfügbaren Haushaltsmitteln ab“, schreibt er.

VW-Kreuzung ist Unfallschwerpunkt

Zuletzt hieß es, dass in den kommenden Jahren mehrere veraltete Geräte ersetzt oder modernisiert werden sollen. Eine Reihenfolge wurde aber noch nicht genannt. Die hänge vom Ergebnis der jährlichen Eichung der Anlagen ab, hieß es zuletzt. Insgesamt gibt es zehn feste Blitzer in Emden. Als Erstes waren bereits die Blitzer an der Auricher Straße im Jahr 2015 erneuert worden und funktionieren seitdem mit Laser-Technik. Hier waren 2006 die ersten Anlagen errichtet worden, doch der Schwerlastverkehr machte den Messschleifen zu schaffen. Die Anlagen an der Petkumer Straße im Stadtteil Friesland wurden 2009 aufgebaut, sind aber noch nicht erneuert. An der Petkumer Straße im Stadtteil Borssum wurde die Anlage bereits im Jahr 2022 modernisiert und funktioniert mit dem Laser-Scanner.

Feierabend bei VW: Dann rollt die Blechlawine vom Haupttor zur Autobahn. Nicht alle halten sich dabei an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Foto: Ortgies/Archiv
Feierabend bei VW: Dann rollt die Blechlawine vom Haupttor zur Autobahn. Nicht alle halten sich dabei an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Foto: Ortgies/Archiv

Die Stadt hatten aber schon öfter mitgeteilt, dass neben den Sanierungen der vorhandenen Blitzer auch Neu-Aufstellungen an Unfallschwerpunkten denkbar seien. „Die Kreuzung Niedersachsenstraße wurde in den letzten Jahren als Unfallschwerpunkt identifiziert“, erklärt Eduard Dinkela. Insbesondere Rotlicht- und Geschwindigkeitsverstöße seien dort ein wiederkehrendes Problem. „Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, wäre die Installation eines Blitzers eine mögliche Maßnahme“, schreibt er. Dabei stehe die Stadt in enger Abstimmung mit der Emder Polizei, der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sowie der Autobahn GmbH, um die Entwicklungen an der Kreuzung zu analysieren und geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit zu ergreifen.

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