Energie der Zukunft  Wärmeplanung für Hesel – Termin für Einwohner

Karin Lüppen
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Von Karin Lüppen
| 21.02.2025 15:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Statt mit Erdgas, wie es heute meist der Fall ist, soll künftig mit erneuerbarer Energie geheizt werden. Dafür müssen viele Wohnhäuser zunächst saniert werden. Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Statt mit Erdgas, wie es heute meist der Fall ist, soll künftig mit erneuerbarer Energie geheizt werden. Dafür müssen viele Wohnhäuser zunächst saniert werden. Foto: Hendrik Schmidt/dpa
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Die Samtgemeinde Hesel ist mit ihrer kommunalen Wärmeplanung schon weit vorangekommen. Details sollen bei einer Veranstaltung bekannt gegeben werden. Wie läuft es in anderen Kommunen?

Hesel - Wie werden private Haushalte und Unternehmen im Landkreis Leer künftig beheizt oder klimatisiert? Diese Frage soll von den Städten und Gemeinden in Deutschland mit weniger als 100.000 Einwohnern mit einer kommunalen Wärmeplanung bis Ende 2028 beantwortet werden. In Niedersachsen hatten zum Jahresbeginn rund 47 Prozent aller Kommunen damit begonnen. Ziemlich weit vorne im Landkreis Leer ist die Samtgemeinde Hesel – in Zusammenarbeit mit dem Netzbetreiber EWE hat man bereits erste Ergebnisse vorgelegt.

Wie die Samtgemeinde mitteilt, werde zurzeit in der Samtgemeinde Hesel eine Energiemenge von 135 Gigawattstunden benötigt, um die Wärmeversorgung sicherzustellen. „Der Anteil fossiler Energieträger liegt bei über 91 Prozent, wobei über 85 Prozent des Verbrauchs auf Erdgas entfällt“, heißt es weiter. Dies verursache im Jahr etwa 28.000 Tonnen CO2-Äquivalente. Von diesen klimaschädlichen Emissionen will man runter: Dazu sollen Haushalte auf erneuerbare Energiequellen umgestellt werden.

Drei Gebiete für Fernwärme geeignet

Für die meisten Gebäude bedeutet das weiterhin eine dezentrale Versorgung, beispielsweise mit dem Umstieg von fossilen Brennstoffen auf Strom durch die Nachrüstung mit einer Wärmepumpe. Eine große Zahl von Wohnhäusern müsste dafür energetisch saniert werden. Die Untersuchung durch die EWE hatte zudem drei Gebiete umrissen, in denen sich der Bau eines zentralen Wärmenetzes lohnen könnte. Das wäre demnach in Hesel rund um das Schulzentrum und das Schwimmbad; im Ortskern von Firrel sowie im Ortskern von Brinkum lohnenswert.

Wie geht es nun weiter?

Die Samtgemeinde möchte alle Bürgerinnen und Bürger über die Ergebnisse der Wärmeplanung und mögliche Maßnahmen informieren. Dazu ist für den 4. März 2025 ab 18.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Holtland eine öffentliche Informationsveranstaltung geplant. EWE Netz soll an dem Abend die Ergebnisse der Wärmeplanung vorstellen. „Zudem gibt Energieberater Reiner Dunker von der Verbraucherzentrale praxisnahe Tipps, wie Gebäudebesitzer ihre Gebäude energetisch sanieren und Heizsysteme nachhaltig umrüsten können“, teilt die Samtgemeinde mit.

Leer stellt Maßnahmenkatalog vor

Ähnlich weit wie in Hesel ist die kommunale Wärmeplanung in der Stadt Leer fortgeschritten. Sowohl die Bestandsanalyse wie auch die Potenzialanalyse wurden nach Angaben der Pressestelle bereits abgeschlossen. Nun befindet sich der Prozess in den Phasen 3 und 4, der Entwicklung eines klimaneutralen Zielszenarios für die Jahre 2030 und 2040 sowie einen Maßnahmenkatalog als Teil der Umsetzungsstrategie.

„Mit der Umsetzung von 5 Maßnahmen des Maßnahmenkatalogs muss laut Gesetz in den ersten 5 Jahren begonnen werden, der Wärmeplan ist alle 5 Jahre fortzuschreiben“, teilt die Stadt dazu weiter mit. Am 4. März 2025 sollen das Zielszenario 2040 und der Maßnahmenkatalog durch die EWE Netz im Ausschuss für Energie, Klima, Umwelt und Verkehr vorgestellt werden. Diese Sitzung ist öffentlich.

Uplengen steigt offiziell ein

In Uplengen ist die Gemeinde Ende Januar offiziell in die kommunale Wärmeplanung eingestiegen. Dort wird ebenfalls mit EWE Netz zusammengearbeitet. „Dank Fördermitteln können wir diesen Prozess zielgerichtet angehen und haben mit EWE Netz einen verlässlichen Partner an unserer Seite“, wird Bürgermeister Heinz Trauernicht in einer Mitteilung zitiert. Für Uplengen wird aus dem Datenbestand ein digitaler Zwilling erstellt, der eine genaue Analyse des Energieverbrauchs ermöglicht.

Eine Wärmepumpe ist für die meisten Ein- und Mehrfamilienhäuser die Versorgung der Wahl. Foto: Silas Stein/dpa
Eine Wärmepumpe ist für die meisten Ein- und Mehrfamilienhäuser die Versorgung der Wahl. Foto: Silas Stein/dpa

Genauso war in der Samtgemeinde Hesel vorgegangen worden. Dort sei die Bestandsanalyse deutlich schneller gegangen als bei anderen Projekten, die das Unternehmen betreue, hatte Gerrit Pruss, Kommunalbetreuer der EWE Netz, bei der Vorstellung der Ergebnisse im Gemeinderat gesagt. In den nächsten beiden Schritten, die jetzt in Uplengen anstehen, werde der aktuelle Wärmeverbrauch und die Gebäudestruktur in der Gemeinde ermittelt. Auf der Basis sollen dann Potenziale für erneuerbare Energie benannt werden.

Mit Material von dpa

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