Nachruf auf Rysumer  Hans Böke – ein Mann, der für sein Dorf lebte

Lotta Groenendaal
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Von Lotta Groenendaal
| 19.02.2025 17:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Hans Böke war jahrelang Ortsvorsteher von Rysum. Foto: Rohlfs-Jacobs/Archiv
Hans Böke war jahrelang Ortsvorsteher von Rysum. Foto: Rohlfs-Jacobs/Archiv
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Für die Rysumer war er ein geschätzter Nachbar, Hobbykoch und Ansprechpartner, wenn es um die Belange des Dorfes ging. Der ehemalige Rysumer Ortsvorsteher Hans Böke ist verstorben.

Rysum - Gebürtig stammte er zwar aus Manslagt, etwa zehn Kilometer die Landstraße hoch, doch Hans Böke nannte Rysum knapp 50 Jahre lang sein Zuhause. Er setzte sich stets für das Rundwarfendorf ein, war aktiv als Ortsvorsteher und auch in der Gemeindevertretung der reformierten Kirche. Am 8. Februar 2025 ist er im Alter von 75 Jahren nach langer Krankheit verstorben.

Die alte Rysumer Mühle im Ortskern sei einer seiner Lieblingsorte, sagte Hans Böke einst im Gespräch mit dieser Zeitung. Auch, wenn er nicht in Rysum geboren wurde, das Dorf kannte er wie kaum ein anderer. Von 2008 bis 2024 war er Ortsvorsteher, auch in der Interessengemeinschaft war er aktiv.

Die Rysumer Mühle, einer der Lieblingsorte von Hans Böke. Foto: Wagenaar/Archiv
Die Rysumer Mühle, einer der Lieblingsorte von Hans Böke. Foto: Wagenaar/Archiv

Kochen war sein Hobby

Dass Böke für sein Dorf lebte, spiegelte sich auch in seinen Hobbys wieder. Seit 2015 ist in Rysum die selbst ernannte „Rentnerband“ als Teil der örtlichen Interessengemeinschaft aktiv. Jeden Dienstag treffen sich einige Senioren aus dem Dorf, um freiwillig ihre Arbeitszeit dafür einzusetzen, Rysum noch schöner zu machen. Dazu gehören beispielsweise das Einsammeln von Müll, aber auch das Instandhalten der alten Mühle. Auch hieran hatte sich Hans Böke mit viel Herzblut beteiligt. „Hans war der Koch der Dienstagstruppe“, sagt Andreas Kirchhoff, der aktuelle Ortsvorsteher von Rysum. Eine Arbeit, die ihm Spaß machte, wie Kirchhoff sagt. Denn Kochen war schon immer ein großes Hobby von Böke.

Wenn er mal nicht für seine Rentnerband kochte oder mit der Verschönerung Rysums beschäftigt war, ging Hans Böke auch gerne auf die Jagd. So gehörte zu seinen Tätigkeiten unter anderem die Jagdaufsicht im Eigenjagdbezirk von Gassco auf dem Rysumer Nacken, Bökes früherem Arbeitgeber.

Hans Böke: Einer, der mit anpackte

Die Entwicklung des Dorfes lag Hans Böke auch in seinem Ruhestand ab 2011 am Herzen. „Er hat immer ordentlich mit angepackt im Dorf“, erinnert sich Ekehard Jaspers, der lange Jahre Vorsitzender der Rysumer Interessengemeinschaft war und viel mit Böke zusammengearbeitet hat. Mitglieder der Interessengesellschaft hatten beispielsweise zusammen das Müllerhaus wieder aufgebaut, erzählt Jaspers stolz.

Stolz war Hans Böke vor allem immer auf Rysum und seine Bewohner – auf ihr Engagement, ihre enge Gemeinschaft. Stolz war er auch auf ihren Willen, das Dorf gepflegt und kulturell ansprechend zu halten. Die harte Arbeit von Böke, Jaspers und vielen anderen Unterstützern im Dorf zahlte sich aus. Im Jahr 1998 wurde Rysum zum schönsten Dorf Niedersachsens gekürt. Ein Highlight für Böke.

Über 15 Jahre lang Ortsvorsteher von Rysum

Im Jahr 2008 wurde Hans Böke, der sich bereits viel für sein Dorf engagierte, daraufhin vom damaligen Bürgermeister Johann Saathoff (SPD) gebeten, das Amt als Ortsvorsteher von Rysum zu übernehmen. Böke nahm die Aufgabe an. Dabei sollte er erst mal nur übergangsweise Ortsvorsteher werden, weil sein Vorgänger die Amtszeit nicht beenden konnte. Doch Saathoff konnte ihn überreden, das Amt auch nach Ende der Übergangszeit zu übernehmen. Aus der anfänglichen Überredung wurde schließlich eine neue Berufung für Hans Böke. Bis 2024 war er Ortsvorsteher von Rysum, sorgte über 15 Jahre dafür, dass die Sorgen der Rysumer an die Krummhörner Politik und Verwaltung herangetragen wurden.

Diese Rolle übernahm im Jahr 2024 Andreas Kirchhoff, der als neuer Ortsvorsteher aber auch langjähriger Nachbar von Hans Böke viel mit ihm zu tun hatte. Im Dorf sah man sich sowieso regelmäßig. „Er war beliebt im Ort, angesehen“, sagt Kirchhoff über seinen Vorgänger. Aus gesundheitlichen Gründen musste er jedoch in den letzten Jahren bereits etwas kürzertreten. Kirchhoff hatte ihn inoffiziell schon etwas länger bei seinen Aufgaben als Ortsvorsteher unterstützt. „Wenn es nicht mehr geht, geht es nicht mehr“, so der neue Ortsvorsteher. Doch Hans Böke habe seine Aufgabe als Ortsvorsteher von Rysum immer gerne gemacht, sagt Kirchhoff.

Dazu gehörten zum Beispiel auch Besuche bei Paaren, die Ehejubiläen feierten. Und die Geburtstagsfeiern der über 80-Jährigen im Dorf hatte er in seiner Rolle als Ortsvorsteher und auch als Freund gerne besucht. Sein Wirken wurde im Verwaltungsausschuss der Gemeinde Krummhörn gewürdigt, so Kirchhoff, der selbst für die SPD im Gemeinderat sitzt. Mit Hans Böke geht jemand, der in Rysum sicherlich viel Arbeit, aber auch großen Spaß hatte.

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