Anwohner sauer Wieder Mahnwache wegen Schildern in Loquard
Für diesen Samstag ist eine Mahnwache vor einem Wohnhaus im Krummhörner Dorf Loquard geplant. Es geht um Nazi-Parolen und Hakenkreuze.
Loquard - Nicht zum ersten Mal halten Bürgerinnen und Bürger aus der Krummhörn eine Mahnwache vor einem Privathaus in Loquard ab. Die für diesen Samstag, 22. Februar 2025, ab 11 Uhr geplante Wache folgt einer Reihe von Aktionen, nachdem im Sommer 2024 ein Schild mit dem Schlusssatz „Darum alles für Deutschland“ von dem Hauseigentümer aufgestellt worden war. Im Ganzen steht dort „Alles für die Freiheit, alles für die Zukunft in Frieden, alles für die Demokratie, alles für unsere Heimat, darum alles für Deutschland“.
Insbesondere der letzte Satz wird als Anlehnung an die Nazi-Parole „Alles für Deutschland“ ausgelegt. Der AfD-Politiker Björn Höcke wurde für die Verwendung des Spruchs vor Gericht verurteilt, auch in Loquard hatte die Polizei ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Aurich aber sah schließlich keine strafrechtliche Relevanz. Ein Bezug zum Dritten Reich oder nationalsozialistischen Organisationen sei nicht ersichtlich, hieß es im Oktober 2024.
Jemand sprühte Hakenkreuze auf das Schild
Die Loquarder wollen nun erneut mahnen und zeigen, „dass wir in unserem Dorf solche Schilder nicht länger ertragen“, heißt es in der Ankündigung von den Initiatoren. In den vergangenen Wochen habe es gleich mehrere Entwicklungen gegeben. Nach der Entscheidung der Staatsanwaltschaft hätten sie sich beim Oberstaatsanwalt gemeldet und mitgeteilt, dass über dem Schild die Wirmer-Flagge, die im Reichsbürgermilieu populär ist und verstärkt von Rechtsextremen genutzt wird, flattere. „Man wolle den Bürger im Auge behalten“, habe es nach dem Hinweis geheißen.
Hakenkreuze seien zwischenzeitlich auf das Schild gesprüht worden. Von wem, ist offenbar nicht ganz klar. Die Polizei habe daraufhin auf Anfrage der Initiative den Schildaufsteller aufgefordert, die Hakenkreuze zu entfernen. Der Loquarder habe das Schild dann etwas eingeklappt, heißt es. Ringsumher steht viel Wahlwerbung für die AfD.
Wir haben bei der Polizei in Aurich nachgefragt, ob diese bestätigt, dass der Schildaufsteller aufgefordert wurde, die Hakenkreuze vom Schild zu entfernen, und wie es nun weitergeht. Polizeisprecherin Wiebke Baden bestätigt, dass ihnen die Situation bekannt sei. Zum Ausgang der Gespräche konnte sie am Freitag noch keine Stellungnahme abgeben.