Gastronomie Mittagessen in Weener – nicht genug Mitarbeiter gefunden
Zu wenig Mitarbeiter: Die Zusammenarbeit der Lebenshilfe Leer und des Altenzentrums in Weener endet kommende Woche. Wie geht es mit dem Mittagstisch für alle weiter?
Weener - In Weener gab es ein recht besonderes gastronomisches Angebot: Der Speisesaal des Altenzentrums wurde regelmäßig zum Restaurant – für jedermann geöffnet. „Der inklusive Küchenstandort der Lebenshilfe Leer im Altenzentrum Rheiderland, der am 1. Januar 2022 die Versorgung der Bewohner aufgenommen hatte, wird zum 28. Februar 2025 aufgegeben“, teilt die Lebenshilfe auf Anfrage mit. Das Küchenteam habe mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Altenzentrums einen tollen Job gemacht, wird Erwin Koops, Geschäftsführer der Lebenshilfe, zitiert. Eins vorweg: Die Versorgung der Bewohner bleibt gesichert und auch für Außenstehende soll es weiterhin Angebote geben. Dazu später mehr.
Speisesaal wird Restaurant – Wo lag das Problem?
Das „große Manko“, das nun zur gemeinsamen Entscheidung der Lebenshilfe und des Altenzentrums geführt habe, sei der Arbeitskräftemangel. „In der Vergangenheit waren bis zu acht Menschen mit Behinderungen im Altenzentrum beschäftigt. Aktuell sind es nur noch fünf. Bis zu zwölf Beschäftigte waren hier ursprünglich angestrebt gewesen“, so Koops. „Wir haben die Stellen wiederholt ausgeschrieben, aber leider keine neuen Beschäftigten gefunden.“
Kooperation beendet – Was wird aus den Arbeitnehmern?
Die Arbeit im Altenzentrum sei unter pädagogischen Gesichtspunkten sehr wertvoll, anspruchsvoll und sehr nah am ersten Arbeitsmarkt. „Das traut sich nicht jeder zu.“ Zwei Menschen mit Behinderungen hätten es geschafft, nach ihrer Tätigkeit im Altenzentrum einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bekommen. Drei weitere hätten einen ausgelagerten Arbeitsplatz übernehmen können. Mit dem Geschäftsführer des Altenzentrums Rheiderland, Andreas Cramer, sei im Herbst 2024 die Auflösung der Zusammenarbeit vereinbart worden. Ein Sozialplan für die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde erarbeitet. Für die Menschen mit Behinderungen stünden ausreichend Arbeitsplätze bei der Lebenshilfe Leer zur Verfügung, so Erwin Koops.
Wer kocht nun das Essen für Krippen, Kindergärten und Schulen?
Gibt es weiter im Altenzentrum Essen für alle?
Vor einigen Jahren hatte es solch ein Angebot im Altenzentrum schon einmal für eine Weile gegeben. „Es wurde gerne von Handwerkern, Behördenmitarbeitern, aber auch von Senioren genutzt, die nicht selbst kochen wollten oder sich Gesellschaft beim Essen wünschten“, erzählte Andreas Cramer, Leiter des Altenzentrums, gegenüber dieser Zeitung 2022. Bei unserem Besuch zum Start der Kooperation zwischen Lebenshilfe und Altenzentrum hatten auch Besucherinnen und Besucher unterstrichen, dass ihnen das Angebot zusage.
Damit der Übergang hinsichtlich der Versorgung der Bewohner gelingen kann, hatte das Altenzentrum frühzeitig einem Nachfolger für den Küchenbetrieb gesucht und gefunden, schreibt dazu die Lebenshilfe. Die Versorgung in Weener werde laut Pressemitteilung eine Tochtergesellschaft der Diakonie übernehmen.
Nicht alleine essen – Gibt es noch mehr Aktionen?
Nicht nur in Weener setzt man auf gemeinsame Mittagszeit. Im Landkreis Leer gibt es außerdem Seniorenbeiräte und andere Vereine, die Senioren einladen, die gerne in Gesellschaft essen wollen. Beispielsweise bietet der Seniorenbeirat Rhauderfehn einen Mittagstisch an: An jedem 3. Mittwoch ab 11.30 Uhr im Musikcafé Marienheil, Kosten: 11,50 Euro (inklusive Getränke).
Ebenso gibt es einen wöchentlichen Mittagstisch der Nachbarschaftshilfe in Leer in der Ost- und Weststadt. Im Nachbarschaftstreff in der Evenburgallee und im Pastorenkamp werde jeden Donnerstag zum Selbstkostenpreis gekocht, wie beim Bauverein zu lesen ist. In der Oststadt könne man sich jeweils bis Dienstag anmelden unter Tel. 0491/9277650 und in der Weststadt bis zum Donnerstag der Vorwoche unter Tel. 0491/9277626 und dann je am darauffolgenden Donnerstag um 12 Uhr in geselliger Runde in den Nachbarschaftstreffs essen.