Stromtrasse in Niedersachsen  Was ist das für eine gigantische Gerüstwand an der A28?

Rilana Kubassa
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Von Rilana Kubassa
| 23.02.2025 10:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Gitterwand zwischen Neuenkruge und Bad Zwischenahn wird von der Firma Tennet gebaut. Foto: privat
Die Gitterwand zwischen Neuenkruge und Bad Zwischenahn wird von der Firma Tennet gebaut. Foto: privat
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Zwischen Bad Zwischenahn und Neuenkruge wird derzeit ein großes Gerüst errichtet. Wozu dient es? Eine Nachfrage bei der Firma Tennet bringt Antworten.

Bad Zwischenahn - An der A28 zwischen Bad Zwischenahn und Neuenkruge wird gerade eine gigantische Gitterwand gebaut. Wer baut sie und warum? Wir haben nachgefragt.

17 Meter hoch und etwa 120 Meter lang: Wie groß das Gebilde ist, das gerade entlang der A28 gebaut wird, kann man anhand der scheinbar winzigen Personen erahnen, die daran arbeiten. Zuständig für den Ausbau ist der Übertragungsnetzbetreiber Tennet, der hier eine Trasse für den Stromnetzausbau legt. Die Gerüste seien erforderlich, „um den bevorstehenden Einzug der neuen Stromleitungen, der sogenannten Leiterseile, zwischen den neu errichteten Masten der 380-kV-Höchstspannungsleitung von Conneforde über Cloppenburg nach Merzen abzusichern“, schreibt Peter Hilffert, Tennet-Pressereferent im Bereich Onshore für Schleswig-Holstein und Niedersachsen, auf Anfrage.

Gerüste werden nach den Arbeiten wieder abgebaut

Dauerhaft bleiben die Gerüste nicht bestehen. Nach maximal fünf bis sechs Wochen sollen sie wieder abgebaut werden. „Aktuell muss noch ein Mast für den Seilzug endmontiert werden, dann wird ein Hubschrauber ein sogenanntes Vorseil einfliegen, mit dessen Hilfe später die tonnenschweren Leitungen auf die Masten gezogen werden“, so Hilffert.

Die Leitung transportiere zum einen Strom aus erneuerbaren Energien ab in die Verbrauchszentren im Süden und Westen Deutschlands, stärke aber auch die Versorgungssicherheit in der Region, „wo der Strombedarf in den kommenden Jahren (u. a. durch E-Mobilität, Wärmepumpen, KI) rasant zunimmt“, wie er schreibt.

Leitung soll nächstes Jahr in Betrieb gehen

Als Windkraft-Spitzenreiter nehme das Land Niedersachsen eine führende Rolle bei der Stromgewinnung aus Erneuerbaren Energien ein, heißt es auf der Tennet-Webseite. Und weiter: „Um die steigenden Strommengen auch weiterhin zuverlässig transportieren zu können, baut der Übertragungsnetzbetreiber TenneT gemeinsam mit Amprion das Höchstspannungsnetz in der Region um das Oldenburger Münsterland aus.“

Das Vorhaben diene der Erhöhung der Übertragungskapazität im nordwestlichen Niedersachsen und sei zum Abtransport der Onshore- und Offshore-Windenergie erforderlich. Rund 125 Kilometer lang soll die geplante Höchstspannungsleitung werden.

Die Arbeiten an dem Energiewendeprojekt kommen laut Tennet planmäßig voran. Der knapp 21 Kilometer lange erste Abschnitt zwischen Conneforde und Bad Zwischenahn, zu dem die Querung der A28 gehört, soll Ende des Jahres fertig werden. In Betrieb gehen soll die Leitung zwischen Conneforde bis Merzen im nächsten Jahr.

A28 wird im März gesperrt

Beteiligt an dem Bau sei die Autobahn GmbH des Bundes nur mittelbar, wie Patrick Amrhein, Pressesprecher der Autobahn Nordwest, auf Anfrage mitteilt. Gerade dies dürfte Pendler und Autofahrer aber besonders interessieren.

„Für die Anbringung eines Schutznetzes zwischen den Gerüsttürmen ist voraussichtlich im März eine kurzzeitige Vollsperrung der A28 notwendig“, teilt er der Redaktion mit. „Hierzu steht die Autobahn derzeit mit den ausführenden Unternehmen im Kontakt, um möglichst geringe Auswirkungen für die Verkehrsteilnehmenden sicherzustellen.“ Über den genauen Zeitpunkt der Verkehrseinschränkungen könne derzeit noch keine Aussage getroffen werden.

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